Sicherheitsrisiko

Cyber-Kriminalität wird mit Cloud und Heim­ver­netzung drastisch zunehmen

Zwei Tage lang zeigte sich Karlsruhe im Zeichen der Vorbeugung von Straftaten. Im Blickpunkt standen besonders Angriffe auf das Computernetz - mit einer skeptischen Prognose: Experten halten die bisherigen Bemühungen für unzureichend.
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Die Zahl der Angriffe auf Computer­netze werde in den nächsten drei Jahren weiter zunehmenDie Zahl der Angriffe auf Computer­netze werde in den nächsten drei Jahren weiter zunehmen Regierungen und Unternehmen tun nach Ein­schätzung einer US-Expertin noch zu wenig, um Computer­kriminalität und Spionage im Internet ein­zu­dämmen. "Uns läuft die Zeit davon", sagte die US-Sicher­heits­expertin Melissa Hathaway heute in Karlsruhe. Nötig seien nicht mehr Reden, sondern "die entschlossene Ver­pflichtung von Wirt­schafts­führern und Regierungen". Hathaway war 2009 Beraterin von US-Präsident Barack Obama im Nationalen Sicher­heits­rat und leitet nun eine eigene Beratungsfirma. Sie sprach zum Abschluss eines Forums für Cyber­sicher­heit im Rahmen des Deutschen Präventions­tages [Link entfernt] .

"Wir haben es mit einer Spirale nach unten zu tun", sagte Hathaway. Die Zahl der Angriffe auf Computer­netze werde in den nächsten drei Jahren weiter zunehmen. Die damit verbundenen Kosten seien höher als die Vorteile der Digitalisierung. Die Beraterin wies auf neue Gefahren in der Cloud hin, also beim Zugang zu Daten und Dienst­leistungen aus dem Netz. Hier müsse sehr kritisch gefragt werden, ob dem Anbieter vertraut werden könne.

Auch im Internet der Dinge mit immer mehr Geräten wie Autos oder Haus­halts­technik entstünden neue Risiken. So werde es in dem dann unendlich vergrößerten Raum von Internet-Adressen (IPv6) noch einfacher, sich einerseits zu verstecken und andererseits das Verhalten von Nutzern zu verfolgen und die Privatsphäre zu gefährden.

Cybercrime kann nicht verhindert aber eingegrenzt werden

Das erstmals veranstaltete Forum zur Cyber­sicherheit sollte auf die Vielzahl von Risiken bei der Nutzung von Computer und Handy hinweisen. Uwe Vahrenhorst vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen plädierte heute dafür, den Kampf gegen Cyber-Kriminalität als gesamt­gesell­schaft­liche Aufgabe zu verstehen und Vor­kehrungen für die Prävention mehr als bisher schon in der Entwicklung von Produkten zu treffen.

"Cybercrime können wir nicht verhindern, wir können es nur begrenzen", sagte Vahrenhorst. Jeder Nutzer sollte sich Gedanken über das eigene Verhalten im Netz machen. Dazu gehöre etwa die Frage, ob man wirklich alle Daten im eigenen Adressbuch an WhatsApp in den USA übermitteln könne, ohne die Betroffenen um Erlaubnis zu fragen.

Wie Sie sich gegen Tracking, Malware und Phishing schützen können, haben wir in unserem Ratgeber zusammengefasst.

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