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Seziert: Medion Akoya Mini E1311 mit AMD-Prozessor

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Medion Akoya E1311 Medion serviert der Netbook-Fangemeinde mit dem Akoya Mini E1311 das erste Mini-Notebook mit AMD Sempron ULV-Prozessor und starker Grafik ATI X1250. Der 11,6-Zoller stand nicht lange in der Redaktion und prompt war er schon in seine Einzelteile zerlegt. Wie schaut das Pseudo-Netbook mit seiner vergleichsweise starken ATI-Grafik von Innen aus? Wie wird das stromhungrige System gekühlt? Können ambitionierte Bastler Festplatte oder Arbeitsspeicher tauschen? Wir klären diese Fragen in diesem Artikel.

Medions 11,6-Zoller
Medions 11,6-Zoller ist eine echte Alternative für Intel-Hasser. Chipsatz, Prozessor und Grafik kommen von AMD und Tochter ATI. Wir nehmen uns den Schrauber in die Hand und schauen einmal genau hin.

Datenblatt Medion Akoya Mini E1311

  • CPU: AMD Sempron 210U 1,5 GHz
  • Display: 11,6 Zoll WXGA glare LED TFT
  • Auflösung: 1.366 x 768 Pixel
  • RAM: 1.024 MB, 160 GB, kein optisches Laufwerk
  • Festplatte: 160 GB Western Digital
  • Grafik: ATI Radeon Xpress 1250 mit HDMI Audio/Video
  • Schnittstellen: VGA, HDMI, Audio, 3x USB, Fast Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1, SD-Card-/MMC-/MS-Slot, ExpressCard 34
  • Webcam: 1,3 Megapixel
  • Extras: Flugmodus (Taste deaktiviert alle Funkverbindungen)
  • Betriebssystem: Windows XP Home
  • Akku: Li-Ionen, 6 Zellen, 1,5 kg
  • Preis: 430 Euro, ab August verfügbar
Gerätemanager

Mini-Notebook mit HDMI-Anschluss

Medions Akoya Mini E1311 besitzt einen HDMI-Anschluss. HiFi- und TV-Freunde können darüber einen Fernseher anschließen. Nicht nur das Bild, auch der Ton wird an das TV-Gerät übertragen. Das wäre ja ein alter Hut, wenn da nicht die Grafikkarte mit HD-Unterstützung wäre. Die ATI Radeon Xpress 1250 entlastet den Prozessor beim Dekodieren von HD-Filmen. Intel Atom Netbooks mit Intel GMA 950 Grafikkern können nicht mit diesem Feature dienen. Loben müssen wir den verbauten ExpressCard34-Schacht. In diesen Einschub passen einen Vielzahl von Erweiterungskarten, zum Beispiel Soundkarten oder Flash-Speicher.

Anschlüsse Links
Anschlüsse auf der rechten Seite
ExpressCard34 Schacht

Die Unterseite des Gehäuses bietet uns keinerlei Öffnungen zum Tausch des Arbeitsspeichers oder gar der Festplatte. Wer hier aufrüsten will, der muss die komplette Bodenplatte abnehmen. Das ist einfacher als gedacht. Es genügt, alle Schrauben zu lösen. Garantiesiegel finden wir keine. Die Tastatur müssen wir zu diesem Zweck nicht abnehmen.

Unterseite
Akku
Schrauben
Bodenplatte
Tastatur entnommen

Wenn wir das Mainboard erst mal freigelegt haben, dann sind die weiteren Schritte einfach. Wir haben jetzt Zugriff auf alle Komponenten wie Festplatte, Arbeitsspeicher oder WLAN-Modul. Positiv: Der Arbeitsspeicher ist nicht verlötet, wir können ihn gegen ein größeres Modul tauschen.

Innenleben
Western Digital Festplatte
Slot für den Arbeitsspeicher

Viel Kühlung für den AMD Sempron-Prozessor

Deutlich erkennen wir die Kupfer Heatpipe neben dem Radial-Lüfter. Der auf 1,5 GHz getaktete AMD Prozessor Sempron 210U hat im Vergleich zum Intel Atom einen sehr hohen Stromverbrauch. Während sich ein Atom N270 mit 2,5 Watt Verlustleistung (TDP) begnügt, müssen es beim Sempron-Einkern schon stolze 15 Watt (TDP) sein.

Dafür beweist uns der Sempron 210U, dass er viel schneller rechnen kann als Intels Kontrahent. Povray 3.6 CPU-Benchmark (je weniger, je besser)

AMD Sempron 210U 1,5 GHz = 2603 Sekunden Intel Atom N270 1,60 GHz = 5364 Sekunden Intel Atom Z520 1,33 GHz = 6657 Sekunden Cinebench R9.5 CPU-Benchmark Single-CPU (je weniger, je besser)

AMD Sempron 210U 1,5 GHz = 102 Sekunden Intel Atom N270 1,60 GHz = 240 Sekunden Intel Atom Z520 1,33 GHz = 297 Sekunden

Kaum Vorteile bei der Leistung des Systems

Der Geschwindigkeitsvorteil des Sempron macht sich aber nur leicht bei der Gesamtleistung des Systems bemerkbar. Der PassMark Performance Test schließt mit lediglich 273 Punkten ab. Die Ursache für den geringen Vorteil bei der Systemleistung ist die nicht vorhandene Hyper-Threading-Fähigkeit von AMDs ULV-Prozessor. Cinebench R9.5 CPU-Benchmark Single-CPU

AMD Sempron 210U 1,5 GHz = 273 Punkte (kein Hyper-Threading) Intel Atom N270 1,60 GHz = 246 Punkte (Hyper-Threading) Intel Atom Z520 1,33 GHz = 174 Punkte (Hyper-Threading)

Kühleinheit
CPU, Chipsatz, Grafikkarte
Kühlsystem
AMD Sempron 210U
ATI X1250 Grafik
Chipsatz von AMD

Auf der Entdeckungsreise im Innenleben des Medion Akoya E1311 finden wir eine unbesetzte Lötstelle auf der Platine. Hier findet ggf. in zukünftigen UMTS/HSDPA-Modellen ein Schacht für die Sim-Karte Platz.

SimCard Halterung

Weitere Bauteile des Akoya Mini E1311

ExpressCard34-Schacht
Scharnier
WLAN an Mini PCI Express
WLAN und RAM-Modul
Lautsprecher
Bluetooth-Modul

Fazit: Performance Mini auf AMD/ATI-Basis

Medions 11,6-Zoller ist ein solide gebautes Mini-Notebook, über das sich vor allem AMD-Fans freuen dürften. Das System mit Sempron ULV-CPU steckt die Intel Atom Konkurrenz bei der puren Rechenleistung locker in die Tasche. Hinzu kommt für Film-Freunde der Vorteil einer vergleichsweise starken Grafikkarte ATI X1250 mit HD-Unterstützung.

Medion Akoya E1311
Leider bringt die starke Hardware auch einen starken Stromverbrauch mit sich. Unsere Messgeräte zeigen unter Last 30 Watt an. Dieser Gesamt-Stromverbrauch des Systems liegt bei Intel Atom Systemen bei lediglich zehn bis 15 Watt. Eine sehr niedrige Akkulaufzeit ist unter diesen Umständen vorprogrammiert.

Alle Bilder zum Medion Akoya Mini E1311

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