Silvester

Netzüberlastung an Silvester: Das tun die deutschen Netzbetreiber

Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Neujahrgrüße am besten übermitteln
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Netzüberlastung-SilvesterAlle Jahre wieder:
An Silvester ist die Netzüberlastung vorprogrammiert
Wohl fast jeder Handynutzer hat schon einmal die Erfahrung machen müssen: Wer zu Silvester versucht, seine Neujahrswünsche per Anruf oder SMS zu ermitteln, scheitert nicht selten an der Überlastung des verwendeten Mobilfunknetzes. Und die verwundert kaum: Der Jahreswechsel ist wohl das einzige Event des Jahres, wo extrem viele Menschen im ganzen Land gleichzeitig auf die Mobilfunknetze zugreifen. Allein rund 300 Millionen SMS werden in der Silvesternacht verschickt, hinzu kommen unzählige Telefonate und - bedingt durch den Smartphone-Boom - auch immer stärker der mobile Datenverkehr.

SMS am besten schon vor Mitternacht versenden

Um eine Chance zu haben, dass die per SMS verschickten Neujahrswünsche pünktlich ankommen, sollten diese am besten bereits einige Minuten vorher verschickt werden. Nach Mitternacht versendete Kurznachrichten hängen aufgrund des Staus in den Mobilfunknetzen oft ebenfalls noch eine ganze Weile fest, bis sie wirklich beim Empfänger ankommen.

Immerhin: Die Mobilfunk-Netzbetreiber wissen um das zwangsläufig auftretende Überlastungsproblem und sind in der Silvesternacht in der Regel mit eigenen Technik-Teams im Einsatz. An besonderen Brennpunkten wie Feiermeilen errichten die Unternehmen vielfach - vor allem in Großstädten - separate Basisstationen, um mit der Explosion an SMS, Gesprächen und mobilen Daten klarzukommen.

Wir wollten von den vier großen Mobilfunk-Netzbetreibern wissen: Was wird getan, um den "Netzkollaps" an Silvester zu verhinden? Und was raten die Anbieter ihren Kunden, um Neujahrsgrüße per Anruf, SMS oder mobilem Internet (Mail, soziale Netzwerke) effektiv loswerden zu können?

Vodafone & E-Plus: Spezielle Anpassungen für Silvester, voller Personaleinsatz

Vodafone erwartet in der Silvesternacht ein SMS-Aufkommen von 40 Millionen SMS sowie Datentransfervolumen in Höhe von 27 Millionen Megabyte über das Vodafone-Netz. Diese Werte seien Schätzwerte, die aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre abgeleitet werden, teilte der Anbieter mit. Zum Vergleich: Heiligabend vermittelte Vodafone nach eigenen Angaben 65 Millionen SMS und weit über 90 Millionen MB über das deutsche Vodafone-Netz. Insgesamt 130 Netztechniker überwachen Silvester bundesweit das Vodafone-Netz, das Team der Netztechnik sei verdreifacht worden.

Auch E-Plus sieht sich gerüstet. "Im Vorfeld wurden wie jedes Jahr umfassende Systemanalysen durchgeführt und wo nötig noch Anpassungen der Systeme angestoßen", schreibt uns E-Plus-Sprecher Guido Heitmann. "An einigen Netzelementen werden Netzparameter insbesondere für den Silvestertag angepasst, um in der Hochlastphase die bestmögliche Performance zu erreichen." Zudem verspricht E-Plus vollen Personaleinsatz für Silvester: "Die systemtechnische Netzüberwachung ist an diesen Tagen voll besetzt, zusätzlich unterstützen uns an einigen Stellen Systemhersteller bei der Überwachung der Systeme."

Telekom hat mobile Basisstationen im Einsatz

Auch die Telekom ist - eigener Aussage zufolge - "wie in jedem Jahr (...) gut vorbereitet". "Wir verfügen über langjährige Erfahrungen mit Feiertagen oder Großveranstaltungen und dem daraus resultierenden Verkehrsaufkommen", schreibt uns der Leiter der Telekom-Pressestelle, Frank Domagala. Zwar passe man die Kapazitäte der Systeme an, dennoch könne es aber zu Verzögerungen beim SMS-Versand kommen. Auch Domagala empfiehlt: "Einfach eine SMS etwas früher versenden und nicht um Punkt Null Uhr." Zudem das Versprechen: "Es geht keine SMS verloren." An neuralgischen Punkten wie der Silvesterfeier am Brandenburger Tor in Berlin setze man zudem mobile Basisstationen ein, um die Netzkapazität zu erweitern.

o2: Zusätzliche Netzressourcen durch "intelligente Netztechnik"

Mobile BasisstationMobile Mobilfunk-Basisstation von o2 Der Münchener Netzbetreiber o2 gibt für die Neujahrsnacht ebenfalls ein vollmundiges Versprechen: Man werde "in den entscheidenden Stunden durch intelligente Netztechnik zusätzliche Ressourcen schaffen", verspricht Pressereferentin Carolin Eckert. Allerdings könne es, räumt auch die deutsche Telefónica-Marke ein, "in den entsprechenden Mobilfunknetzen kurzzeitig zu Qualitätseinschränkungen kommen". Der o2-Praxistipp klingt indes nicht wirklich praxisnah: "Kunden, die dies umgehen wollen, sollten Ihre Nachrichten einige Stunden vor oder nach der Jahreswende absetzen."

Tipp: Weitere SIM-Karte(n) in anderem Mobilfunk-Netz dabei haben

Wer in der Silvesternacht tatsächlich auf Nummer sicher gehen will, kann eine zweite (oder sogar dritte) SIM-Karte beziehungsweise ein Handy mit zweiter SIM mitführen, die in einem anderen der vier deutschen Mobilfunk-Netze funkt. Denn vor Ort müssen nicht alle Netze zwingend (völlig) überlastet sein. So können Kunden eines bestimmten Anbieters vielleicht auch deshalb noch telefonieren oder SMS versenden / empfangen, weil dieser seine Netzkapazitäten an Silvester erhöht hat. Vorteilhaft ist hier natürlich ein Dual-SIM-Handy, mit dem einfach zwischen SIM-Karten hin- und hergeschaltet werden kann.

Umschaltung auf GSM kann hilfreich sein

Ein möglicher Ausweg aus der Netzüberlastung kann auch darin bestehen, das Mobiltelefon auf die ausschließliche Nutzung von GSM einzustellen. Ist das UMTS-Netz vor Ort überlastet - was in Zeiten der immer weiter zunehmenden Smartphone-Nutzung häufig vorkommt -, können sowohl Telefonie als auch die Datennutzung via GPRS/EDGE durchaus noch in akzeptablem Umfang funktionieren. Übrigens: Auch MMS sind keine Alternative an Silvester, da sie genauso von der Netzüberlastung betroffen sind wie Textnachrichten - auch wenn sie über eine eigene MMS-Zentrale geroutet werden. Zudem sind Multimedia Messages mit - in der Regel - 39 Cent kein billiges Vergnügen.

(Kostenpflichtige) Hotspots sind weitere Alternative

Wer mobil im Internet surfen beziehungsweise Neujahrsgrüße per E-Mail oder soziale Netzwerke wie Facebook über sein Smartphone versenden möchte, kann zudem - sofern vorhanden - auf die WLAN-Nutzung vor Ort setzen. So kann der Nutzer vereinzelt noch auf offene WLAN-Router treffen oder aber in Cafés und Restaurants aber auch bei Fast-Food-Ketten kostenlosen Zugang zu den Hotspots bekommen. Wem es sehr wichtig ist, online zu gehen auch kostenpflichtige Hotspots nutzen. Hier hat beispielsweise die Telekom ein Netzaufgebaut. Der Zugriff auf diese Hotspots ist jedoch, wenn er nicht im Mobilfunk- oder Festnetztarif inkludiert ist, sehr teuer.

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