Smart Home

Studie: Markt für Heimvernetzung wächst bis 2017 rasant

Smart Home: Erlöse steigen auf über 60 Milliarden Dollar jährlich
Von mit Material von dpa
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Im Bereich der Heimvernetzung werden in den nächsten fünf Jahren nicht nur klassische Multimedia-Techniken boomen: Auch Smart-Home-Lösungen, die eine Steuerung von Heizung und Licht sowie weitere Features bieten, sollen laut einer Studie wachsen. 2017 könnten die Erlöse auf über 60 Milliarden Dollar jährlich steigen.

Im laufenden Jahr werden Heimvernetzungs- und Smart-Home-Lösungen nach einer Prognose der Marktforscher einen Erlös von rund 25 Milliarden Dollar abwerfen. Allerdings ist es notwendig, zu definieren, was das Schlagwort Smart Home mittlerweile beinhaltet: Denn dazu gehören nicht nur der "Klassiker" der Heizungssteuerung, sondern auch Anwendungen aus dem Gesundheitswesen wie beispielsweise Hausnotruf oder eine automatisierte Übertragung von Messdaten eines im Körper implantierten Kontroll-Chips. Auch netzwerkbasierte Sicherheits- und Alarmfunktionen, die beispielsweise im Fall eines Einbruchs in Aktion treten, gehören zum Bereich "Smart Home".

Neue Perspektiven für Breitband zuhause

Studie: Markt für Heimvernetzung wächst bis 2017 rasantStudie: Markt für Heimvernetzung
wächst bis 2017 rasant
Aufgrund des Fortschritts von "Smart Home" konstatieren die Analysten, dass der klassische Breitbandzugang zuhause eine immer größere Bedeutung bekommt. Diente er in der Anfangszeit lediglich für Surfen, Messaging, Downloads und später VoIP, wird er aufgrund der genannten Anwendungsfälle im Bereich der Heim-Automatisierung und Gesundheitsvorsorge immer wichtiger. Dabei geht es gar nicht unbedingt um die Menge der zu übertragenden Daten, sondern eher um eine ununterbrochene technische Verfügbarkeit.

Niemand kann den Markt alleine beherrschen

Die Marktforscher halten es für völlig ausgeschlossen, dass zukünftig ein einzelnes Unternehmen den Markt dominierend beherrschen kann. Um tatsächlich das prognostizierte Wachstum zu erzielen, müssten Netzbetreiber, Content-Anbieter und Kreditgeber Hand in Hand zusammenarbeiten.

Obwohl momentan kein Unternehmen im Bereich "Smart Home" eine Vormachtstellung innehat, gehen die Analysten davon aus, dass letztendlich die Breitbandanbieter (insbesondere für DSL und Kabel) die Technik proaktiv zum Kunden bringen werden. Denn der Vorteil liege auf der Hand: Der Kunde kennt seinen Provider bereits und es gibt ein funktionierendes Abrechnungs- und Service-System. Dies verschaffe den Breitband-Anbietern einen entscheidenden Vorteil gegenüber ganz neuen Marktteilnehmern.

Bezogen auf die großen Hardware- und Internet-Konzerne billigt die Studie immerhin Apple, Google und Microsoft zu, dass sie eine entscheidende Rolle im Bereich "Smart Home" spielen könnten. Bis zum Jahr 2017 sollen 82 Prozent der "Smart Home"-Erlöse im Entertainment-Bereich erwirtschaftet werden.

Studie für Bitkom beschäftigt sich mit vernetzter Unterhaltungselektronik

Neue Geräte zur Heimvernetzung lassen laut einer anderen Studie in der Branche der Unterhaltungselektronik die Kassen klingen. In diesem Jahr erwartet der Branchenverband Bitkom einen Umsatz von 18,3 Milliarden Euro mit vernetzbaren Lösungen - und damit rund 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Die Vernetzung von Computern, Smartphones und Fernsehern wird in immer mehr Haushalten zum Standard", sagte Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Verbands. Inzwischen machten vernetzbare Produkte fast zwei Drittel des Umsatzes von Informations- und Kommunikationstechnik bei privaten Konsumenten aus.

Das Internet werde zunehmend zum "interaktiven Kanal des klassischen Fernsehprogramms", sagte Rohleder. "Die Fernsehzuschauer suchen nach zusätzlichen Informationen zum aktuellen Programm, greifen auf Angebote des Senders zur laufenden Sendung zurück oder tauschen sich mit Freunden über das Gesehene direkt aus."

77 Prozent der Internetnutzer gehen eine aktuellen Umfrage im Auftrag des Bitkom zufolge jedoch parallel zum TV mit dem Laptop, Tablet oder Smartphone ins Netz. Dabei wollen sich 30 Prozent über das TV-Programm informieren, in knapp jedem fünften Fall wollen sie sich über das aktuelle Programm mit anderen austauschen oder weitere zusätzliche Informationen zur laufenden Sendung abrufen. Mit 82 Prozent der Internetnutzer schaut die überwiegende Mehrheit beim Fernsehen aber nach Informationen, die nichts mit dem aktuellen Programm zu tun haben.

Basis der Ergebnisse ist eine repräsentative Erhebung unter 2000 Internetnutzern ab 15 Jahren in Deutschland, die die Beratungsfirma Goldmedia im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Die Zahlen zum Umsatz mit vernetzten Geräten wurden von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhoben.

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