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Editorial: Auf dem Flachfernseher in die Röhre gucken

27.01.2013
17:30

Ausstieg der Privatsender aus DVB-T absehbar

Inhaltsverzeichnis:

1. Abschied der Privatsender von DVB-T war absehbar
2. Was nun: Ausbauen, abschalten oder weiterwurschteln?
DVB-T: Auf dem Flachfernseher in die Röhre gucken
DVB-T: Auf dem Flachfernseher in die Röhre gucken
Auf dem Flachfernseher in die Röhre gucken - das können künftig möglicher­weise Zuschauer, die nicht vom digitalen Antennen­fernsehen DVB-T auf eine andere Empfangs­technolo­gie (Kabel, Satellit, IP-TV) umrüsten. Denn die RTL-Gruppe will die terrestrische Aus­strahlung ihres Signals beenden. Auch die wichtigste konkurrierende private Sender­gruppe, Pro7, Sat.1, Kabel 1 und Sixx, denkt über einen Ausstieg nach.

Begründet wird die DVB-T-Abneigung von beiden Sendergruppen mit Kostenargumenten: Pro Zuschauer koste DVB-T das 30-fache wie die Satellitenausstrahlung. Diesbezüglich macht sich die geringe Durchdringung von DVB-T bemerkbar: Berlin liegt mit einem Zuschaueranteil von 20 Prozent, die über diese Technologie empfangen, noch am besten. Bundesweit sind es den Angaben zufolge im Durchschnitt 4,3 Prozent; aber da sind bei der Basis auch die Haushalte außerhalb der Ballungszentren mitgezählt, die gar kein Antennenfernsehen nutzen können.

Unbestreitbar ist, dass die terrestrische Ausstrahlung für die Fernsehsender am teuersten ist, da ein großes Sendernetzwerk betrieben werden muss. Angesichts dessen, dass die Mobilfunkunternehmen Milliardensummen für einzelne Kanäle der digitalen Dividende bezahlt haben, ist zudem zu befürchten, dass künftig auch die TV-Sender für die Frequenzrechte bezahlen müssen. Schließlich hat das Kartellamt den beiden genannten Sendergruppen jüngst wegen illegaler Absprachen die Grundverschlüsselung ihrer Programme für die nächsten zehn Jahre untersagt. Die Sender können die Kosten für das DVB-T-Sendernetzwerk also auch nicht durch den Verkauf vom Smartcards umlegen.

Auf der anderen Seite hat der Zuschauer mit DVB-T oft den geringsten Aufwand, insbesondere dann, wenn eine einfache Zimmerantenne zum Empfang reicht. Kabel-TV oder IP-TV kosten hingegen monatliche Grundgebühren, bei Satellitenempfang ist die Antennenmontage meist deutlich aufwändiger als für DVB-T.

Wer zahlt?

Letztendlich geht es also - wie war es auch anders zu erwarten - beim absehbaren DVB-T-Aus der wichtigsten privaten Sender um's liebe Geld. Schon heute sind die privaten Sender mit ihrem DVB-T-Engagement viel zurück­haltender als die öffentlich-rechtlichen. Von 30 Sende­stationen in Nieder­sachsen strahlen nur sechs auch private Programme aus. In Bayern nutzen die Privaten gar nur drei von 28 Sende­stationen mit. Zusätzlich senden die Privatsender oft mit reduzierter Leistung: Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz strahlt das Bouquet mit dem Ersten mit 120 kW aus, das RTL-Bouquet hingegen mit nur 20 kW. ProSiebenSat.1 hat allerdings ebenfalls 120 kW gebucht.

Der kontinuierliche Betrieb eines terrestrischen Senders mit 100 kW effektiver Sendeleistung in Hauptsenderichtung benötigt jährlich ca. eine viertel Million Kilowattstunden Strom. Man kann leicht ausrechnen, dass alleine die Stromkosten eines DVB-T-Bouquets in den verdichteten Siedlungsgebieten (also ohne ländliche Wohngebiete, aber mehr als nur die Innenstädte) mehr kosten als die Miete eines Satellitentransponders für ein Jahr. Dabei bietet der Satellitentransponder die vierfache Bandbreite eines DVB-T-Bouquets und deckt das ganze Bundesgebiet ab.

Dank Technologiefortschritten wird sich künftig die Lebensdauer von Satelliten ebenso weiter verlängern wie die Zahl der Transponder pro Satellit. Stichworte sind hier Ionenantrieb (der weniger Treibstoff benötigt, um den Satelliten auf Position zu halten) und verbesserte Solarzellen. Die Kosten für Bau und Start von TV-Satelliten sind in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Sollten sich kommerziell ausgerichtete Raumfahrtunternehmen wie SpaceX künftig einen größeren Teil der Aufträge sichern können, könnten die Startkosten sogar sinken.

Nachdem DVB-T in der jetzigen Form keine Zukunft hat, widmen wir uns auf der folgenden Seite der Frage: Sollte man DVB-T ausbauen, abschalten oder auslaufen lassen? Oder wäre ein sofortiger Umstieg auf DVB-T2 sinnvoller?

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RE: A propos Frankreich... Robert R. 17.03.13 04:16
A propos Frankreich... industrieclu. 29.01.13 00:55
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RE: Weitere Frequenzen für LTE garfield 28.01.13 21:45
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