Lizenzfrage

Bereitschaft: Sky will der Telekom Bundesliga anbieten

Pay-TV-Anbieter will auch mit anderen Anbietern sprechen
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Sky will mit der Telekom über ein Bundesliga-Angebot sprechen.Sky will mit der Telekom über ein Bundesliga-Angebot sprechen. Zwei Tage nach der Vergabe der Bundesliga-Rechte durch die DFL ab der Saison 2013/2014 gibt es erste Äußerungen von Sky, die bestätigen, dass der Pay-TV-Sender sein Signal künftig der Telekom zur Verfügung stellen will. Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf Dow Jones Newswire, dass ein Sky-Sprecher entsprechende Absichten bestätigt habe. Konkrete Gespräche gebe es aber so kurz nach der Auktion noch nicht, hieß es.

Die Telekom hatte bei der Vergabe der Rechte überraschend keines der Pakete ersteigert, obwohl der Plan eigentlich vorsah, Sky sogar die traditionellen Pay-TV-Pakete wegzukaufen. Die Telekom ist nun auf Sky angewiesen, um ihren Kunden ab der übernächsten Saison noch Spiele der Bundesliga anbieten zu können. Konkret geht es um einen Kundenstamm von 160 000 Kunden, die aktuell Liga total! bei der Telekom gebucht haben. Nach einem Bericht des Handelsblatts fragen die Kunden der Telekom bereits nach, wie es mit Liga total! weitergeht. Entsprechend hoch sei der Druck, möglichst schnell zu einer Lösung zu kommen.

Sky will mit mehreren möglichen Partnern sprechen

Sky analysiere derzeit die Ergebnisse der Auktion und ordne sie ein. So ist etwa auch nicht ausgeschlossen, dass Sky ein eigenes IPTV-Signal produziert. Ein Großteil der für Sky geeigneten Receiver ist schon seit langem mit einem Ethernet-Port ausgestattet, über den man das Signal unabhängig vom Breitbandanbieter zum Kunden bringen könnte. Gleichzeitig ist aber auch ein Lizenzmodell mit der Telekom möglich. Grundsätzlich steht aber Sky auch Gesprächen mit anderen Anbietern offen gegenüber. Es gehe darum, dass letztlich alle die Bundesliga sehen können, sagte der Sprecher. Das deutet darauf hin, dass Sky die Rechte nicht exklusiv an einen Anbieter sublizenzieren will.

Aus Sicht von Sky wäre eine möglichst breitgefächerte Sublizenzierung nicht ungeschickt. Durch das Wholesale-Geschäft könnte der Pay-TV-Anbieter weitaus mehr Kunden erreichen als er es selbst kann. Dadurch ist die Refinanzierung der deutlich teurer gewordenen Bundesliga-Rechte weitaus leichter möglich. Zudem ist wohl davon auszugehen, dass Sky sein interaktives Angebot Sky Go weiter ausbauen wird. In einer ersten Reaktion soll Sky-Chef Brian Sullivan Medienberichten zufolge angedeutet haben, dass geprüft werde, Sky Go einzeln zu vermarkten. Durch die erworbenen Mobilfunkrechte wird das Produkt, dass die Bundesliga per Browser, iPad und iPhone zum Kunden bringt, deutlich attraktiver. An einer Android-App wird nach wie vor gearbeitet, ein Erscheinen steht aber weiter in den Sternen.

Welcher Anbieter welche Rechte gekauft hat und wann die Bundesliga wo nach aktuellem Stand - vorbehaltlich weiterer Sublizenzierungen - zu sehen sein wird, haben wir in einem ausführlichen Überblick für Sie zusammengefasst.

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