Datenschützer fordert Modernisierung des Datenschutzrechtes
22.11.2009 16:03
Auskunftsrecht für jeden Bürger ist zentrale Forderung
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar
erwartet von der neuen Bundesregierung eine Modernisierung des
Datenschutzrechtes. "Wir brauchen klare Leitlinien für den Umgang mit
Daten", sagte Schaar dem Hamburger Abendblatt laut
einem Vorabbericht der morgigen Ausgabe. Die bestehenden Regelungen seien
umständlich und teilweise schwer umzusetzen. Für den Datenschutzexperten gehört dazu auch das
Recht des Bürgers, elektronischen Zugang zu den Daten zu bekommen, die über ihn gespeichert
sind.
"Über das Internet soll jeder
Betroffene mit einem gesicherten Identitätsnachweis bei einer Firma
oder einer Behörde nachsehen können, was dort über ihn gespeichert
ist, wo die Daten herkommen und wohin sie übermittelt wurden", sagte
Schaar.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte zuvor
angekündigt, Datenschutz zu einem seiner Schwerpunktthemen zu machen.
Im Zusammenhang mit den Datenskandalen um Mitarbeiterbespitzelungen
bei Lidl, der Telekom und der Deutschen Bahn forderte Schaar auch
einen besseren Datenschutz für die Arbeitnehmer. "Deshalb brauchen
wir dringend klarere Regelungen, welche Daten Arbeitgeber über ihre
Beschäftigten verarbeiten dürfen", forderte er. Es würden immer mehr
sensible Informationen über den Arbeitnehmer anfallen, die ihn
kontrollierbar machen. "Das geht von der Ortung des Diensthandys bis
zur Kontrolle des Surfverhaltens im Internet", sagte Schaar.