Natürlich sind sie toll - die aktuellen Smartphones. Sie
heißen HTC Hero,
Motorola Milestone oder
Apple iPhone und sind voll auf die
mobile Internetnutzung ausgelegt. Natürlich leiden auch sie
unter gewissen Kinderkrankheiten und Unzulänglichkeiten - wie jedes moderne technische Gerät.
Das wäre an sich auch nicht weiter schlimm. Viel schwerer wiegen dagegen die Barrikaden, die
die Hersteller für die Nutzer aufbauen. Standardfunktionen gibt es dann beispielsweise nicht
mehr oder sie sind blockiert, Anwendungen funktionieren nur eingeschränkt und ohne ein
Kundenkonto geht für den Handy-Nutzer gar nichts mehr. Wir zeigen ausgewählte
Nutzungs-Einschränkungen, über die kaum ein Nutzer glücklich sein kann.
Ich kann Bluetooth!
Apple iPhone 3G S, Palm Pre und HTC Hero Montage: teltarif.deBluetooth ist eine hervorragende Technologie. Eigentlich war
sie einmal zum Verbinden von Headsets und
Freisprecheinrichtungen gedacht, schnell
konnte sie sich aber auch in anderen Bereichen etablieren. Dazu zählen beispielsweise die
PC-Synchronisation oder der simple Datenaustausch mit einem anderen Handy. So kann jeder
das gerade geschossene Bild der Handy-Kamera seinen Freunden
weitergeben, und das vollkommen kostenfrei. Für so manchen Anwender ist eine solche Funktion
sicherlich mit kaufentscheidend.
Bei einigen Handys allerdings muss sich der Nutzer zwangsläufig in die späten 1990er Jahre
zurückversetzt fühlen. Denn Bluetooth-Datenübertragung oder gar PC-Synchronisation über
Bluetooth kennt so manches Smartphone nicht. Betroffen sind hier unter anderem das iPhone,
sämtliche Android- bzw. Google-Handys und
auch das Palm Pre. Ein eigentlich selbstverständliches
Feature fehlt somit. Bilder, Klingeltöne und Videos müssen immer über einen PC oder das
Netz als Zwischenstation von Gerät zu Gerät wandern - umständlich. Findige Anwender können
zwar auf Programme und Root-Zugang setzen, jeglicher Eingriff erfolgt aber auf eigene
Gefahr.
Google allerdings scheint nachzubessern. Die
Android-Version 2.0 unterstützt das bisher fehlende Profil
zum Datenaustausch. Ob auch Apple und Palm an eine Implementierung denken, ist bisher nicht
bekannt. Mit den meisten anderen Handys, die auf Systemen wie
Windows Mobile oder
Symbian basieren, ist das Senden per
Bluetooth ohnehin kein Problem.
Noch kein Konto? Bitte registrieren!
Wer sich ein modernes Smartphone bestellt, kann beim ersten Einschalten des Geräts bereits
eine Überraschung erleben. Manchmal reicht es nicht aus, eine SIM-Karte einzulegen und die
PIN einzugeben - das Handy streikt, wenn es sich nicht mit einem Benutzerkonto verknüpfen
darf. Handys mit den Betriebssystemen
Mac OS (iPhone),
webOS (Palm) oder
Blackberry OS verlangen
zwingend die Registrierung des Nutzers. So benötigt man zum Verwenden des iPhone zum
Beispiel ein Konto bei Apples Musikdienst iTunes. Android wiederum setzt vor
Version 1.5 ein Google-Konto beziehungsweise eine Google-E-Mail-Adresse voraus, webOS
ein Palm-Konto, jeder Blackberry eine Registrierung bei dessen Hersteller Research in Motion
(RIM).
Palm Pre Foto: Palm
Datenschutz hin oder her - die Handy-Bauer verlangen ihren Kunden einiges ab. Neben den
persönlichen Daten, die schon bei der Registrierung angegeben werden, bekommt das Unternehmen
sämtliche Aktionen des Nutzers mit, insbesondere dann, wenn er die Datenübertragung im
Hintergrund nicht deaktiviert. Es kann also durchaus sein, dass das Handy mehrfach am Tag
Kontakt mit seiner Firmenzentrale aufnimmt und die aufgerufenen Webseiten, die gesendeten
Twitter-Beiträge und die angerufenen Telefonnummern überträgt.
Datenschützer laufen gegen diese Geschäftspraktiken seit Jahren Sturm, geändert hat sich
allerdings kaum etwas. Das liegt vor allem daran, dass vielen Nutzern die Problematik nicht
bewusst ist und kaum einer auf die Annehmlichkeiten der Geräte verzichten will. Wer
dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich entweder nach einem Handy ohne diese
Gängelung umsehen oder sorgfältig die Tiefen des Handy-Menüs durchforsten, um die
Datenübertragung abzuschalten. Bei den meisten Geräten geht das problemlos, allerdings
kann das Handy dann einige Services wie Push-Mail oder Ortslokalisierung nicht mehr
nutzen.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, bei welchen Smartphones in der
Auswahl der Software bei der Synchronisation mit PC-Programmen eingeschränkt werden.
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