Die
Vergabe einer vierten Mobilfunklizenz in Frankreich sorgt für Ärger. Die etablierten Anbieter
SFR und
Bouygues Telecom erklärten, sie hätten gegen
das Vergabeverfahren beim Staatsrat als höchstem französischen Verwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Sie werfen der Regierung vor, die Lizenz zu
billig abzugeben und damit den wahrscheinlichen Käufer
Free zu bevorzugen. Für diesen wurde heute der Weg praktisch frei, nachdem sich die
gemeinsam bietenden Mitinteressenten Virgin Mobile und Numericable zurückzogen.
Der Internetanbieter Free gehört zur Telekomgruppe Iliad, die
vergangenes Jahr von Telecom Italia den französischen Teil der Internet-Firma Alice übernommen hatte. Frankreich hatte im Jahr 2000 drei Lizenzen für den
schnellen UMTS-Mobilfunk an die Betreiber SFR, Orange und Bouygues Telecom für jeweils 619 Millionen Euro verkauft.
Vierte UMTS-Lizenz soll 240 Millionen Euro kosten
Die vierte Lizenz soll nun lediglich 240 Millionen Euro kosten. Der Staat begründet das damit, dass diese Lizenz nur ein Drittel des Frequenzspektrums der anderen Lizenzen umfasst. Die etablierten Anbieter sind aber der Meinung, dass der Newcomer unabhängig davon für den Markteintritt so viel bezahlen müsse wie sie. SFR und auch die France-Télécom-Tochter Orange haben in Brüssel bereits Beschwerde gegen das Vorgehen eingelegt.