Passend zum Start der Leipziger Buchmesse gelangte der Sony Reader PRS-505 Anfang März auf den deutschen Markt. Zwar
waren bereits digitale Lesegeräte anderer Hersteller hierzulande zu kaufen, doch konnte kaum eines dieser Modelle einen
vergleichbaren Medienrummel entfachen. Ein möglicher Grund hierfür könnte in der Positionierung des Sony Reader im
E-Book-Geschäft liegen – der Sony Reader PRS-505 wird als ernsthafter Konkurrent des
Amazon Kindle gehandelt, das bisher nur in den USA verfügbar ist. Im Gegensatz zur
Amazon-Variante, die sich nach dem Vorbild von Apple und iTunes möglichst nur mit Dateien aus dem hauseigenen
Online-Shop synchronisieren lässt, verfolgt Sony eine offenere
Strategie: Der Sony Reader unterstützt mehr Formate, darunter das allgemein zugängliche Format EPUB, Microsoft
Word sowie Adobe PDF. Auf diese Weise ist auch das Herunterladen von freien, kostenlosen Datensätzen möglich.
Das klingt vielversprechend, doch inwieweit kann der Sony Reader PRS-505 insgesamt überzeugen? Wie verhält sich das Gerät
im tatsächlichen Gebrauch? Und wie sehr unterscheidet sich das digitale Lesen von der herkömmlichen Methode? Wir haben
versucht, diesen Fragen bei einem Test auf den Grund zu gehen.
Geh’ mir (immer noch) aus der Sonne!

Hinter jedem E-Book-Reader steckt ein technikbegeisterter Kopf.
Ein hellbrauner Kunstleder-Einband, der das leicht glänzende Aluminium umhüllt – so präsentiert sich der Sony Reader dem
äußerlichen Blick - soll vermutlich an ein Buch erinnern. Oder an ein Notizheft? Für eine solche Assoziation ist das Gerät
allerdings ein wenig zu groß. In jedem Fall bringt es mit seinen 260 Gramm sicherlich nicht so viel auf die Waage wie ein
weltliterarischer Wälzer. Was die Darstellung der Inhalte angeht, verwendet das Lesegerät die so genannte E-Ink-Technologie
("elektronisches Papier"). Diese funktioniert reflexiv, das einfallende Licht wird genutzt, und das Bild nicht immer wieder
neu sondern nur ein einziges Mal aufgebaut. Dieses Verfahren spart enorm viel Strom und gewährleistet ein absolut statisches
Bild ohne jegliches Flimmern. Der Text erscheint tatsächlich wie gedruckt.
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Wie bei einem richtigen Buch fehlt bei dem Sony Reader PRS-505 allerdings eine Hintergrundbeleuchtung. Insofern lässt sich
die Helligkeit des Displays auch nicht graduell verändern. Beim abendlichen Lesen vor dem Einschlafen wird daher genauso wie
beim analogen Vorgänger eine Lampe benötigt. Im anderen Extremfall, bei sehr hoher Sonneneinstrahlung, sind die Inhalte in
ausgezeichneter Qualität lesbar. Das Lesen mit dem Sony Reader gestaltet sich demnach in ebensolchen Momenten günstig, in
denen es mit dem klassischen Buch der Fall wäre.
Während einer Akkufüllung ein paar Tolstois
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Vor diesem Hintergrund erscheint es logisch, dass Sony die Akkulaufzeit in Seitenwechseln angibt, da hauptsächlich hierfür Strom
verbraucht wird. Mit einer Füllung kann ungefähr 6 800 Mal "umgeblättert" werden – man könnte damit die 1000-seitige Ausgabe
von "Anna Karenina" also 6,8 Mal lesen. Möchte man allerdings zur selben Zeit ein Hörspiel hören und dessen Text verfolgen
oder schlicht das Lesen mit ein wenig Musik untermalen, verabschiedet sich der Akku deutlich schneller. Das Aufladen des Geräts
erfolgt entweder per USB über den eigenen Rechner (für das vollständige Laden des Akkus werden hier vier Stunden benötigt) oder
mithilfe eines Netzteils (Ladezeit: zwei Stunden), das allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist.
Ein zu groß geratener iPod mit vielen Knöpfen

Anschlussmöglichkeiten des Sony Readers
Die Menüführung erinnert stark an die eines Apple iPods: Bücher können geordnet nach Autoren, Titeln oder Datum ausgewählt werden.
Mit der Menütaste gelangt man wieder eine Ebene zurück. Auf dem so großzügig angelegten Display, dass man eigentlich einen
Touchscreen erwartet, wird alles sehr übersichtlich dargestellt. Um hier etwas zu finden, braucht der ambitionierte Bücherwurm
nicht lange zu suchen.
Anders verhält es sich mit den für die Steuerung des Menüs verantwortlichen Tasten. Von denen existieren nämlich in erster Linie
eine ganze Menge. Irritierend ist, dass es für manche Schritte verschiedene Knöpfe gibt, mit denen sie ausführbar sind. So kann
man beispielsweise auf zwei Arten umblättern oder einen Menüpunkt anvisieren. Auch die am rechten Bildschirmrand vertikal
angeordneten, durchnummerierten Knöpfe wirken leicht deplatziert, da sie eine Hierarchie der ihnen zugeordneten Menüpunkte
suggerieren, die in diesem Sinne nicht gegeben ist. Als großes Manko lässt sich die Gestaltung der für das Umblättern zuständigen
Tasten nennen. Zweifellos zwei der wichtigsten Elemente des Geräts überhaupt, präsentieren sich diese enttäuschend klein und
benutzerunfreundlich. Sie müssen mit Präzision gedrückt werden, um einen Effekt zu erzielen. Überdies fehlt eine Taste zum
Scrollen, die die Bedienung insbesondere bei einer angewendeten Vergrößerungsfunktion erleichtern würde. Es existieren drei
verschiedene Textgrößen: S, M und L.
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