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Handybilder retten bei defektem Display

Mit diesem Trick retten Sie Ihre Handyfotos, obwohl sich der Entsperrcode aufgrund des Displaydefekts nicht mehr per Touch eingeben lässt.
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Nach Displayschaden: Nutzer sichern ihre Daten über einen preisgünstigen TrickNach Displayschaden: Nutzer sichern ihre Daten über einen preisgünstigen Trick Heutzutage verwenden viele Nutzer die Handy-Kamera für mehr als zur Aufnahme vereinzelter Schnappschuss-Bilder und lassen immer häufiger die große Kamera zu Hause. Zur Sicherung der Fotos, die auf dem internen Speicher des Handys liegen, werden diese meist per USB auf den Rechner übertragen. So kommt schnell eine große Menge an Bildern mit wertvollen Erinnerungen zusammen. Um Zugriff auf den Handy­speicher zu erhalten, ist die Eingabe des Entsperr-PINs erforderlich.

Lässt man nun aus Versehen das Smartphone fallen, und bricht dabei nicht nur das Frontglas, sondern auch der Touch-Sensor und/oder das Display, drohen die Fotos verloren zu gehen. Sie sind zwar noch sicher im Smartphone gespeichert, doch wie kommt man an diese ran, wenn man auf dem Touchscreen keine Eingaben mehr machen kann? Einfach das Smartphone über USB mit dem Computer verbinden und die Daten per PC auslesen geht auch nicht: Das Smartphone lässt die Verbindung nämlich erst dann zu, wenn man die Entsperr-PIN eingegeben hat.

USB-Adapter ist für wenige Euro erhältlich

Der USB-OTG-Adapter lässt sich einfach zwischen Tastatur und Smartphone koppelnDer USB-OTG-Adapter lässt sich einfach zwischen USB-Tastatur und Smartphone koppeln Das Ziel ist klar: Wir möchten uns Zugriff zu den Daten verschaffen und müssen dazu den Entsperrcode eingeben, ohne dabei den Touchscreen zu nutzen. Stattdessen soll uns eine USB-Tastatur als alternatives Eingabegerät dienen, die wir per USB-Adapter mit unserem Handy verbinden. So unglaubliches es klingt, wir verwenden dafür eine herkömmliche USB-Tastatur. Bei den großen Online-Versandhändlern lassen sich "OTG USB Micro-B Datenkabel" bereits für wenige Euro bestellen. Der On-the-Go-Adapter (USB OTG) hat auf der einen Seite einen USB-Eingang für die Tastatur und verfügen am anderen Ende über einen Micro-USB-Stecker. Dank des OTG-Standards kann das Handy mit anderen Geräten zu kommunizieren. Nachdem wir den Micro-USB-Stecker in das Handy und die USB-Tastatur in den USB-Eingang des eingesteckt haben, tippen wir auf der Tastatur die Zahlenfolge des Entsperr-Codes ein. Gegebenenfalls muss die Eingabe noch mit der Entertaste bestätigt werden. Nach erfolgreicher Autorisierung ist der Zugang zu dem Handyspeicher freigegeben und das Handy kann nun mit einem herkömmlichen USB-Datenkabel mit dem PC verbunden werden. Einem Backup der Daten steht nun nichts mehr im Wege.

Auch Nutzer, die statt einem herkömmlichen Entsperrcode ein Sicherheitsmuster festgelegt haben, können von dem Trick profitieren. Allerdings schließt diese Nutzergruppe eine USB-Maus an den Adapter an, welche zur Simulierung der Touchgesten genutzt wird. Dabei ist die Entsperrung allerdings nicht so einfach wie beim PIN-Code, da der Nutzer zunächst abschätzen muss, an welcher Startposition sich der Mauszeiger befindet und es somit etwas Probieren voraussetzt. Es empfiehlt sich hierbei, den Entsperrprozess an einem anderen Smartphone mit funktionstüchtigem Display zu testen. Wir haben den Entsperr-Trick erfolgreich auf dem Huawei P8 mit Android Lollipop durchgeführt.

Allerdings kann der Kniff nicht bei allen Handys angewendet werden. So funktioniert die einfache Anwendung der alternativen Entsperrung etwa bei dem Galaxy S3 Mini nicht. Hier scheint die Tastatur nicht mit Strom versorgt zu werden und deshalb ihren Dienst zu verweigern. Laut einem Beitrag im Android-Hilfe-Forum können Anwender die OTG-Funktion auf dem S3 Mini über den Umweg einer zusätzlichen Stromversorgung dennoch nutzen, schreibt der Nutzer Asphyx60: "Micro-USB-OTG-Kabel + Extra-Strom Power Y-Adapter USB-Buchse + Lade-Stecker".

Sicherung von Fotos per Speicherkarte, USB-Stick oder Cloud-Backup

Bei Handys, die über einen Speicherkarten-Steckplatz verfügen, lassen sich im Fall eines Display­schadens die Fotos einfach auf dem PC laden, sofern die Speicherkarte zuvor in den Einstellungen der Kamera-App als Standortspeicherort festgelegt wurde. Für die Datenübertragung verbindet der Nutzer die Speicherkarte über ein Lesegerät mit den PC.

Als eine weitere Möglichkeit, einem Datenverlust zu entgehen, können Nutzer ihre Fotos über Cloud-Dienste wie Dropbox, Google Drive oder One Drive synchronisieren lassen und haben so stets ein Online-Backup ihrer Bilder. Allerdings ist es dazu erforderlich, dass das Handy mit dem Internet verbunden ist, was gerade bei Auslandsreisen nicht immer der Fall ist. Auch Vorbehalte beim Datenschutz können Interessenten von den Angeboten abhalten, deren Server sich meist in den USA befinden.

Zudem gibt es auch USB-Sticks die als Speicher­erweiterung genutzt werden können, indem sie über den verbauten Micro-USB-Anschluss mit dem Handy verbunden werden. Diese sind preislich durchaus im Rahmen: So kostet etwa ein 32-GB-Stick mit Micro-USB-Schnittstelle von Sandisk unter 15 Euro, dieser kann auch als herkömmlicher Stick mit dem PC verbunden werden.

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