Festnetzgespräche

Sprachtelefonie verlagert sich in Mobilfunknetze

Auch IP-basierte Sprachtelefonie wird wichtiger
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Wie der Branchenverband Bitkom unter Berufung auf Zahlen der Bundesnetzagentur mitteilt, verlagere sich die Nutzung der Sprachtelefonie mehr und mehr vom klassischen Festnetz hin in die Mobilfunknetze.

Im Jahr 2011 habe sich die Zahl der abgehenden Sprachminuten auf 191 Milliarden Minuten reduziert. Das sind zwei Prozent weniger als 2010. Zwei Faktoren sind für diesen Rückgang von wesentlicher Bedeutung: Einerseits nehme die Nutzung von Mobilfunk-Angeboten stetig zu, andererseits würden Dienste wie Skype stärker genutzt, die in der Statistik der Bundentzagentur daher nicht auftauchen. Als Basis nutzt die Bundesnetzagentur ausgehende Gespräche, jedoch keine zu Mehrwert-Rufnummern und in Mobilfunknetze.

Gespräche werden heute über verschiedene Technologien abgewickelt.Gespräche werden heute über verschiedene Technologien abgewickelt. Bereits im Jahr 2010 wurden rund 40 Milliarden Gesprächsminuten über IP-basierte Netze abgewickelt, das entsprach einem Anteil von 21 Prozent. Für die nächsten Jahre wird weiterhin ein starkes Wachstum der paketvermittelten Telefonie erwartet, das auf Kosten der klassischen leitungsvermittelten Telefonie gehen wird. Vor allem Neuanschlüsse werden häufig paketvermittelt eingerichtet.

Wie der Verband Bitkom mitteilt, telefonieren in Deutschland nur 12 Prozent der Haushalte ausschließlich über das Mobilfunknetz. In anderen europäischen Ländern ist diese Zahl zum Teil deutlich höher. Zwei Drittel der Telefonate laufen aber über den "Festnetzanschluss", also entweder analog, ISDN oder Voll-IP-Anschluss.

Telekom noch immer Marktführer

Die Zahlen der Bundesnetzagentur belegen deutlich, dass die Deutsche Telekom immer noch mit großem Abstand Marktführer gegenüber allen Mitbewerbern ist. Die Telekom alleine hat im Jahr 2010 über ihr Netz 101 Milliarden Gesprächsminuten abgewickelt, während die Wettbewerber zusammen auf 94 Milliarden Minuten kamen. Zwar liegen für 2011 noch keine genauen Zahlen vor, jedoch gehen die Schätzungen für 2011 davon aus, dass die Telekom auf etwa 99 Milliarden Minuten kommt und die Wettbewerber auf 92 Milliarden.

Die Aufstellung berücksichtigt, dass es zwei Arten von paketvermittelter Internet-Telefonie gibt. Einerseits gibt es Voice-over-IP, das die Sprachdaten zusammen mit dem restlichen Datenverkehr verschickt. IP-basierte Telefon-Anschlüsse werden zwar technisch über das Internet-Protokoll verschickt, jedoch getrennt von anderen Daten verarbeitet. Damit kann der Anbieter gleichbleibende Sprachqualität garantieren. Normale Internet-Telefonie wird über die öffentliche Infrastruktur verschickt und ist somit der Auslastung des allgemeinen Internet ausgesetzt, was die Nutzer dann an einer schlechteren Sprachqualität, Verzerrungen oder Verbindungsabbrüchen bemerken. Die Bundesnetzagentur erfasst bei ihren Zahlen zur Festnetztelefonie neben den klassischen Anschlussformen lediglich Voll-IP-Anschlüsse und keine Minuten aus "einfachem" VoIP.

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