Dreckiges Dutzend

"Dreckiges Dutzend": Deutschland ist keine Spam-Schleuder mehr

Deutschland fällt beim Spam-Versand auf Platz 26, vier asiatische Länder steigen auf
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Deutschland gehört nicht mehr zu den schlimmsten Spam-Schleudern der WeltDeutschland gehört nicht mehr zu den schlimmsten Spam-Schleudern der Welt Deutschland gehört nicht mehr zu den schlimmsten Spam-Schleudern der Welt. Dies zeigt der neue Report der Firma Sophos zum "Dreckigen Dutzend" der schlimmsten Spam-Versender. Gegenüber dem ersten Quartal 2011 fiel Deutschland von Platz 10 auf Platz 26.

Anfang des Jahres gehörte Deutschland noch zum "Dreckigen Dutzend"

Die Sicherheitsfirma Sophos veröffentlicht seit einigen Jahren regelmäßig einen Report über die Länder mit dem weltweit höchsten Aufkommen an Spam-Versand. Die ersten zwolf Länder auf der Liste der schlimsten Spam-Versender werden gerne als "Dreckiges Dutzend" bezeichnet. In der Vergangenheit war Deutschland immer wieder einmal in diesem nicht gerade erlauchten Kreis vertreten - im Jahr 2011 haben allerdings andere Länder Deutschland beim Spam-Versand überrundet.

Noch zu Beginn des Jahres stand Deutschland auf der Liste der weltweit schlimmsten Spam-Versender auf Platz 10. Nach den neuesten Zahlen der Firma Sophos fiel Deutschland im neuen Report auf Platz 26 zurück. Der aktuelle Report berücksichtigt dabei den Zeitraum von Juli bis September, also das dritte Quartal.

USA weiterhin Weltmeister, "Spam-Karriere" für vier asiatische Länder

Mehrere europäische Nationen fielen ebenfalls aus dem "Dreckigen Dutzend". Großbritannien, das im Vorjahresquartal noch den 5. Platz belegte und 5 Prozent der weltweiten Spam-Meldungen verschickte, steht derzeit auf Platz 16. Österreich und die Schweiz sind nur noch in den hinteren Rängen auf Platz 55 und 61 vertreten. Nachdem Russland im Vorjahr aus dem "Dreckigen Dutzend" verschwunden war, ist es in diesem Jahr wieder in die Liste zurückgekehrt und nimmt im 3. Quartal 2011 den 4. Platz ein.

Obwohl die USA nach wie vor das schlimmste Spam-Land sind sind, tragen asiatische Nationen jetzt deutlich mehr zum Spam-Versand bei als noch vor einem Jahr. Mit 9,6 Prozent aller global verschickten Spam-Mails rückt Südkorea auf den zweiten Platz hinter die USA vor. Indien belegt mit 8,8 Prozent des weltweiten Spam-Aufkommens den dritten Platz. Zudem sind mit Indonesien, Pakistan, Taiwan und Vietnam vier weitere asiatische Staaten zum "Dreckigen Dutzend" hinzugekommen.

Die Liste der Top 12 Spam-Nationen von Juli bis September 2011 (3. Quartal)

1. USA: 11,3 Prozent
2. Südkorea: 9,6 Prozent
3. Indien: 8,8 Prozent
4. Russland: 7,9 Prozent
5. Brasilien: 5,7 Prozent
6. Taiwan: 3,8 Prozent
7. Vietnam: 3,5 Prozent
8. Indonesien: 3,3 Prozent
9. Ukraine: 3,1 Prozent
10. Rumänien: 2,8 Prozent
11. Pakistan: 2,0 Prozent
12. Italien: 1,9 Prozent

Andere: 36,3 Prozent

Nutzer unterschätzen oft Gefahr, die von Spam ausgeht

"Ein Problem bei der Verbreitung von Spam sind häufig die Nutzer selbst. Sie lassen sich oftmals in Versuchung bringen, etwas über Spam-Nachrichten zu kaufen, denn das ist es, was sich für die Spammer lohnt. Unerwünschte E-Mails sollten daher direkt in den Papierkorb verschoben werden", sagt Sascha Pfeiffer, Principal Security Consultant bei Sophos.

"Spam-Mails sind oft einfach nur lästig, können aber auch einen böswilligen Angriff darstellen. Im schlimmsten Fall wurde eine Spam-Nachricht entworfen, um Computer mit einem Trojaner zu infizieren oder Bankdaten abzugreifen", so Pfeiffer. "Immer mehr Menschen in Asien bekommen Zugang zum Internet und ergreifen nicht die richtigen Maßnahmen, um ihre Computer vor einer Infektion zu schützen. Dies ermöglicht das Wachstum von Botnets."

Die überwiegende Mehrheit der Spam-Mails wird nach Auffassung von Sophos über Botnets verteilt. Dies sind Netzwerke von infizierten Rechnern, so genannten Zombies, die unter der Kontrolle von Spammern stehen. Computer-Nutzer laufen Gefahr, Teil eines Botnets zu werden, wenn sie keine aktuelle Anti-Virus-Software benutzen und nicht die neuesten Sicherheitsinstallationen verwenden. Zu den typischen Infektions-Methoden zählen das Klicken auf Links oder das Öffnen von Anhängen in Spam-Nachrichten. Das Problem ist nach Aussage von Sophos nicht auf traditionelle E-Mail-Nachrichten beschränkt. Ebenso betroffen seien Social-Network-Dienste, in denen Betrüger mit Spam-verseuchten Umfragen Geld verdienen.

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