Einen Prozessor mit hoher Taktung, eine teure
Grafikkarte und viel Arbeitsspeicher: Das halten viele PC-Nutzer für
die wichtigsten Voraussetzungen für einen schnellen Computer. Doch
das eigentliche Nadelöhr für die fixe Datenverarbeitung sei oft die
Festplatte, erklärt Boi Feddern von der Zeitschrift
c't. Eine
flottere Alternative zur herkömmlichen ferromagnetischen Festplatte
ist die Solid State Drive, kurz
SSD. "SSD ermöglichen sehr schnelle
Bootzeiten." Das bedeutet: Betriebssystem und Anwendungen lassen sich
besonders rasch starten.
Fehlen beweglicher Teile macht SSDs robust
"Der Einsatz beschleunigt den Rechner mehr als ein schnellerer
Prozessor", sagt Boi Feddern. Für SSDs in Note- oder Netbooks spricht
außerdem, dass sie anders als herkömmliche Festplatten keine Mechanik
besitzen. Das macht sie unempfindlich gegenüber Stößen, die Gefahr
eines Datenverlustes ist geringer. Auch seien sie lautlos im Betrieb
und verschleißfrei, erläutert Andreas Arndt vom Hersteller Buffalo
Technology.
Eine SSD lässt sich so einfach einbauen wie eine normale Platte.
Wichtig ist nur, dass der Computer und das Speichermedium die gleiche
Schnittstelle besitzen. Beim Einbau in einen Desktop-PC ist für eine
2,5-Zoll-SSD ein Einbaurahmen nötig, da PC-Gehäuse üblicherweise auf
3,5-Zoll-Festplatten ausgelegt sind. "Mit Treibern gibt es in der
Regel kein Problem", sagt Feddern.
Nachteil: Geringe Kapazität, hoher Preis

SSDs wie die "MicroStation" von Buffalo sind schneller als herkömmliche Festplatten, besitzen aber eine geringere Speicherkapazität und das GB kostet deutlich mehr.
SSDs haben aber auch zwei große Nachteile. Zum einen gibt es sie
nur mit vergleichbar geringem Speicherplatz: Bei 500 Gigabyte (GB)
ist derzeit Schluss. Kürzlich wurde zwar ein Modell mit einem
Terabyte gezeigt, das aber in Deutschland noch nicht erhältlich ist.
Ein noch schwerwiegenderer Makel sind die, am Speicher gemessen,
um ein Vielfaches höheren Preise. 80 bis 128 Gigabyte kosten um die
200 Euro. Und zum Beispiel die 256-GB-SSD aus Western Digitals Serie
SiliconEdge Blue kostet 670 Euro. Eine herkömmliche Festplatte mit
einem Terabyte - also einer viel höheren Kapazität - gibt es schon
für weniger als 100 Euro.
SSD für das Betriebssystem, Festplatte für die Daten
Daher rechnet es sich nicht, die bisherige Festplatte durch eine
ebenso große SSD zu ersetzen. "Noch sind SSDs sehr hochpreisig und
nicht voll im Markt etabliert", sagt Andreas Arndt von Buffalo. Ein
Vordringen in den Massenmarkt erwartet er erst für 2011. Dann sollen
neue Fertigungstechnologien zu deutlich sinkenden Preisen führen.
Nach Fedderns Worten ist es aber durchaus sinnvoll, jetzt schon
eine kleine SSD mit 30 oder 40 GB zusätzlich zur Festplatte in den
Rechner einzubauen. Auf ihr ist genug Platz für das Betriebssystem
und verschiedene Anwendungen, die sich dann schneller starten lassen.
Upgrade-Kits für Desktops, externe Varianten zum Mitnehmen
Laut dem Experten bieten manche Hersteller "Upgrade-Kits" an. Sie
enthalten neben einer SSD im 2,5-Zoll-Format samt Einbaurahmen eine
sogenannte Clone-Software. Mit Letzterer lassen sich auf der Platte
installierte Programme einfach auf die SSD übertragen, ohne dass eine
Neuinstallation notwendig wäre.
SSD-Speicher gibt es aber nicht nur zum Einbauen in Notebooks oder
Desktop-PCs: Buffalo etwa hat auch eine auf dieser Technologie
basierende externe Festplatte im Programm: die Microstation SSD. Sie
hat etwa das Format einer Zigarettenschachtel und wird über USB 2.0
mit dem Rechner verbunden. Die 32-GB-Version kostet 115 Euro. Der
Speicherhersteller Verbatim wartet mit einer SSD als "Secure
ExpressCard" inklusive Premium-AES-256-Bit-Hardwareverschlüsselung
auf. Der Speicher wird in die entsprechende Notebook-Schnittstelle
gesteckt und schlägt in der 32-GB-Ausführung mit 159 Euro zu Buche.
2,5-Zoll-Festplatten brauchen nicht mehr Strom als SSDs
Oft führen Hersteller für SSD auch das Argument eines geringeren
Stromverbrauchs ins Feld: Die Speicher saugten die Akkus von mobilen
Rechnern weniger schnell leer als eine herkömmliche Festplatte, heißt
es dann. "Das stimmt im Vergleich zu 3,5-Zoll-Festplatten, wie sie in
Desktop-PCs eingesetzt werden", sagt Feddern. Die kleineren
Notebook-Platten im 2,5-Zoll-Format verbrauchen jedoch weniger Strom.
"Und so führt der Einsatz einer SSD kaum zu einer längeren
Akkulaufzeit."