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Sofortige Rufnummernportierung nach zweieinhalb Wochen

Telekom wollte von ursprünglichen Zusagen zunächst nichts wissen
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Wie berichtet haben wir pünktlich nach Inkrafttreten des neuen Telekommunikationsgesetzes am 10. Mai einen Test gestartet und eine Rufnummer aus einem laufenden Telekom-Vertrag zu o2 portiert. Am 14. Mai hatte o2 die Portierung zuerst falsch - nämlich zum Vertragsende - beantragt. Prompt hatte die Telekom die Herausgabe der Rufnummer verweigert, zumal das Ende der Mindestvertragslaufzeit noch nicht in Sicht ist.

Im zweiten Anlauf klappte alles. Zwei Tage später erhielten wir von der Telekom ein Formular, mit dem wir bestätigen mussten, dass die sofortige Rufnummernportierung gewünscht wird. Erst am 21. Mai erreichte und von o2 eine SMS mit dem Text: "Lieber o2-Kunde, Ihr ehemaliger Netzbetreiber hat die Rufnummern-Übernahme zum 31.5.2012, 0 Uhr, bestätigt."

Telekom zeigte sich wenig kundenfreundlich

Sofortige Rufnummernportierung dauert derzeit zweieinhalb Wochen"Sofortige Rufnummernportierung" dauert derzeit zweieinhalb Wochen Immerhin zweieinhalb Wochen nach dem Antrag sollte die Rufnummernmitnahme somit tatsächlich erfolgen. Von der Telekom erhielten wir unterdessen eine neue SIM-Karte sowie Informationen zur neuen Rufnummer, die bis zum Vertragsende gilt. Dazu ein Anschreiben für Neukunden, das uns im Telekom-Netz begrüßte. Das kündigte das Unternehmen im Vorfeld auch an: "Sie nutzen Ihren Vertrag mit einer anderen Rufnummer bis zum Vertragsende weiter. Technisch bedeutet dies, dass wir Ihnen einen neuen Vertrag bereitstellen. Daher erhalten Sie ... auch das Begrüßungsschreiben für Neukunden. Außer der Information zur Rufnummer können Sie dieses ignorieren - die Konditionen Ihres bestehenden Vertrags gelten selbstverständlich unverändert weiter."

Diese Regelung hat sich allerdings offenbar nicht bei allen Abteilungen des Bonner Konzerns herumgesprochen. So verwehrte man uns zunächst den geplanten Tarif-Downgrade, der bei der Telekom ein Jahr nach Vertragsabschluss bzw. -verlängerung möglich ist: "Ein Wechsel in den Tarif Business S mit Handy kann erst zum 31. Mai 2013 erfolgen. Ich habe es für Sie noch einmal geprüft", so die Aussage der Kundenbetreuung im E-Mail-Schriftverkehr.

Die Telekom sah die temporäre Rufnummer offenbar als neuen Vertrag an - wenn auch mit verkürzter Mindestlaufzeit. Erst nachdem wir uns als teltarif-Redaktion geoutet und das Einschlagen des Rechtswegs angedroht hatten, wurden die korrekten Termine schriftlich bestätigt. Ein normaler Kunde wäre aber vermutlich überfordert gewesen.

Neue SIM-Karte zunächst nicht nutzbar

Die neue SIM-Karte buchte sich zwar bereits ins Netz ein. Telefonate konnten aber noch nicht geführt werden und der mobile Internet-Zugang stand noch nicht zur Verfügung. Stattdessen funktionierte die bisherige Betreiberkarte wie vorgesehen weiter. Auf Seite 2 lesen Sie, wie sich die eigentliche Rufnummernportierung am 31. Mai gestaltete.

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