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Stichwort "Moorestown": Intels neue Netbook-Plattform27.02.2009
19:46
Intels mobile Hardware-Basis der Zukunft heißt "Moorestown". In einem Jahr sollen erste Netbooks und mobile Internet-Geräte (MID) auf den Markt kommen, die von "Atom"-Kraft bei um Faktor 10 verringertem Stromhunger profitieren. Auf der CeBIT wird der Chiphersteller Moorestown präsentieren, doch bevor auch das Netbux-Team nach Hannover aufbricht, machen wir einen Faktencheck.
Das Licht der Weltöffentlichkeit hat Moorestown schon im vergangenen Jahr erblickt - beim Intel Developer Forum im taiwanesischen Taipeh vergangenen Oktober. Unter diesem Codenamen führt Intel den Nachfolger der aktuellen Menlow-Plattform: Während im Vorgänger noch ein Atom-Chip vom Typ Silverthorne zum Einsatz kommt, hat in Moorestown der Lincroft-Prozessor seinen ersten Auftritt. Auch er ist in 45-Nanometer-Bauweise gefertigt, verbraucht aber deutlich weniger Strom. Dabei ist es nicht nur der Prozessor allein, der der Batterie zu Leibe rückt. Auch die Grafik-Chips und die diversen Controller für Festspeicher, RAM und Peripheriegeräte nagen an den Akkuzellen. Moorestown kombiniert auf einem Chip einen Atom-Prozessorkern und die Controller zu einer Einheit (SoC) mit dem Codenamen "Lincroft" und einen Input-Output-Hun (I/O-Hub) namens "Langwell", dem auch die Steuerung von Funkmodulen obliegt. Was aber bringt ein auf Sparsamkeit getrimmter Motor eines Kleinwagens, wenn sein Besitzer rücksichtslos mit Vollgas, vollbeladenem Kofferaum und unnützem Sperrgut auf der Rückbank durch die Gegend fährt? Für Moorestown heißt das übersetzt: nicht mit Vista befeuern, sondern bitte mit einem angepassten System, das die Ressourcen schont und das Sparpotential nutzt - dann erreicht man auch um den Faktor 10 geringeren Stromverbrauch. Intel sponsert "Moblin", ein Open-Souce-Projekt für die Entwicklung von Software für all die handlichen Internet-Geräte. Das Moblin-Team ist in der Entwicklung von Moblin V2 weit fortgeschritten: Das Linux-Derivat bootet auf einem mit SSD ausgestatteten EeePC 901 in nur fünf Sekunden, fast langsam erscheint der 13-sekündige Startvorgang auf einem System mit Festplatte.
Noch ist es Zukunftsmusik - aber an dieser Zukunft will sich auch LG beteiligen. Das südkoreanische Unternehmen ist erster Partner von Intel für die Moorestown/Moblin V2-Plattform und will Anfang nächsten Jahres zu den ersten gehören, die ein entsprechendes MID auf den Markt bringen - so zumindest die Ankündigung auf dem Mobile Worls Congress in Barcelona vor gut zwei Wochen. Allerdings schläft die Konkurrenz nicht: Nvidia hat eine vergleichbare Plattform namens Ion (wir berichteten) in Vorbereitung und will mit den Tegra-Prozessoren dem Stromhunger der kleinen binären Rechenkünstler begegnen. [Bilder: teltarif.de] So werden beziehungsweise könnten die zukünftigen MIDs aussehen: Ole Meiners
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