Trend: Die Zukunft des Fernsehens heißt Smart-TV
11.07.2012 18:30
Klassisches eindimensionales Fernsehen immer unattraktiver
Aus Berlin berichtet
 Die gfu sieht Smart-TV als die Zukunft des Fernsehens an.
Die IFA wirft ihre Schatten voraus: Die "Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik" (gfu) hat heute
in Berlin zu einer Veranstaltung zur Zukunft des Fernsehens geladen. Die klare Aussage: Smart-TV gehört die Zukunft.
Die Verschmelzung von Fernsehen, Internet, Apps, Videodiensten und sozialen Netzwerken schreitet unaufhaltsam voran.
Tablet und Smartphone nutzen viele Fernsehzuschauer schon jetzt als "Second Screen", doch in Zukunft soll der Fernseher immer mehr die Funktion einer digitalen Informations- und Kommunikationszentrale übernehmen. Durch den Einsatz eigener Benutzeroberflächen werden Fernsehanbieter immer mehr zu Plattformanbietern.
Diese Entwicklung erlaubt nun auch den bisherigen Plattformanbietern ganz neue Möglichkeiten - der Markteintritt von Apple, Microsoft und Google steht kurz bevor.
Soziale "Empfehlungskultur" wird Fernsehen radikal verändern
Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu und der Loewe AG, bezeichnete den Markteintritt des iPhones vor fünf Jahren nicht nur als Smartphone-Revolution, sondern insgesamt als digitale Revolution. Damit meinte er nicht das Gerät an sich, sondern die ganz neuen Bedienmöglichkeiten, Firmen und Allianzen, die durch das Apple-Ökosystem entstanden sind.
Jetzt kommt diese Revolution nach Ansicht Heckers auf den Fernseher. Das Smartphone-Bedienkonzept wird übernommen, weil die Nutzer diese Art der Bedienung bereits gewohnt sind - dazu gehöre zukünftig auch die Spracheingabe.
Stärkste Konkurrenz für das klassisches TV sei der nutzergenerierter Content, nicht nur auf Youtube. Auch TV-Sender müssten dieser Entwicklung Rechnung tragen: Serien werden im Internet wiederholt und spezielle Spartenkanäle sind zum Teil nur noch im Internet zu sehen.
 Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu und der Loewe AG, bezeichnet den Markteintritt des iPhones vor fünf Jahren nicht nur als Smartphone-Revolution.
Das Bildschirmerlebnis werde jetzt schon lebhaft in sozialen Netzwerken "gespiegelt": Eine ganz neue soziale "Empfehlungskultur" durch persönliche Kommentare sei bereits entstanden.
Smart-TV-Geräte sollen zukünftig den Zugang zu allen diesen Dingen bieten.
Wichtig dafür seien offene Standards - auch über Herstellergrenzen hinweg. Der Fernseher ist längst nicht mehr einziges Zugangsgerät zu digitalen Informationen, aber der größte "Heim-Vorteil" ist immer noch seine Bildschirmgröße.
Zukünftiges Fernsehen wird viel mehr umfassen als ein sequenzielles, eindimensionales Programm wie bisher. Die Tagesschau-App sei dafür nur der erste Anfang.
Das größte Problem der TV-Hardware-Hersteller ist nach Angaben der gfu momentan: Der Absatz laufe zwar gut, aber die Gewinnmargen sind so gering, dass es schwer wird, davon neue Innovationen zu finanzieren. Die Notwendigkeit bestehe also darin, konsequent neue Erlösquellen zu erschließen.
Junge Menschen nutzen immer weniger klassisches TV
Hans-Joachim Kamp, Vorstandsvorsitzender der Philips Deutschland GmbH, präsentierte die Ergebnisse einer repräsentativen Sudie von ZVEI und der gfu: Das TV-Gerät hat seine Exklusivität bei der Wiedergabe von Bewegtbildern definitiv verloren. Immer mehr junge Leute greifen auf Bewegtbilder fast nur noch von mobilen Geräten zu. Bei der älteren Generation dominieren eher noch Fernseher und Desktop-PC. Mobile Geräte laufen dem klassischen TV aber in der Generation der jungen Nutzer immer mehr den Rang ab. Interessant sei, dass der Videotext - sozusagen als allererste interaktive "Fernseh-App" - immer noch von 80 Prozent der Befragten genutzt wird. Auch elektronische Programmführer sind immer noch beliebt.
Doch auch bei der Smartphone-Nutzung gibt es verblüffende Ergebnisse: Von den Smartphone-Nutzern verwenden nur 16 Prozent der Anwender die Telefonie als Hauptfunktion, ansonsten dominieren andere Funktionen.
HD-Fernseher werden Ende des Jahres in 50 Prozent der Haushalte verfügbar sein, Smart-TVs immerhin schon in 30 Prozent aller Haushalte.
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