10. bis 23. Januar 2005

teltarif.de vor 10 Jahren: Ikea-Tarif, Push to Talk & Sprachflatrates

Wir drehen die Zeit zurück: In dieser Ausgabe von "teltarif.de vor 10 Jahren" werfen wir einen Blick auf einen vermeintlichen Mobilfunk-Tarif von Ikea, Sprachnachrichten im Handy über Push to Talk und die ersten relevanten Sprach-Flatrates im Festnetz - für 60 Euro.
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teltarif vor 10 Jahrenteltarif vor 10 Jahren Wissen Sie noch, was vor zehn Jahren auf dem Tele­kommu­nikations­markt passierte? Wir blicken zurück auf die Innovationen und Produkte aus dem Jahr 2005. In unserer Serie "teltarif.de vor 10 Jahren" fassen wir die Ereignisse von damals in loser Folge zusammen.

Push to Talk floppt und Ikea-Tarif im Mobilfunk

Push to Talk, kurz PTT, sollte vor zehn Jahren der neue große Umsatzbringer der Mobilfunkanbieter werden. Die Idee dahinter: Statt SMS zu schicken oder zu telefonieren sollten die Kunden etwas tun, was beides miteinander vereint: Sprachnachrichten verschicken. T-Mobile führte den Dienst als einziger Netzbetreiber Ende 2004 ein, Anfang 2005 - am 10. Januar 2005 - veröffentlichten wir einen ausführlichen Testbericht dazu. Doch PTT floppte. Heute weiß man, dass die Idee von PTT einfach zu früh war: Sprachnachrichten per Handy zu übertragen ist für viele heute üblich - allerdings nicht über spezielle Handys, die damals notwendig waren, sondern über das Smartphone und Messenger wie WhatsApp und Threema - und ohne das die Netzbetreiber damit Geld verdienen.

Tchibo hat es vorgemacht und auch andere große Marken dachten schon mehr oder weniger laut über einen eigenen Mobilfunktarif nach. Entsprechend wurde am 17. Januar 2005 auch gemutmaßt, Ikea könnte einen eigenen Mobilfunktarif auf den Markt bringen - zum damaligen Zeitpunkt in einem gerade erst aufkommenden Discountermarkt ein Hoffnungsschimmer angesichts hoher Preise. Doch bis heute sucht man einen solchen Tarif des Möbelhauses mit schwedischen Wurzeln vergeblich. PTT sollte die Kommunikation revolutionierenPTT sollte die Kommunikation revolutionieren

Technisch ging es in den Mobilfunknetzen auch voran. Die meisten Kunden nutzen noch das GSM-Netz, UMTS war gerade erst im Aufbau. Und in Deutschland war EDGE, der Turbo für das GSM-Netz, noch ein Fremdwort - da machten es die Österreicher vor. Der damalige Marktführer A1 kündigte am 20. Januar 2005 die Einführung von EDGE an.

Probleme bei der Schaltung von DSL-Anschlüssen durch die Telekom

Wer einen neuen DSL-Anschluss buchen wollte, hatte ein Problem. Das hieß Deutsche Telekom. Sie realisierte über das Resale-Verfahren die meisten Anschlüsse auch von anderen Anbietern - schließlich hatte fast jeder seinen Anschluss noch bei der Telekom. Doch Software-Probleme verhinderten die Schaltung von über 120 000 Anschlüssen der Mitbewerber. Und noch schlimmer: Selbst geschaltete Anschlüsse konnten nicht korrekt abgerechnet werden. Entsprechend verärgert waren die Mitbewerber, wie wir am 10. Januar 2005 berichteten.

Überhaupt war der DSL-Markt ein anderer als heute: Während heute die DSL-Leitung in der Regel rund um die Uhr online ist, gab es vor zehn Jahren noch Zeittarife. 20 Stunden für 6,90 Euro - zuzüglich Telekom-Anschluss und DSL-Leitung, wie wir am 21. Januar 2005 berichteten.

Festnetz: Sprachflatrates kosten nach erster Preisrunde etwa 60 Euro

Mitte Januar 2005 entbrannte auch erstmals ein Preiskampf um echte Sprachflatrates und der Markt für die alternativen Netzbetreiber begann sich zu entwickeln. Versatel führte am 13. Januar 2005 für seine Kunden eine Sprachflatrate ein, die als monatliche Option für 19,99 Euro hinzugebucht werden konnte. Das ließ Mitbewerber HanseNet aus Hamburg mit dem neu eingeführten Markennamen Alice nicht lange auf sich sitzen: Am 14. Januar 2005 senkte Alice den Preis für seine Sprach-Flatrate auf ein ähnliches Niveau. Zu diesen Kosten kamen noch die normalen Anschlusskosten für Festnetz und DSL hinzu, sodass die monatlichen Kosten bei etwa 60 Euro lagen, wie ein Vergleich der Anschlüsse mit einer Telefonflatrate vom 17. Januar 2005 zeigt.

Weitere Meldungen vor 10 Jahren:

13. Januar 2005: Wer eine damals noch wichtige Internet-Flatrate für Modem oder ISDN haben wollte, musste sie intensiv suchen. Faventia versprach sie jedem 49. Kunden, der einen eigentlich pro Minute abgerechneten Tarif buchte.

14. Januar 2005: Die Wettbewerber hatten nicht nur bei DSL Resale Probleme mit der Telekom (siehe oben), sondern auch bei der Umschaltung der Kunden auf das eigene Netz. Versatel beschwerte sich damals laut, dass der Ex-Monopolist zugesagte Umschalt-Kapazitäten nicht einhält.

20. Januar 2005: Die Telekom befand sich mitten im Abbau ihrer bisherigen Telefonzellen. Stattdessen wurden Basis-Telefone installiert. 15 000 dieser Basistelefone waren schon installiert, sie können nur R-Gespräche, Notrufe und Gespräche mit einer Callingcard realisieren.

23. Januar 2005: Die Regulierungsbehörde schaltete 30 000 Dialer ab. Diese Dialer waren für die Kunden, die noch mit Modem oder ISDN im Internet unterwegs waren, oftmals ein Problem, da sie teure Verbindungen über 0900-Nummern aufbauten - zum Teil, ohne dass der Kunde dieses wollte. Heute spielen Dialer faktisch keine Rolle mehr.

teltarif.de vor 10 Jahren: Die Themen der nächsten Ausgabe

Bei der nächsten Ausgabe unserer Serie "teltarif.de vor 10 Jahren" geht es unter anderem um kostenloses i-mode bei E-Plus, VoIP mit ISDN-Telefonen und das erste UMTS-Prepaid-Angebot.

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