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Analyse: Die Schwächen der Symbian-Touch-Edition13.03.2010
17:24 Nokias Betriebssystem ist in die Jahre gekommenInhaltsverzeichnis:1. Veraltet, verschachtelt, langweilig: Symbian2. Bedienkonzept schlecht an Touchscreens angepasst
Im Jahr 2002 führte der Handy-Hersteller Nokia
mit dem
Symbian-Betriebssystem und der Oberfläche Serie 60 ein neues System ein. Das erste Handy mit Serie 60 war
das Slider-Gerät Nokia 7650. Die Idee damals: Schluss mit
der Beschränkung auf Java-Software. Wie auf einem Computer
sollten Nutzer Programme installieren und so ihr Betriebssystem nach eigenem Geschmack
gestaltet können. Nokias Serie 60 wurde gut angenommen und etablierte sich schnell.
Aufgrund der Multimedia- und Office-Fähigkeiten war Nokia in der Lage, das System auf
zahlreichen Mobiltelefonen zu installieren. Nokia-Smartphones E- und der N-Serie laufen
sämtlich unter diesem Betriebssystem.
nächste Seite: Bedienkonzept schlecht an Touchscreens angepasst
Nokia versäumte es allerdings, das Symbian-System grundlegend zu überarbeiten, und
verpasste den Anschluss an die mit dem Apple iPhone eingeleiteten
Touchscreen-Trend. Erst auf dem 2008 eingeführten
Nokia 5800 XpressMusic lief mit Symbian S60
5th Edition - auch Symbian Touch Edition genannt - eine Touchscreen-kompatible
Symbian-Variante. Inzwischen hat Nokia die Weiterentwicklung des Betriebssystems an die
Symbian-Foundation ausgelagert. Hier
werkeln auch andere Handy-Hersteller wie Samsung und
Sony Ericsson an einer neuen
Symbian-Version.
Natürlich leiden auch die Symbian-Smartphones dieser beiden Hersteller an den gleichen Schwächen wie die Nokia-Geräte. Welche Schwachpunkte Symbian in der aktuellen Version aufweist und welche Verbesserungen neue Versionen aufweisen sollten, analysieren wir im Folgenden. Verschachtelte Menüstruktur auch in AnwendungenWer zum ersten Mal ein Symbian-Handy auspackt und das Hauptmenü aufruft, freut sich über eine logische Anordnung. Aber: In den Untermenüs sieht es vollkommen anders aus. Hier dominieren lange Listen. Auf den zweiten Blick fallen dann die Unzulänglichkeiten auf. Warum liegt der Kalender im Hauptmenü und nicht im Organizer? Wieso installieren die Hersteller die Office-Software unter Organizer, obwohl es einen Extra-Ordner für Programme gibt? Diese kleineren Probleme kann der Nutzer noch schnell beheben: Einfach im Hauptmenü auf "Optionen" klicken und dort "Ordnen" auswählen. Schon können sämtliche Symbole neu angeordnet oder verschoben werden Einige Menüeinträge lassen sich allerdings nicht editieren. Dazu gehören zum Beispiel die unter "Einstellungen" abgelegten Menüpunkte. Hier müssen die Symbian-Nutzer mit der Unordnung leben. Kleines Beispiel gefällig? Unter "Persönliche Einstellungen" liegen zum Beispiel die Display-Designs oder der Standby-Modus, während sich die Display-Helligkeit nur über den übergeordneten Menüpunkt "Telefoneinstellungen" regeln lässt.
Ein ähnliches Chaos herrscht in einigen Standardprogrammen des Symbian-Systems, etwa im
Web-Browser. Der Symbian-Browser startet mit einer voreingestellten Seite, die meist
Hersteller-spezifisch ist. Bei Nokia-Geräten ist das einfach eine Liste mit Links,
Sony Ericsson blendet Schnellzugriffe zu eigenen Anwendungen, zur PlayNow-Arena und zu
Google ein. Außerhalb dieser Startseiten müssen die Nutzer eine neue Seite über "Optionen
– Gehe zu – Neue Webseite" aufrufen, auch der Vollbildmodus lässt sich bei vielen
Symbian-Geräten nur über "Optionen – Anzeigeoptionen – Vollbild" aktivieren. Manche
Smartphone-Hersteller haben mittlerweile nachgebessert und eigene Schaltflächen dafür
vorgesehen.
Wichtige Funktionen wie etwa die beliebten RSS-Feeds finden sich nur nach längerem Suchen. Symbian bringt zwar einen guten RSS-Reader mit, der versteckt sich aber im Internet-Programm unter "Optionen – Gehe zu – Webfeeds" - darauf muss man erst einmal kommen. Langweilige OptikImmer wieder kritisiert wird auch die Optik des Symbian-Systems. In der Touch-Edition hat Nokia hier zwar einige Verbesserungen vorgenommen, wirklich überzeugend sind diese aber nicht. Langeweile strahlt bei den meisten Symbian-Handys vor allem das Hauptmenü aus. Die Symbole wirken veraltet, die verwendete Schriftart wenig modern. Unter "Einstellungen – Persönlich – Designs" können Nutzer zumindest die Hintergrundbilder, Bildschirmfarben und Anrufbilder personalisieren. Zur Verfügung stehen auf den meisten Handys mit Symbian S60 5th Edition mehrere vorinstallierte Designs, weitere lassen sich über die Shops der Hersteller (Nokia: Ovi Store, Sony Ericsson: PlayNow) hinzufügen. Auch zahlreiche Freeware-Designs finden sich im Internet. Mit Programmen wie Carbide.ui lassen sich auch eigene Designs erstellen. Der "Theme Creator" von Sony Ericsson funktioniert dagegen (noch) nicht mit den Symbian-Modellen Satio, Vivaz und Vivaz Pro. Nicht verändern lässt sich hingegen das Look & Feel in den verschiedenen Anwendungen. Der SMS-Eingabedialog wirkt äußerst altbacken, die Zeileneinteilung ist eigentlich überflüssig und macht vor allem bei großen Displays mit einer hohen Auflösung keinen Sinn mehr. Zudem sind die Eingabefelder für Text viel zu klein gehalten. Beim Schreiben von Nachrichten im Querformat passen nur wenige Wörter ins Fenster.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie wenig benutzerfreundlich Symbian
bei der Touchscreen-Bedienung ist und auf welche Verbesserungen Nutzer bei Symbian^3 hoffen
können.
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