Fehlersuche

T-Mobile fährt Netz wieder hoch

Ausfall einer zentralen Komponente Schuld an bundesweitem Netzausfall
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Nach dem aufsehenerregenden bundesweiten Netzausfall bei T-Mobile hat der Netzbetreiber die Störung lokalisiert und inzwischen auch behoben. Es kann nach Angaben des Netzbetreibers aber aktuell noch zu Einschränkungen kommen, so dass unter Umständen noch einige Stunden vergehen werden, bevor Kunden wieder in gewohnter Qualität telefonieren können. Oft hilft es dabei, das Handy aus- und wieder einzuschalten, um ein Neueinbuchen zu erzwingen.

Zentrale Ursache der Probleme war ein Ausfall des sogenannten Home Location Registers, kurz HLR. Das ist eine Datenbank, über die beispielsweise Rufnummern zu SIM-Karten-Nummern zugeordnet werden, und in der der aktuelle Aufenthaltsort aller eingebuchten Karten verzeichnet ist. Dadurch konnten im T-Mobile-Netz eingehende Anrufe nicht an die Handys durchgestellt werden; die Kunden waren nicht erreichbar.

Einige Kunden, die vorher eine Rufnummer eines anderen Netzes zu T-Mobile portiert hatten, meldeten, weiterhin erreichbar zu sein. Offensichtlich werden diese Kunden von einem anderen System verwaltet, das von dem Ausfall nicht betroffen war.

Soweit Kunden, die nach Ausfall des HLR nicht mehr erreichbar waren, nicht die Mobilfunkzelle gewechselt hatten, konnten sie oft noch abgehend telefonieren. Hierfür wird insbesondere bei Vertragskarten das HLR nicht benötigt. Zwar wird für abgehende Telefonate das Handy jeweils neu im Netz authentifiziert, und dafür ist grundsätzlich ebenfalls das HLR zuständig. Ein gewisser Vorrat an Authentifizierungs-Tokens kann aber auch in anderen, weniger zentralen Netzkomponenten gespeichert werden, und so lange dieser nicht verbraucht ist, sind abgehende Telefonate möglich.

Mehrere Stunden offline

Etwa ab 15:45 Uhr konnten T-Mobile-Kunden mit ihren Handys nicht mehr telefonieren. Ursächlich soll ein Software-Problem gewesen sein. Nach Angaben eines T-Mobile-Sprechers konnte das Unternehmen gegen 19 Uhr den Schaden beheben. Um 21 Uhr seien wieder 80 Prozent der normalerweise zu diesem Zeitpunkt im Netz angemeldeten Kunden auch auf dem Netz gewesen. Im Laufe der Nacht solle das System wieder stabil laufen. Insgesamt drei Datenbanken seien betroffen gewesen.

Wie genau der Ausfall zustande kam, wird nach Angaben des Sprechers noch analysiert.

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