Mobilfunk-Portierung

Erfahrungsbericht: Sofortige Portierung von o2 zu congstar

Verwirrende Informationen bei congstar, keine lange Downtime bei o2
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Verwirrendes Schreiben von der Telekom-TochterVerwirrendes Schreiben von der Telekom-Tochter Seit Mai ist es möglich, die eigene Handynummer auch aus einem laufenden Mobilfunkvertrag heraus zu holen, um sie anschließend zusammen mit einem neuen, idealerweise günstigeren Vertrag zu verwenden. Bislang war ein solcher Rufnummernumzug immer nur zum Ende eines Vertrages möglich. teltarif.de testete die sofortige Rufnummernportierung direkt zum Start. Schon damals war die Umsetzung sehr mühselig und nur mit einigen Telefonaten machbar. Nun, etwa vier Monate später, haben wir einen zweiten Test unternommen. Im konkreten Fall zog die Nummer von o2 um zur Telekom-Tochter congstar.

Um eines vorweg zu nehmen: Problemlos war der Umzug nicht. Und manch Privatnutzer, der sich nicht - so wie die Redakteure der teltarif.de-Redaktion - eingehend mit der Thematik beschäftigen, dürfte damit überfordert sein. Gestartet wurde der Portierungsvorgang am 17. September mit einer Bestellung bei congstar. Dabei gaben wir - so wie es sein muss - die Rufnummer sowie den bisherigen Anbieter - o2 Deutschland - an. Die Möglichkeit, darauf hinzuweisen, dass wir eine sofortige Portierung wünschen gibt es nicht, auch nicht die Möglichkeit, ein Datum anzugeben.

Nur wenige Stunden später kam die erste Ernüchterung. "Leider haben wir von Ihrem bisheriger Anbieter O2-Germany eine negative Rückmeldung erhalten. Die Rufnummernmitnahme kann momentan nicht durchgeführt werden, da bei Ihrem bisherigen Anbieter O2-Germany keine Kündigung Ihrer Rufnummer vorliegt." Das war auch korrekt, eine Kündigung des o2-Vertrags sollte nicht erfolgen. Im eigenen Forum weist congstar darauf hin, dass eine sofortige Portierung nur möglich sei, wenn eine Kündigung beim abgehenden Anbieter vorliegt. "Wenn ihr eine Vertragskarte bei einem anderen Anbieter habt, müsst ihr dort schriftlich kündigen und deutlich den Wunsch nach einer vorzeitigen Portierung vor Vertragsende angeben", heißt es dort.

Keine Kündigung beim alten Anbieter notwendig

Diese dort gegebene Information ist jedoch schlichtweg falsch. Der Sinn einer vorzeitige Portierung ist, dass der Vertrag nicht gekündigt werden muss. Das bestätigte uns auch unsere Nachfrage als Kunde beim Kundenservice von o2. "Damit Sie Ihre bestehende Rufnummer bei einem anderen Anbieter nutzen können, ist es notwendig, dass Sie bei diesem einen Portierungsantrag stellen. Der neue Anbieter stellt dann eine Anfrage an o2. Wenn alle Daten übereinstimmen, kann die Rufnummer frei gegeben werden. Für Ihren hier bestehen bleibenden Mobilfunkvertrag erhalten Sie dann eine neue Rufnummer."

Diese Aussage leiteten wir an congstar weiter - wie vom Anbieter gewünscht per E-Mail. Eine Reaktion erfolgte nicht. Nach einigen Tagen griffen wir dann zum Telefon. Die Hotline teilte uns nach kurzer Rückfrage mit, dass man nun nochmals eine Portierung anfrage. Kurze Zeit später erreichte uns eine E-Mail von o2: "Wir haben den Auftrag zur sofortigen Rufnummernmitnahme aus einem laufenden Vertrag von Ihrem neuen Dienste-Anbieter erhalten." Man informierte uns, dass für die fragliche Rufnummer von congstar eine Anfrage vorliegt.

Ferner informierte uns o2, dass "die weitere Bearbeitung zur Erfüllung der vertraglichen Voraussetzungen und die technische Ausführung der Portierung" ein bis zwei Tage dauern kann. Man wies uns darauf hin, dass wir in diesem Zeitraum nicht erreichbar sind und eine neue Rufnummer bekommen. Abschließend wies uns der Anbieter noch auf die entstehenden Kosten und die Pflicht zur Erfüllung des bestehenden Vertrages hin. Um dem Ganzen zuzustimmen, sollten wir per E-Mail antworten.

Verwirrender Erinnerungsbrief und fehlende Versand-Information

Die Congstar-SIM kommt - mit Verspätung - per DHL ExpressDie Congstar-SIM kommt - mit Verspätung - per DHL Express Schon einen Tag nach der Antwort - am 25. September - bestätigte uns dann auch congstar die Portierung per E-Mail zum 5. Oktober. Einen Tag später - am 26. September - fanden wir in unserem Briefkasten eine "Erinnerung", dass unsere Rufnummernmitnahme abgelehnt wurde. Interessant war die Begründung: abweichende Vertragsdaten. Diese stimmten jedoch - bis auf die Tatsache, dass congstar in seinem Standardbrief konsequent an der Stelle, an der "o2" hätte stehen sollen, den Platzhalter "abgebender_Provider" nutzte. Sollten wir uns bis zum 27. September nicht melden, würde der Vertrag storniert werden.

Postiv: Wir waren weiterhin über die zu portierende Rufnummer zu erreichen. Bislang schaltete o2 die Nummer unmittelbar ab, was zu einer Nichterreichbarkeit der Nummer von bis zu zehn Tagen führte. Im September stellte o2 jedoch Portierungsprozesse um. Auch wenn o2 auf Nachfrage unserer Redaktion nicht bestätigen wollte, dass das auch diesen Prozess betrifft (Begründung: Information nicht für die Öffentlichkeit bestimmt), scheint dem so zu sein. Abgeschaltet wurde die Nummer im o2-Netz erst am 4. Oktober am frühen Nachmittag. Anrufer hörten zu diesem Zeitpunkt den Hinweis aus dem o2-Netz, dass sich die Rufnummer geändert habe und man die Auskunft anrufen möge. Das korrekte Routing ins Netz der Telekom erfolgte (aus den meisten Netzen) erst am nächsten Tag. Zeitgleich mit der Abschaltung informierte uns o2 per SMS über unsere neue Handynummer für diesen Vertrag.

Sehr ärgerlich: Am Portierungstag war die congstar SIM-Karte noch nicht da. Ein Anruf bei der Hotline brachte in Erfahrung, dass der DHL-Express-Bote schon versucht hat, diese eine Woche zuvor zuzustellen. Die Hotline gab uns die Paketnummer und wir klärten die erneute Zustellung mit DHL Express. Leider informierte congstar den neuen Kunden nicht vorher darüber, dass die SIM-Karte versendet wurde. Aufgrund dessen wird der Kunde auch erst kurz vor dem Aktivwerden seines Vertrages skeptisch, wenn die SIM-Karte noch nicht vorliegt. Erst am Tag der Portierung kam von congstar dann eine E-Mail, in der auch die Paket-ID genannt wurde.

Fazit: Prozess läuft besser, aber nicht reibungslos

Auch wenn die Portierung unterm Strich rund läuft, so gibt es auch einige Monate nach der Einführung noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Zwar gilt noch bis Dezember ein Interimsablauf, bei dem viele Anbieter von Hand an diesem Ablauf arbeiten, doch gerade dann sollte ein Blick auf das, was die Mitarbeiter machen, möglich sein. Briefe in denen durchgehend von "abgebener_Provider" die Rede ist, falsche Informationen zur Kündigung, unnötige Ablehnungen einer Portierung, fehlende Informationen über den SIM-Karten-Versand und noch andere kleinere Patzer sind nicht mit dem Massenmarkt kompatibel. Dennoch: Angst haben, dass die Nummer verloren geht, braucht niemand. Nur einen nahtlosen Übergang gibt es nicht und wird es auch ab Dezember nicht geben. Mit einigen Stunden Nichterreichbarkeit ist immer zu rechnen.

Update: congstar reagiert auf Test

Nach der Veröffentlichung dieses Tests hat congstar auf die falschen Informationen reagiert. Weitere Details dazu lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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