Erfahrungsbericht

Surface Pro 4 im Test: Kann das teure Multitalent überzeugen?

Das Surface Pro 4 fährt große Geschütze auf: Windows 10 Pro, einen i5-Prozessor von Intel und Windows-Hello-Gesichtserkennung - kann da noch etwas schief gehen?
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Das Surface Pro 4 ist nun eine gute Woche auf dem deutschen Markt erhältlich und wir testen das neue 2in1-Flaggschiff seit Tag Null. In einem ausführlichen Hands-On sind wir bereits auf die Features des Geräts eingegangen und haben die Funktionen beleuchtet. In unserem Test verraten wir Ihnen, wie die einzelnen Features zusammenwirken und ob der Kaufpreis von rund 1600 Euro gerechtfertigt ist.

Microsoft Surface Pro 4

Wir hatten die Ausstattungsvariante mit dem Intel Core i5-6300U Dual-Core-Prozessor, der eine Taktung von maximal 2,5 GHz je Kern aufweist, im Test. Der Arbeitsspeicher ist 8 GB groß. Weiterhin ist in dem Modell eine 256 GB große SSD verbaut auf der Windows 10 Pro läuft. Das Display misst 12,3 Zoll in der Diagonale und löst mit 2736 mal 1824 Pixel auf.

Start gut, alles gut?

Surface Pro 4 mit Type-Cover und StylusSurface Pro 4 mit Type-Cover und Stylus In der Verkaufspackung sind neben dem Surface-Tablet an sich auch ein Stylus und ein Ladegerät enthalten. Auf weiteres Zubehör, wie Kopfhörer oder eine Tastatur, müssen Nutzer hingegen verzichten. Die Type-Cover-Tastatur können schreibfreudige Anwender für 149 Euro separat erwerben. Nach dem Auspacken hinterlässt das Gerät einen guten Ersteindruck und die Ver­arbeitung stimmt. Allerdings wirken die Lauter/Leise-Wippe und der Einschalter an der Geräteoberseite etwas schwergängig. Auf der rechten Seite hat Microsoft die wichtigsten Anschlüsse platziert: einen USB-3.0-Port, die Schnittstelle für das Ladegerät und den Mini-Displayport. Weiterhin findet sich auch ein 3,5-mm-Klinkenanschluss an der linken Gehäuseseite. Der Datenaustausch kann entweder über den verbauten USB-3.0-Port oder per Bluetooth 4.0 LE gelöst werden.

Tastatur und Stylus

Wie bereits geschrieben, ist die separat erhältlich Type-Cover-Tastatur für das Surface Pro 4 für knapp 150 Euro zu haben. Diese lässt sich magnetisch an das Tablet koppeln und kann jederzeit innerhalb von Sekunden wieder abgetrennt werden. Ist die Tastatur mit dem Surface verbunden, dient sie gleichzeitig als Schutz für das Display, ähnlich wie bei einem Laptop. Neben den üblichen Tasten befindet sich im unteren Bereich der Tastatur auch ein Trackpad, welches als Maus-Ersatz dient. Bereits in unserem Hands-On haben wir das Feedback der Anschläge als okay empfunden. Allerdings ist es dann doch nicht mit dem einer guten Laptop-Tastatur vergleichbar - das perfekte Schreibgefühl mag im Test dennoch nicht so recht aufkommen.

Gerade für längere Texte empfiehlt es sich daher auf eine zusätzliche USB-Tastatur zurückzugreifen, die sich problemlos über den USB-Port mit dem Surface verbinden lässt. Um unterwegs kurze Texte zu tippen ist die Type-Cover-Tastatur allerdings ein solider Begleiter. Samt Type-Cover-Tastatur (rund 300 Gramm) bringt unser Testgerät etwa 1,1 Kilogramm auf die Waage.

Als weitere Eingabeoption kann der Nutzer den Stylus verwenden. Mit dem Stift lassen sich etwa Notizen in der OneNote-App anfertigen oder kurze Anmerkungen im Edge-Browser machen. Hier ist auch eine Handschrifterkennung vorhanden. Nutzer können also Texte wie auf einem analogen Notizblock niederschreiben und dabei auch auf automatische Wortvorschläge zugreifen. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert die Handschrifterkennung zuverlässig. Nur bei Satzzeichen muss sich der Anwender selbst etwas ausbremsen, da die Erkennung hier nicht immer ganz so präzise arbeitet.

WLAN und UMTS/LTE per Stick

Beim Surface Pro 4 hat Microsoft einen gängigen WLAN-ac-Adapter (802.11 a/b/g/n) verbaut. Auf LTE-Anbindung müssen Nutzer hingegen verzichten. Über den USB-Anschluss lässt sich das Surface allerdings per Mobilfunk-Stick um eine mobile Datenanbindung erweitern. Wir haben einen Huawei-UMTS-Stick verwendet und uns damit problemlos ins mobile Datennetz eingeklinkt. Vermutlich dürfte Microsoft zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Variante mit LTE-Anbindung auf den Markt bringen, wie es bereits bei dem Surface 3 der Fall war. Ein klares Statement von Microsoft fehlt hierzu allerdings.

Kamera- und Videofunktion

Rückwärtige 8-Megapixel-Kamera und der Kickstand des Surface Pro 4Rückwärtige 8-Megapixel-Kamera und der Kickstand des Surface Pro 4 Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten (die Videoaufzeichnungen wurden mit einer Fehlermeldung quittiert) konnten wir mit dem Surface Pro 4 dann in den Kameratest einsteigen. Für die rückwärtige Hauptkamera hat Microsoft dem Surface Pro 4 einen 8-Megapixel-Sensor spendiert. Die Frontcam löst hingegen mit einem 5-Megapixel-Sensor aus. Insgesamt sind drei Sensoren auf der Frontseite des Geräts angebracht, die für die Tiefenerkennung des Gesichts gerüstet sind und damit Windows Hello an Bord des Tablets bringen.

Unter Windows 10 gibt es eine spezielle Kamera-App, die bereits auf dem System vorinstalliert ist. Eine gesonderte Hardwaretaste ist an dem Gerät nicht integriert, um die Kamera-Anwendung direkt zu öffnen. Stattdessen können Anwender die Funktion über die Eingabe von "Kamera" in der Suchleiste ansteuern. Anschließend kann der Nutzer per Touchbefehl festlegen, welcher Bereich fokussiert werden soll. Ist der Anwender mit der Auswahl zufrieden, drückt er kurz auf das Kamerasymbol und der Schnappschuss wird ausgelöst. Die so entstandenen Fotos werden in der linken oberen Bildschirmecke angezeigt und können per Touchgeste geöffnet werden. Mit einer Wisch-Geste navigiert der Nutzer zwischen den einzelnen Aufnahmen hin und her. Des Weiteren können Fotos bearbeitet werden, indem der Anwender das Bleistift-Icon anwählt. Neben einer Autokorrektur-Funktion können auch detailliertere Bearbeitungsschritte durchgeführt werden. So können Nutzer etwa einen speziellen Bildausschnitt festlegen. Abschließend lässt sich ein Foto über das Disketten-Symbol abspeichern. Weiterhin erlaubt es die Kamera-App jederzeit zwischen der vorderen und der rückwärtigen Kamera hin- und herzuwechseln. Zudem können auch Videoaufnahmen erstellt werden. Auch diese lassen sich mit einem Mini-Schnitt-Tool direkt im Anschluss bearbeiten.

Die Fotos und Videos sind für Schnappschuss-Aufnahmen und kurze Clips in mittlerer Qualität völlig ausreichend und es fallen keine massiven Schwächen auf, wenn die eigenen Ansprüche nicht zu hoch angesetzt sind. Damit Sie sich einen selbst einen Eindruck von der Fotoqualität des 8-Megapixel-Sensors machen können, haben wir ein Bild angefügt: Klick!

Auf der nächsten Seite klären wir, wie gut die Gesichtserkennung von Windows Hello, das Touch-Display, die Offline-Navigation und Windows 10 Pro funktionieren und schließen mit einem Fazit.

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