Bundesliga

Sky-Chef Sullivan bietet Telekom indirekt Zusammenarbeit an

Telekom könnte zur Sky-Vermarktung zurückkehren
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Sky will die Bundesliga-Rechte um jeden Preis und würde auch der Telekom eine entsprechende Vermarktungskooperation anbieten.Sky will die Bundesliga-Rechte um jeden Preis und würde auch der Telekom eine entsprechende Vermarktungskooperation anbieten. Für Sky ist es überlebenswichtig, den Zuschlag für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2013/2014 zu bekommen. Entsprechend positioniert sich der Chef des Pay-TV-Senders hinter den Kulissen aber auch in der Presse. Der Financial Times Deutschland (FTD) sagte Brian Sullivan, er würde gerne ein Bündnis mit anderen Anbietern eingehen und mit ihnen zusammenarbeiten. Ein deutliches Angebot an den größten Mitbewerber um die Rechte - die Deutsche Telekom bzw. von ihr beauftragte Unternehmen.

Der Hintergrund: Bedingt durcht die Vergabeweise der DFL sind die Telekom und Sky direkte Mitbewerber bei den Sportrechten, wollen beide ihre Angebote so aufrecht erhalten, wie sie es heute handhaben. Zudem will die Telekom ihr Angebot sogar noch auf Satelliten-Kunden ausweiten. Das allerdings wird wie berichtet von den Medienwächtern als kritisch erachtet. Außerdem müsste die Telekom ein Paket kaufen, das auch die Kabelrechte beinhaltet, mit denen die Telekom allerdings nichts anfangen könnte. Außerdem sind die Rechte für Mobile-TV nun in dem Paket für die Übertragung per Internetbrowser inkludiert. Letztere sind vor allem für Sky interessant, während die Telekom aktuell die Mobile-TV-Rechte verwertet.

Sullivan: Sky-Vermarktung ist ein "verdammt gutes Geschäftsmodell"

Gegenüber der FTD sagte Sullivan, dass jeder Interessent an den Rechten Optionen habe. "Man kann sich wie wir selbst um die Rechte bewerben und das gleiche Risiko tragen oder mit uns zusammen arbeiten", so Sullivan. Sky wolle die TV-Plattformen von Telefonkonzernen und Kabelbetreibern mit Inhalten beliefern, darunter auch Liveübertragungen der Bundesliga. Die Anbieter könnten ihren Kunden Sky anbieten und teilen sich die Einnahmen mit Sky, so Sullivans Vorschlag. "Das ist ein verdammt gutes Geschäftsmodell für sie."

Vodafone hatte zum Start seines Produktes Vodafone TV angekündigt, dass auch eine Verbreitung von Sky geplant sei. Bis heute ist es hier aber nicht zu einer Übertragung der Sender gekommen. Laut FTD liegt das daran, dass Vodafone nur Interesse an den Sportpaketen habe, Sky diese aber nicht einzeln verkaufen will. Würde sich Sky mit der Telekom über eine Vermarktung einigen, könnte der Zug für Vodafone allerdings abgelaufen sein. Denn wenn die Telekom schon ihr eigenes Angebot aufgeben würde, so würde sie sich sicherlich die Exklusiv-Vermarktung für IPTV-Produkte sichern. Eine Vermarktung von Sky wäre für die Telekom nicht neu. Bevor sie selbst die IPTV-Rechte hielt, hatte sie Sky - damals noch Premiere - mit der Produktion beauftragt. Da eine Saison lang Arena die "normalen" TV-Rechte hatte, war die Telekom einige Monate lang für Premiere sogar der einzige Bundesliga-Verbreitungskanal.

Für die Telekom könnte der Rückschritt wirtschaftlich sinnvoll sein. Denn neben den Rechten der DFL muss sie auch die Produktion von Liga total! bezahlen. Hier ist Constantin beauftragt, die mit einer eigenen Redaktion das Rahmenprogramm und die Kommentierung der Spiele stemmen. Zudem müsste die Telekom für die Rechte nun sicherlich tiefer in die Tasche greifen als bisher. Aktuell sollen es 25 Millionen Euro pro Saison sein, die die Bonner an die DFL überweisen. Gebucht wurde Liga total! bislang aber nur von 150 000 Kunden, wie die FTD berichtet. Das sind rein rechnerisch fast 14 Euro pro Zuschauer und Monat nur für die Rechte.

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