Schott koppelt Satelliten-Internet mit Telefonnetz der Telekom
09.03.2012 11:14
Weitere Details zur Ortsnetzversorgung in der DSL-Wüste
Aus Hannover berichtet
 Schott versorgt ganze Dörfer mit Breitband-Internet über Satellit
Für Privat- oder Unternehmenskunden in Regionen ohne Breitband-Internet bietet die Internetagentur Schott schon seit einiger Zeit Internetzugang über Satellit an. Zum bisherigen Satspeed-Angebot haben wir Geschäftsführer Stephan Schott bereits vor einigen Wochen interviewt. Ab sofort versorgt Schott auch ganze Gemeinden mit Sat-Internet - ohne dass die Kunden eine Satellitenschüssel montieren müssen.
Möglich macht dies eine technische Zusammenschaltung der Satelliten-Infrastruktur von Ka-Sat mit dem Telefonnetz der Telekom. Im Gespräch mit teltarif.de auf der CeBIT deutete Stephan Schott allerdings an, dass diese Zusammenarbeit nicht immer ganz problemlos funktioniert
Telefonbuchse reicht: Kunden müssen keine Satelliten-Hardware installieren
Wenn eine Kommune sich bei Schott meldet und Breitband-Internet über Satellit haben möchte, kümmert sich Schott um die komplette bauliche Realisation: Neben einem Kabelverzweiger der Telekom baut Schott einen Outdoor-DSLAM mit einem Satspeed-KVZ auf. Dann fehlt nur noch ein Betonmast: Dieser trägt die Satellitenschüssel, über die das Dorf sein Breitband-Internet bekommt.
Für die Gemeinde hat diese Lösung den Vorteil, dass sie staatliche Förderungsgelder für den Breitbandausbau beim Bund beziehungsweise bei der EU beantragen kann. Würde jeder Hausbesitzer eine eigene Schüssel aufs Dach montieren, wären diese Förderungsmöglichkeiten nicht möglich. Der private Kunde hat nur den Aufwand, den er bei der Bestellung eines regulären DSL-Anschlusses hätte: Außer Splitter und DSL-Router muss er in der heimischen Wohnung nichts montieren.
Nach Aussage von Stephan Schott gibt es schon eine ganze Reihe von Gemeinden, die sich für das Modell interessieren, konkrete Bestellungen liegen allerdings noch nicht vor. Diese seien aber in der nächsten Zeit zu erwarten. Von der Bestellung bis zur Freischaltung des Dienstes sollen für die Installation rund zwei Monate vergehen.
Bandbreite und Tarifmodelle für Gemeinde-Versorgung
Alle im Rahmen der Ortsnetzversorgung vermarkteten Endkundentarife beinhalten eine Fair-Use-Flatrate, die in Wirklichkeit ein Volumentarif ist. Das günstigste Angebot "DSL_Basic" für 36 Euro bietet eine Downstream-Geschwindigkeit von bis zu 4 MBit/s und einen Upstream von 512 KB/s, ein monatliches Datenvolumen von 4 GB ist inklusive. 6 GB Inklusivvolumen erhält man bei "DSL_Standard" für 44 Euro mit bis zu 6 MBit/s Downstream.
"DSL_Family" richtet sich an Wohngemeinschaften und Familien und kostet monatlich 48 Euro. Bei einem Downstream von maximal 8 MBit/s kann der Nutzer 8 GB Datenvolumen monatlich verbrauchen. Bei "DSL_Advanced" für 79 Euro bleibt es bei höchstens 8 MBit/s, das monatliche Inklusivvolumen liegt allerdings bei 13 GB. Geplant sind noch in diesem Jahr Datenraten bis zu 20 MBit/s im Downlink. Hinzu kommt eine einmalige Aktivierungsgebühr von 99 Euro (inklusive DSL-WLAN-Modem). Unklar ist noch, ob das WLAN-Modem zur Miete oder dauerhaft überlassen wird. Endkunden können das Angebot selbstverständlich nur bestellen, wenn sich die eigene Gemeinde für den Ausbau entschieden hat. Diesbezügliche Anfragen sollte man also zuerst an die örtliche Gemeindeverwaltung richten.
Schotts Ortsnetzversorgung basiert auf dem Breitbandsatelliten Ka-Sat von Eutelsat und steht dank der flächendeckenden Abdeckung des Satelliten in ganz Deutschland bereit. Insgesamt stellt Ka-Sat eine Kapazität von stolzen 70 GBit/s bereit. "Wenn die einmal ausgeschöpft sein sollte", meint Stephan Schott schmunzelnd, "dann lassen wir von Eutelsat einfach den nächsten Satelliten hochschießen."
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