Meinungen

Routerzwang: Das sagen AVM, Netgear & Co. zur Abschaffung

Die Router-Hersteller begrüßen natürlich das Ende des Routerzwangs. Dennoch wird dafür plädiert, dass der Rückzug aus dem Zwang geplant und geordnet abläuft. Wir haben bei AVM, Netgear, TP-Link und D-Link nachgefragt.
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Das sagen die Hersteller zum Routerzwang-EndeDas sagen die Hersteller zum Routerzwang-Ende Der Routerzwang ist abgeschafft und die Kunden sind damit nicht mehr an die Hardware des jeweiligen Internet-Providers gebunden. Der Kunde kann seinen Router nun selber aussuchen. Was zu diesem Beschluss die DSL- und VDSL-Anbieter sagen, haben wir bereits in einem weiteren Artikel geschrieben.

Nun wollen wir natürlich wissen, was die Router-Hersteller zum Wegfall des Routerzwangs sagen und was das für sie bedeutet. Dazu haben wir Statements von AVM, Netgear, TP-Link und D-Link erhalten. Die Äußerungen sind durchgängig positiv, allerdings will der Rückzug aus dem Routerzwang auch geordnet und geplant sein.

AVM zum Bundestagsbeschluss

teltarif.de hat auf Nachfrage das folgende Statement von der AVM-Pressestelle zum Ende des Routerzwangs erhalten:

"Wir begrüßen, dass der Deutsche Bundestag die Abschaffung des Routerzwangs einstimmig beschlossen hat. Durch das TK-Endgerätegesetz hat der Verbraucher die Wahlfreiheit und ein offener Wettbewerb bei Endgeräten im Sinne der erfolgreichen Liberalisierung des TK-Marktes ist wieder hergestellt. Wichtige Bestandteile des Gesetzes sind die Technologieneutralität und der passive Netzabschlusspunkt, also die Dose an der Wand. Die FRITZ!Box-Produkte für DSL, Kabel und Glasfaser werden wir - wo es notwendig ist - vorbereiten und im Handel anbieten, sobald es sinnvoll und möglich ist."

Netgear: Router-Geschäft wird neu belebt

Jörg Lösche, der Geschäftsführer Commercial Business Unit, Central Europe bei Netgear, meint zum Thema:

"Die Abschaffung des Routerzwangs hat für uns als Routerhersteller natürlich Vorteile. Wenn der Gesetzesentwurf durch ist, gibt es endlich nicht mehr das Problem, dass der Kunde, beispielsweise durch den Kauf eines neuen Routers mit mehr Funktionalität oder dem neuen Wireless-ac-Standard vor unlösbare Probleme bei der Installation gestellt wird. Endlich können sowohl private, als auch gewerbliche Endkunden die Standardgeräte, die vom Provider an den Kunden gegeben werden, flexibel durch modernere und leistungsfähigere Hardware ersetzen. Das wird das Geschäft mit Routern natürlich für alle Routerhersteller, die am deutschen Markt aktiv sind, neu beleben."

TP-Link begrüßt die Entscheidung

Natürlich begrüßt auch TP-Link die Abschaffung des Routerzwangs. So sagt Jan Koch (2nd Level Technical Support Engineer bei TP-Link):

"TP-LINK als Hersteller von DSL und Kabelroutern begrüßt die Entscheidung gegen vorgeschriebene Hardware für den Endkunden. Kunden können nun Hardware wählen, die ihren Bedürfnissen entspricht, ohne Mietkosten. Jedoch sollte ein geordneter Rückzug aus dem Zwang geplant werden. Besonders wichtig ist dies im Bereich TV-Kabel-Internet. Dort könnte im schlimmsten Fall ein nicht dem Standard entsprechendes oder qualitativ minderwertiges Modem einen ganzen Straßenzug lahmlegen. Die Schuld würden die betroffenen Haushalte beim in diesem Fall unschuldigen Provider suchen. Ebenso stellt sich die Frage was bei FTTH/FTTB passiert. Das Gesetz besagt, an der Dose in der Wand endet die Hoheit des Providers. Damit würde ein ONT zur Kundenseite gehören."

D-Link freut sich auch

Für D-Link hat uns Mike Lange, Director Business Development, D-Link Central and Eastern Europe, das folgende Statement gegeben:

"Uns freut es sehr, dass diese Gesetzesänderung nun in Kraft treten wird und damit der sogenannte "Routerzwang" weg fällt. Kunden können somit selbst entscheiden, welche Produkte und Technologien sie nutzen möchten und beispielsweise auf neueste Standards wie WLAN-ac setzen. Für D-Link sehen wir hier Potenzial und möchten diesen Markt adressieren. Speziell für den deutschen Markt benötigt es zusätzliche Funktionen, die in solche Geräte integriert werden müssen. Daher beschäftigen wir uns aktuell mit der Produktevaluierung für diesen Bereich."

Die Reaktionen der Kabel-Anbieter Unitymedia, Tele Columbus und Kabel Deutschland zum Ende des Routerzwangs stellen wir Ihnen in diesem Bericht zur Verfügung.

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