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Fotos, WLAN, Laser - Was macht das Street-View-Auto wirklich?18.05.2010
17:40 Unberechenbare Datenkrake oder harmloser Dienst? Ein HintergrundInhaltsverzeichnis:1. Was erfassen die Street-View-Kameras?2. Auch Daten werden gesammelt: WLAN und GPS
"Google hat den Datenverkehr in WLAN-Netzen gespeichert",
tönte es am
vergangenen Wochenende aus den Fernsehern der Nation und die Empörung
über das Projekt Street View von Google kochte ein weiteres Mal auf.
Schon seit Monaten beschäftigt Street View die Medien und die Bevölkerung. Doch
nur wenige wissen etwas mit den futuristisch wirkenden Autos mit Kameraanlage
anzufangen - welche Daten aufgezeichnet werden, noch weniger. Dabei sind
viele Informationen öffentlich, über viele andere wird gemunkelt. Der Versuch einer Aufklärung.
nächste Seite: Auch Daten werden gesammelt: WLAN und GPS
Heute melden zahlreiche Medien, Google scanne die Häuser auch per Laser und tue so,
als sei dies die neueste Erkenntnis, die man über das vermeintliche Hassprojekt
enttarnt hätte. Doch dem ist nicht so. Schon seit mehr als zwei Jahren ist bekannt,
dass unter den insgesamt neun Fotokameras (acht für den Rundumblick und eine für den Himmel)
auch drei Lasermessgeräte installiert sind. Sie scannen die Straßen, durch die sie fahren,
und ermöglichen so die dreidimensionale Erfassung des Straßenlandes.
Google will damit später einmal 3D-Landschaften der Städte rekonstruieren und online stellen. Aktuell gibt es schon 3D-Ansichten von Städten, allerdings auf anderer Technologie. Zum einen können Nutzer selbst Modelle von dreidimensionalen Gebäuden erstellen und bei Google Maps bzw. Earth entsprechend einstellen. Auch deutsche Städte sind zum Teil per dreidimensionalem Flug durch die Stadt zu erkunden. Berlin wurde dabei offensichtlich per Satellitensignal in 3D erstellt. Eine Erfassung mit den Lasern auf Straßenebene ist deutlich präziser. Was erfassen die Kameras?Die Kameras auf dem Dach der Autos sind in einer Höhe von etwa 2,90 Meter angebracht. Das ist deutlich höher als die Augen der Passanten auf der Straße, aber nicht so hoch, dass noch nie jemand aus dieser Höhe in einen Vorgarten hätte sehen können. Zumindest die Fahrer großer LKW erreichen eine ähnliche Höhe. Google argumentiert, dass man mit der Höhe erreichen wollte, über PKW und Passanten hinweg zu sehen, ohne ihnen "direkt ins Gesicht" zu fotografieren. Dafür hätte aber auch eine geringere Höhe, etwa auf 2,20 oder 2,50 Meter gereicht. Personen und Kennzeichen auf den Fotos sollen mittels einer Software anonymisiert werden. Das gilt aber nicht für die Werbebeschriftungen auf Autos oder an Läden. Hier muss sich ein Betroffener im Umkehrschluss aber auch fragen lassen, wofür er Werbung macht, wenn diese nicht auf zufällig gemachten Bildern auftauchen soll. Dass Privatleute ein Interesse daran haben können, dass ihr Gesicht oder ihr Auto nicht erkannt wird, ist indes nachvollziehbar. Szenario des Fotos vor dem Haus der Geliebten recht unwahrscheinlich
Nicht nachvollziehbar ist indes, woher die Argumentation kommt, die Street-View-Aufnahmen kämen Einbrechern gelegen. Social-Media-Berater Jens Best sagte Anfang des Monats im Gespräch mit dem Deutschland-Radio: "Ich habe noch nicht viele Einbrecher gesehen, die sich von Häusern abgeseilt haben und dann mit einem großen Sack die Straße lang gelaufen sind." Denn nur die Frontseite eines Gebäudes wird auf Street View gezeigt - keine Hinterhöfe, keine Gartentüren oder Terrassen, die von der Straßenseite abgewandt liegen. Die Daten auf Street View spiegeln genau das wider, was tausende Passanten täglich sehen, wenn sie durch eine Straße gehen. "Die meisten, die Angst haben vor Street View, haben es noch nie genutzt", so Best.
Welche Daten sonst gesammelt werden, lesen Sie auf der zweiten Seite.
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