Innovationen

Kommentar: Smartphone des Jahres nicht von Apple oder Samsung

Apple und Samsung lassen bei den in diesem Jahr veröffentlichten Smartphones echte Innovationen vermissen. Hersteller wie Blackberry und Microsoft können dagegen mit Hardware-Tastatur, Dual-SIM-Funktion und wechselbarem Akku punkten.
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Blackberry Priv mit Hardware-TastaturBlackberry Priv mit Hardware-Tastatur In diesem Jahr setzte sich ein Trend fort, der schon 2014 zu beobachten war: Die Smartphone-Hersteller ließen weitgehend Innovationen vermissen. Die Displays bekamen eine etwas höhere Auflösung, die Prozessoren wurden etwas schneller und vielleicht ist auch der Akku des einen oder anderen Handhelds etwas leistungsfähiger als der Stromspender des Vorgängers geworden.

Apple brachte mit iPhone 6S und iPhone 6S Plus vor allem 3D Touch - ein Feature, das zwar ganz nett ist, das man aber nüchtern betrachtet nicht wirklich braucht. Samsung beging sogar einen Rückschritt und verzichtete bei seinen aktuellen Geräten auf die Möglichkeit, den Akku zu wechseln und Speicherkarten einzusetzen. Vor allem von den beiden großen Herstellern war ich daher im zu Ende gehenden Jahr enttäuscht.

Blackberry: Erfolgreiches Comeback mit dem Priv

Es gibt aber noch immer Anbieter, die mit Features glänzen, die man bei der Konkurrenz vergeblich sucht. Zu nennen wäre dabei unter anderem Blackberry, das mit dem Priv sein erstes Android-Smartphone vorgestellt hat und damit ein offenbar ein erfolgreiches Comeback feiern konnte. 700 000 Exemplare sollen in den ersten Wochen nach Markteinführung verkauft worden sein - und das, obwohl das Blackberry Priv bislang nur in wenigen Ländern auf dem Markt ist.

Dabei kombiniert der kanadische Hersteller das zurzeit erfolgreichste mobile Betriebssystem mit seiner eigenen Stärke, der Hardware-Tastatur. Dabei ist der Slider so konzipiert, dass er sich alternativ auch mit der bei fast allen anderen aktuellen Smartphones üblichen Bildschirm-Tastatur bedienen lässt. Für ein kurzes "O.K." unter einer WhatsApp-Nachricht reicht das völlig aus, während man für längere Texte das physische Keyboard verwenden kann.

Microsoft: Neues OS, Wechsel-Akku, Speicherkarte und Dual-SIM

Aber auch Microsoft überraschte mit dem Lumia 950 und dem Lumia 950 XL. Diese beiden Smartphones kommen nicht nur mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 Mobile. Sie bieten auch Features, die man bei den Produkten anderer Hersteller schmerzlich vermisst. Zu erwähnen wären beispielsweise genau die Features, die Samsung gerade wegrationalisiert hat: den wechselbaren Akku und die microSD-Karte zusätzlich zum internen Speicher.

Dazu gibt es die neuen Lumia-Flaggschiffe auch in einer Dual-SIM-Version, die zudem alle in Deutschland üblichen LTE-Frequenzbereiche unterstützt. Dual-SIM ist sehr praktisch, wenn man neben dem privaten auch einen geschäftlichen Mobilfunk-Anschluss verwendet, wenn eine Sprach- und eine Daten-SIM kombiniert werden sollen oder wenn man häufig ins Ausland reist und eine Prepaidkarte aus dem Gastland parallel zur deutschen Betreiberkarte einsetzen möchte.

Deutschen Kunden werden Dual-SIM-Handys oft vorenthalten

Microsoft Lumia 950 mit Windows 10 MobileMicrosoft Lumia 950 mit Windows 10 Mobile Die meisten anderen Hersteller produzieren war ebenfalls Dual-SIM-Versionen ihrer Smartphone-Spitzenmodelle. Diese verkaufen sie aber nur in Fernost, während sie in Deutschland vor den Vertriebsabteilungen der Netzbetreiber kuschen, da diese das Thema Dual-SIM gar nicht gerne aufgreifen. Schließlich könnten Kunden ja hin und wieder auch über den Mobilfunk-Anschluss eines Konkurrenten telefonieren.

Schön, dass wenigstens Microsoft nun nicht nur Einsteiger-Produkte, sondern auch höherwertige Smartphones mit der Zwei-Karten-Funktion ausstattet. Einzig die Tatsache, dass das XL-Modell in Deutschland - anders als die kleinere Geräte-Variante - nicht mit Dual-SIM-Funktion verkauft wird, ist unverständlich. Aber wer weiß, vielleicht wird der Handheld ja nach dem Vorbild des Lumia 640 LTE Dual-SIM für deutsche Kunden noch nachgereicht.

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