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T-Mobile-USA-Verkauf: Telekom droht Preiskürzung durch AT&T

07.09.2011
15:58

Zudem Klage durch Konkurrenten Sprint gegen den Verkauf an AT&T


Die Deutsche Telekom muss eine weitere Hürde bei der Trennung von ihrer Tochter T-Mobile USA nehmen. Nach den Wettbewerbshütern im US-Justizministerium hat nun auch der rivalisierende Mobilfunkanbieter Sprint eine Klage gegen den 39 Milliarden Dollar (mehr als 27 Millionen Euro) schweren Verkauf an den Branchenriesen AT&T eingereicht. Sprint fürchtet, durch die geballte Marktmacht an die Wand gedrückt zu werden.

Sprint präsentiert sich als Anwalt des Verbrauchers

"Mit dem heutigen juristischen Schritt setzen wir unsere Anwaltschaft für die Konsumenten und den Wettbewerb fort", erklärte Sprint-Chefjustiziarin Susan Haller in Washington. Sprint gehört seit Bekanntwerden des geplanten Geschäfts Anfang des Jahres zu den schärfsten Kritikern. Sprint ist die Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt - aber mit großem Abstand zu den beiden Marktführern Verizon und AT&T. T-Mobile USA ist die Nummer vier.

T-Mobile-USA-Verkauf
Die Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T wird immer problematischer
Sprint geht mit den gleichen Argumenten gegen den Verkauf vor wie das Justizministerium in seiner Klage vor einer Woche: Die Preise drohten zu steigen und die Innovationsbereitschaft abzunehmen. Leidtragende wären demzufolge die anderen Mobilfunkanbieter und die Kunden, erklärte Sprint und rechnete vor, dass AT&T und Verizon mehr als drei Viertel des Marktes kontrollieren würden.

Nun muss ein Gericht in der Hauptstadt Washington über das Milliardengeschäft befinden. Die Telekom und AT&T können parallel mit Zugeständnissen um das Wohlwollen der Wettbewerbshüter buhlen.

Kann AT&T den Preis drücken?

Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Käufer AT&T das Recht, den ausgehandelten Preis von 39 Milliarden Dollar zu drücken, wenn er zu hohe Auflagen für das Zustandekommen des Geschäfts schlucken muss. Bloomberg berief sich dabei am Mittwoch auf drei Personen, die Einblick in den Kaufvertrag gehabt hätten. Der fragliche Passus sei nicht veröffentlicht worden, hieß es. AT&T und die Telekom äußerten sich nicht zu dem Bericht.

Bislang war aus Börsendokumenten lediglich bekannt, dass AT&T ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag hat, wenn die gemachten Auflagen einen Wert von 7,8 Milliarden Dollar überschreiten. So wäre es denkbar, dass AT&T Kunden abgeben muss, um auf dem US-Mobilfunkmarkt nicht übermächtig zu werden.

Bei AT&T-Rücktritt Entschädigung für die Telekom

Aus Sicht der Telekom trägt allerdings der Käufer das wirtschaftliche Risiko des Zusammenschlusses und damit auch eventueller Auflagen. Die Entschädigung für die Telekom beliefe sich auf 3 Milliarden Dollar in bar. Hinzu käme ein Paket aus vergünstigtem Roaming und Funklizenzen. Insgesamt wird das "Trostpflaster" auf einen Wert von 6 bis 7 Milliarden Dollar geschätzt.

Obermann hält an Verkauf von T-Mobile USA fest

Telekom-Chef René Obermann hatte sich vor wenigen Tagen noch einmal für den Verkauf der US-Mobilfunktochter an AT&T stark gemacht. In einem Mitarbeiterbrief bezeichnete er die geplante Transaktion als die beste Lösung für die Aktionäre, die Mitarbeiter und die Kunden. "Es ist unsere Aufgabe, gemeinsam mit unserem Partner AT&T die Behörden davon zu überzeugen", betonte der Telekom-CEO. Es sei nicht verständlich, dass das Kartellamt zu dem Schluss komme, der Verkauf schade den Kunden. Allein die Verbesserung der Netzqualität werde enorm sein.

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