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Test: Bei vielen Bezahlverfahren drohen Extra-Kosten

Selbst bei seriösen deutschen Online-Shops lauern Kostenfallen - und zwar bei den Versandkosten und Extrakosten für verschiedene Zahlungswege. Die Stiftung Warentest hat die Bezahlverfahren von 30 wichtigen Online-Shops unter die Lupe genommen.
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Bei vielen Bezahlverfahren drohen Extra-KostenBei vielen Bezahlverfahren drohen Extra-Kosten Gerade in der Vorweihnachtszeit ist Online-Shopping für viele Verbraucher wieder eine lukrative Alternative zu überfüllten Geschäften mit weihnachtlichem Gedudel aus den Lautsprechern. Die Stiftung Warentest hat sich darum einmal die Bezahlverfahren von 30 bekannten Online-Shops in Deutschland angeschaut und kommt in ihrem Test zu dem Ergebnis, dass es beim Shopping im Internet nach wie vor Überraschungen gibt - und dass für manche Bezahlverfahren hohe Extrakosten drohen.

Die Tester bemängeln auch, dass einige Bezahlverfahren in manchen Shops höhere Versandkosten nach sich ziehen und dass bei einem Großteil der Shops kein Kauf auf Rechnung möglich ist. Im Übrigen weisen die Experten darauf hin, dass der Kunde bei jedem Kauf Daten weitergibt, deren Verwendung er später nicht kontrollieren kann.

Unterschiedliche Anforderungen der Nutzer an einen Shop

Unter den 30 getesteten Shops finden sich auch die umsatzstärksten in Deutschland wie Amazon, Otto und Conrad. Zwei Testkäuferinnen hat die Stiftung Warentest mit den Einkäufen beauftragt, und zwar eine 21-jährige angehende Studentin, die mit moderner Technik aufgewachsen ist, sowie eine 78-jährige Seniorin, die sich den Umgang mit Computer und Internet selbst beigebracht hat.

Die Seniorin legte Wert darauf, bei einem Shop zu kaufen, bei dem die Bestellung ohne Registrierung eines Accounts möglich ist. Dies war nicht in jedem Fall möglich. Die angehende Studentin hatte ihr Produkt zu einem akzeptablen Preis bei einem seriösen Online-Shop gefunden, sollte dann aber plötzlich für die Bezahlung per Paypal nochmals 22,65 Euro extra berappen. Auch sie wechselte daraufhin zu einem anderen Shop ohne diese hohe Zusatzgebühr.

In einer Grafik hat die Stiftung Warentest die Umsatzanteile der verschiedenen Zahlungsarten in Deutschland visualisiert. Am beliebtesten ist nach wie vor der Kauf auf Rechnung mit einem Umsatzanteil von 48 Prozent. Dies sei eine der sichersten Zahlungsarten, allerdings würden viele Händler dafür Gebühren verlangen. An zweiter Stelle folgt die Lastschrift, bei der der Händler die Ware schnell versenden könne. Allerdings müsse der Kunde auf dem Kontoauszug kontrollieren, ob der Händler den korrekten Betrag abgebucht hat.

Weitere Zahlungsverfahren mit Vor- und Nachteilen

Platz drei belegt mittlerweile Paypal, das in der Regel eine schnelle Warenlieferung nach sich zieht. Die Stiftung Warentest bemängelt aber, dass man dafür seine Konto- oder Kreditkartendaten einem US-amerikanischen Unternehmen anvertrauen muss. In der Beliebtheitsskala folgt auf Paypal die Zahlung per Kreditkarte. Obwohl damit die Lieferung in der Regel auch schnell zum Kunden kommt, kritisieren die Tester die mitunter hohen Preisaufschläge oder teureren Versandkosten, da die Händler die Gebühren der Kreditkartenunternehmen an die Kunden weiterreichen.

Keinen Vorteil sehen die Experten bei der immer noch verwendeten Zahlung per Vorkasse. Im Gegenzug müsse ein Kunde bei einer Retoure selbst dafür sorgen, wie er sein Geld wieder bekommt. Und bei einer Insolvenz des Händlers sei das Geld in der Regel verloren oder müsse mühsam beim Insolvenzverwalter reklamiert werden.

Auf den hinteren Plätzen der Beliebtheitsskala folgen Ratenkauf, Nachnahme, Sofortüberweisung, Bezahlung bei Abholung, Amazon Payments sowie Giropay. Laut den Testern drohen bei der Nachnahme ebenfalls Zusatzkosten und der Kunde muss bei der Paketübergabe anwesend sein. Bei der Sofortüberweisung kritisieren die Experten, dass sensible Bankdaten an einen externen Dienstleister weitergegeben werden, was ein erhebliches Risiko für die Datensicherheit berge. Mehr anfreunden kann sich die Stiftung Warentest mit Giropay, das direkt von den Sparkassen und diversen Banken angeboten wird. Bei Amazon Wallet bemängeln die Tester wie bei Paypal, dass ein US-Unternehmen die Daten deutscher Kunden erhält.

Besonderheiten bei einzelnen Online-Shops

In ihrer Test-Tabelle hat die Stiftung Warentest keine Einstufung der Shops nach Schulnoten vorgenommen. In einer Spalte wird angezeigt, bei welchen Shops auch ohne Registrierung bestellt werden kann. Einen komplett kostenfreien Versand gewähren lediglich Mister Spex und Zalando. Kauf auf Rechnung ist (zum Teil erst ab 18 Jahre) uneingeschränkt möglich bei Baur-Versand, Bonprix, Conrad, DocMorris, Globetrotter, Hagebaumarkt, Heine, MyToys, Otto und Tchibo.

Bestellobergrenzen eingeführt haben laut den Recherchen der Stiftung Warentest Alternate (bei Rechnung, Paypal, Sofortüberweisung und Kreditkarte), Amazon (für Neukunden), Blume 2000 (bei Rechnung), Conrad (bei Nachnahme), Medimops (bei Lastschrift) und Zalando (für Rechnung, Paypal und Kreditkarte).

Extrakosten für diverse Bezahlwege verlangen Alternate (für alle außer Vorkasse), Amazon (bei Rechnung), Cyberport (bei Paypal und Kreditkarte), Deutsche Bahn (bei Paypal und Kreditkarte), Notebooksbilliger.de (für Paypal) und Zooplus (bei Paypal). Einen recht niedrigen Mindestbestellwert für Gratisversand haben Medimops (10 Euro), Zooplus (19 Euro), DocMorris (20 Euro) und Tchibo (20 Euro). Conrad liefert erst ab 300 Euro Bestellwert versandkostenfrei, es sei denn man bezahlt per Sofortüberweisung, dann werden Bestellungen über 20 Euro Warenwert versandkostenfrei geliefert.

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