Rückblick

Retro-Test: Das Smartphone Ericsson R380e

Der Smartphone-Klassiker zum Aufklappen im Rückblick
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Smartphones? Das sind für uns heute Apples iPhone, die Galaxy-Serie von Samsung, Xperias von Sony, Lumias von Nokia – um nur einige beispielhaft zu nennen. Die Geschichte der Smartphones begann aber schon viel früher – der erste Nokia Communicator 9000 kam schon Mitte der 1990er auf den Markt. Bei Wikipedia findet sich die passende Definition: "Ein Smartphone ist ein Mobiltelefon, das mehr Computerfunktionalität und -konnektivität als ein herkömmliches fortschrittliches Mobiltelefon zur Verfügung stellt." Und ein solches war auch das Ericsson R380e sowie sein Vorgänger R380s. Wir haben uns das R380e noch einmal aus der Schublade geholt – und es getestet.

Ericsson R380eEricsson R380e Wir schreiben das Jahr 2001. Ericsson hatte seine besten Jahre als Handyhersteller bereits hinter sich, warf aber noch einige PDA-Smartphone-Modelle auf den Markt, kurz bevor der Zusammenschluss der Handysparte mit Sony zu "Sony Ericsson" erfolgte. Stark war Ericsson damals vor allem im Business-Segment – und genau in diesem ist das R380e zu Hause.

Von außen: Klassischer Barren mit Antenne

Handys ohne externe Antenne waren 2001 noch eine Seltenheit – und so thront auf dem R380e eine nicht gerade kleine Antenne, in der typischen Ericsson-Form gestaltet. Bereits ohne Antenne bringt es das R380e auf eine Länge von 13 Zentimetern, mit Antenne sind es satte 16 Zentimeter. In der Breite misst es dagegen schmale fünf Zentimeter, ist dafür aber wieder 2,5 Zentimeter dick. Aus damaliger Sicht sind das allerdings keine ungewöhnlichen Maße. Auf der rechten Seite bringt Ericsson eine Taste für die Aufzeichnung von Sprach-Memos unter, links einen Schieberegler für die Lautstärke.

Ansonsten unterscheidet sich das R380e auf der Vorderseite nicht von anderen Handys – es bringt die klassische Handytastatur mit dem früheren Ericsson-Bedienkonzept anhand einer YES- und einer NO-Taste mit. Darunter wird über vier kleine Tasten (Auf, Ab, Links, Rechts) durch die Menüs navigiert. An einen Schnellzugriff auf das Telefonbuch hat Ericsson ebenfalls gedacht.

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Erst auf den zweiten Blick: Smartphone hinter der Klappe

Ericsson R380eNavigation über Desktop und Programmleiste Der Akku steht auf der Rückseite um einen halben Zentimeter vor – und das hat seinen Grund. Denn Ericsson hat in ihm einen Einschub für einen Bedienstift untergebracht. Dieser wird benötigt, wenn die Telefontastatur einfach nach unten weggeklappt wird und der monochrome Touchscreen zum Vorschein kommt. In der Diagonale misst er neun Zentimeter, das sind immerhin 3,5 Zoll. Direkt nach dem Öffnen erscheinen die Menüpunkte Telefon, Kontakte, Nachrichten, Kalender, WAP-Services und Extras – und nun lässt sich erahnen, welche Funktionalität wirklich im R380e steckt. Zunächst einmal aber noch ein bisschen Technik. Wie viele Smartphones seiner Zeit basiert das R380e auf der Symbian-Plattform, und kann damit (auch vom gesamten Bedienkonzept her betrachtet) als legitimer Vorläufer der erfolgreichen P-Serie von Sony Ericsson (P800, P900, P910i, P990i) gesehen werden. Auch diese Geräte ließen sich (eingeschränkt) bei geschlossener Klappe bedienen, vielfältige Optionen gab’s dann nach dem Aufklappen.

Im Telefon-Menü lassen sich neben dem Tätigen von Anrufen und dem Treffen diverser Einstellungen auch Notizen ablegen. Dies funktioniert selbstverständlich auch während eines laufenden Anrufs. Diese Notizen können Freihand-Zeichnungen sein – das R380e gibt hier keinen Zwang zur Texteingabe vor. Interessant ist auch der Menüpunkt Nachrichten. Denn hier liegt nicht nur der Zugang zu den SMS, sondern auch zu den E-Mails. Hierfür steht ein 9,6-kBit/s-Modem zur Verfügung, das sich dann über CSD ins Mobilfunknetz einwählt. GPRS und HSCSD fehlen dem Smartphone.

Auf der zweiten Seite lesen Sie mehr über Texteingabe, Business-Funktionen und die Bedienung mit geschlossener Klappe.

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