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iKiosk auf dem iPad: Ab Montag mehr als 100 Zeitungen

10.12.2011
12:28

Springer öffnet digitalen Zeitungskiosk für andere Verlage

iKiosk für das Apple iPad
iKiosk für das Apple iPad
Der Medienkonzern Axel Springer will seine Inhalte im Internet verstärkt kostenpflichtig machen. Nach Bezahlangeboten für Apps auf Tablets und Smartphones wolle das Unternehmen nun auch mehr und mehr für Inhalte Geld verlangen, die Nutzer im Internet per Browser abrufen könnten, kündigte Vorstandschef Mathias Döpfner am Freitag in Berlin an. Den Anfang werde 2012 die Zeitung Die Welt machen. Als Vorbild nannte Döpfner die New York Times, die Teile ihres Angebots hinter eine sogenannte Paywall stellt.

Gleichzeitig öffnet Europas größtes Zeitungshaus (Bild, Die Welt) seinen digitalen Medienshop für Tablet-Computer, iKioskm auch für Titel anderer Verlage. Mehr als 100 Zeitungs- und Zeitschriftentitel unterschiedlicher Verlage sind dort vom kommenden Montag an als E-Paper im Einzelkauf und im Abonnement zu finden. Neben Springer-Titeln wie Die Welt, Bild oder Hörzu sind unter anderem auch die digitalen Ausgaben folgender Medien mit dabei: Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, taz, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Rheinische Post oder Abendzeitung München.

Damit tritt der Konzern in Konkurrenz zu anderen elektronischen Verkaufsplattformen wie etwa Pubbles (Bertelsmann), Pageplace (Deutsche Telekom) oder zu Apple, dessen mit dem iOS5-Betriebssystem eingeführter digitaler Zeitungskiosk von deutschen Verlagen bislang kaum angenommen wird. Döpfner erklärte: "Wir öffnen den iKiosk für die Zusammenarbeit mit anderen Verlagen, denn der Ausbau hin zu einer verlagsübergreifenden Vertriebsplattform ist für unsere Branche eine attraktive Möglichkeit, die Akzeptanz von Bezahlinhalten zu steigern."

Springer sieht Online-Zukunft optimistisch - iKiosk für Android geplant

Döpfner warnte vor Pessimismus im Zusammenhang mit dem Internet. So habe Axel Springer erstmals in diesem Jahr weltweit mehr Werbung mit digitalen Aktivitäten verkauft als mit Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland. "Wir gewinnen mehr Werbeerlöse im digitalen Geschäft." Insbesondere im nicht-journalistischen Bereich seien die Gewinnmargen sehr hoch.

Der Direktor für Premiuminhalte, Georg Konjovic, bezeichnete den iKiosk als das Angebot mit der vielfältigsten E-Paper-Auswahl auf dem iPad und betonte: "Wir sind auch für weitere Partner offen. Alle Anbieter von Zeitungen und Zeitschriften sind nach wie vor eingeladen, sich am iKiosk zu beteiligen." Der iKiosk ist auf Zeitungen und Zeitschriften im PDF-Format spezialisiert, er bietet keine E-Books und Spiele an.

Von den Einnahmen auf dem Tablet-Computer können die Verlage laut Konjovic rund 60 Prozent für sich behalten. 30 Prozent bekommt Apple (da der iKiosk eine App für das iPad ist), zehn Prozent bleiben bei Springer. Für digitale Angebote außerhalb der Apple-Plattform, bei denen der US-Konzern nicht mitverdient, will Springer künftig rund 20 Prozent der Einnahmen behalten. Dann verblieben 80 Prozent bei den teilnehmenden Verlagen. Entsprechende Angebote sollen über das Online-Angebot www.ikiosk.de im kommenden Jahr zur Verfügung stehen. Danach ist auch ein Angebot für Tablets geplant, die auf dem Android-Betriebssystem von Google basieren.

Konjovic kündigte zudem an, dass sich Springer mit seinen Titeln nicht von anderen Kiosk-Angeboten wie etwa Pageplace zurückziehen werde. "Ebenso wie in der analogen Welt beliefern wir auch in der digitalen Welt alle relevanten und für uns wirtschaftlich sinnvollen Kiosk-Angebote."

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre