Mobilfunk

Sofortige Nummernportierung: Längere Unterbrechung erlaubt

Schaltung von Ersatznummer Voraussetzung für Unterbrechung
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Wenn ein Mobilfunkkunde von der seit Mai möglichen sofortigen Rufnummernportierung Gebrauch machen möchte, muss er aktuell in Kauf nehmen, dass er einige Tage auf seine gewohnte Mobilfunkrufnummer verzichten muss. Das ergab eine Nachfrage unserer Redaktion bei der Bundesnetzagentur. Vorausgegangen waren der Anfrage Hinweise von Lesern, wonach ihnen die Nummer von ihrem Mobilfunkanbieter - im konkreten Fall o2 - sofort deaktiviert wurde und erst nach einigen Tagen wieder beim neuen Anbieter aktiviert wurde. Die Bundesnetzagentur verweist hier auf einen Interimsprozess, der noch übergangsweise bis Dezember gilt, danach darf es derartige Unterbrechungen nicht mehr geben.

Bei der sofortigen Nummernportierung kann der Handynutzer derzeit einige Tage auf gepackten Kartons sitzen bleiben.Bei der sofortigen Nummernportierung kann der Handynutzer derzeit einige Tage auf gepackten Kartons sitzen bleiben. In uns vorliegenden Schreiben aus der Führungsetage des Mobilfunkers an Kunden heißt es, dass die Bundesnetzagentur die Planungen zur Umsetzung der Anforderungen erhalten habe und den Ablauf der Rufnummernmitnahme vor Vertragsende vorläufig bis zum 10. Dezember genau festgelegt habe. "Bis Dezember ist eine besondere Vorabstimmung mit manuellen Schritten notwendig, die derzeit zur aktuellen Ausfallzeit führt", heißt es wörtlich in dem Schreiben. Dabei bezieht man sich auf eine Verordnung der Bundesnetzagentur, über die teltarif.de im Juni berichtet hat.

In dieser Verordnung ist festgelegt, dass die Portierung beim neuen Anbieter angestoßen werden muss, der bisherige Anbieter den Kunden darüber informiert und das Einverständnis einholt und daraufhin der Portierungsprozess weiterläuft. Schon damals kritisierte teltarif.de, dass in der Verordnung nicht festgelegt ist, wie lange der gesamte Prozess dauern darf. Dabei bezogen wir uns jedoch eigentlich darauf, wie viel Zeit zwischen Anstoß des Vorgangs und Abschluss vergehen darf. An eine (längere) Unterbrechung in der Erreichbarkeit der Rufnummer dachten wir jedoch nicht, da diese auch bei einer normalen Portierung nicht üblich ist.

Bundesnetzagentur beanstandet Vorgang des Mobilfunkers nicht

Nach Angaben von o2 werden die Kunden über die mögliche Unterbrechung von acht bis zehn Tagen bei der Portierung informiert. In einem Statement der Bundesnetzagentur gegenüber teltarif.de heißt es, "eine grundsätzliche Unterbrechung von 8 bis 10 Tagen sieht die Festlegung nicht vor". Allerdings schränkt sich der Regulierer ein: "In jedem Fall ist dem Endkunden eine Ersatzrufnummern mit gleichen oder besseren Vertragsbedingungen zur Verfügung zu stellen, über die er erreichbar ist. Unter diesen Voraussetzungen ist dann die vorübergehende Nichterreichbarkeit der bisherigen Rufnummer bis zur Portierung auf den Neuvertrag vertretbar", heißt es. Im Klartext: Bekommt der Kunde für die Übergangszeit eine andere Rufnummer, darf die eigentliche Rufnummer "vorübergehend" nicht erreichbar sein. Wie lange die Nummer außer Betrieb sein darf, ist nicht festgelegt.

Der Regulierer bestätigte auch: Ab Dezember muss dieser Interimszustand beendet sein. Es muss dann ein "bündiger Übergang von Alt- auf den Neuvertrag möglich sein". Zuletzt war die Rede davon, dass das neue Verfahren schon zum 1. Dezember kommen könnte. Dann hätten die Anbieter auch noch 10 Tage Zeit, um das Interimsverfahren zu nutzen. Bis dahin sollten Kunden ihren Mobilfunkanbieter vor einer sofortigen Nummernportierung ihren Anbieter nach einer möglichen Wartezeit fragen oder aber von einer Portierung absehen, wenn eine Unterbrechung in der Erreichbarkeit für sie nicht vertretbar ist.

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