Image-Probleme

Erfolgreich: Jedes zweite Smartphone kommt von Samsung

Aber Patent-Niederlagen und Kinderarbeits-Vorwürfe kratzen am Image
Von mit Material von dapd
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Das Atif S von SamsungSamsung konnte mit dem Windows-Phone-8-Modell Atif S seinen Konkurrenten zuvor kommen. Das Interesse von Fachbesuchern und Verbrauchern an der Unterhaltungs-Elektronik-Messe IFA in Berlin ist offensichtlich ungebrochen. Die Veranstalter der seit Freitag für Besucher geöffneten Schau sind nach eigenem Bekunden "sehr zufrieden", wie der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Rainer Hecker, der Nachrichtenagentur dapd sagte.

Nicht nur supersparsame Hausgeräte stehen auf dem Ausstellungsgelände unter dem Berliner Funkturm im Fokus. Auch Smartphones und Tablets ziehen die Blicke der Besucher auf sich. Theoretisch ist die Branchenschau somit auch für den südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung die perfekte Gelegenheit, zu zeigen, was er zu bieten hat. Das ist eine ganze Menge.

Vor allem bei Geräten für mobile Telefonie- und Internetanwendungen ist der Anbieter aus Fernost derzeit auf der Überholspur, auch auf dem deutschen Markt: Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtete, erreichten die Südkoreaner für Juni mit ihren Galaxy-Modellen einen Verkaufsanteil von 53 Prozent. Im Februar seien es noch 37 Prozent gewesen. Der Konkurrent Apple fiel im selben Zeitraum von 22 auf 16 Prozent Marktanteil zurück.v Außerdem konnten die Südkoreaner mit dem Samsung Atif S als erste ein Windows-Phone-8-Gerät vorstellen und damit Nokia und Microsoft zuvor kommen.

Grund zum Jubeln für die Koreaner also, wäre da nicht der juristische Dauerclinch mit dem ewigen Rivalen Apple. Beim Bundesbezirksgericht im kalifornischen San José stellte der US-Konzern Ende der Woche den Antrag, vier weitere Produkte von Samsung in den USA zu verbieten. Darunter befinden sich wie berichtet sich auch das neue Smartphone Galaxy S3 und das 5-Zoll-Gerät Galaxy Note des südkoreanischen Herstellers.

Kinderarbeit-Vorwürfe kratzen am Image

Apple hatte bereits in seiner Klage vom April 17 Samsung-Produkte aufgelistet, die gegen Apple-Patente verstoßen sollen. Nun legte der Konzern eine Liste mit 21 Produkten vor. Am 24. August hatte ein US-Geschworenengericht Samsung wegen Kopierens von Apple-Designs zu einer Zahlung von 1,05 Milliarden Dollar (835 Millionen Euro) verurteilt. Am Wochenende holte Samsung zum Gegenschlag aus. "Apple zieht es weiterhin vor, Rechtsstreitigkeiten auszufechten, statt sich dem Wettbewerb zu stellen, um die Auswahl für die Verbraucher einzuschränken", hieß es in einer Stellungnahme der Koreaner, die prompt Gegenwehr in Form von allen "notwendigen rechtlichen Maßnahmen" ankündigten.

Und noch eine weitere Baustelle tut sich für sie mitten im Messetrubel auf: Der Elektronikkonzern lasse in chinesischen Fabriken angeblich Kinder für sich arbeiten, wie Der Spiegel unter Berufung auf einen Report der US-Nichtregierungsorganisation China Labor Watch berichtete. Demnach herrschten in sechs firmeneigenen Samsung-Fabriken in China haarsträubende Arbeitsbedingungen. In drei der untersuchten Fabriken soll dem Bericht zufolge sogar Kinderarbeit an der Tagesordnung sein. Samsung versprach dem nachzugehen.

Aktuelle Handys von Samsung

Diskussion über digitale Werte

Das ist nicht gerade förderlich für das Image des Herstellers, der sich in Europa gerade anschickt, am Mythos von Apple als smarter "Kultmarke" zu rütteln. Da hilft es wenig, dass Computer-Hersteller Acer in Fragen der Bedienbarkeit Samsung in einem Atemzug mit Apple nennt, wenn es um Vorbilder für möglichst intuitive Bedienkonzepte für die eigenen Produkte von morgen geht. Sogar berührungsempfindliche Computerbildschirme nach dem Vorbild von iPhone und Co möchte Acer auf den Markt bringen. Zur Zeit ist das aber noch Zukunftsmusik, wie so vieles anderes auf der IFA.

Um Zukunftstrends der Branche geht es heute und morgen auch auf dem Internationalen Medienkongress im ICC Berlin. Experten aus der Medienbranche, darunter der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Thomas Ebeling, und der britische Twitter-Chef Tony Wang kommen dort zusammen, um sich über Branchentrends auszutauschen. Das Leitmotto der Tagung könnte auch mit Blick auf Samsung nicht besser sein: Es lautet "Digitale Werte".

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