Frankreich

Roaming | Telefonieren in Frankreich

Oft rentiert sich die Anschaffung einer französischen Prepaid-Karte für den Frankreich-Urlaub nicht mehr. Denn die EU-Roaming-Verordnung ermöglicht auch die Nutzung einer deutschen SIM-Karte im europäischen Ausland, ohne in die Kosten­falle zu tappen. Gerade aber das mobile Internet kann mit einer lokalen Prepaid-SIM günstiger sein.
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Inhaltsverzeichnis

  1. Deutsches Handy in Frankreich
  2. Mobiles Internet in Frankreich
  3. Französische Prepaid-Karte
  4. Festnetz in Frankreich
  5. Kostenlos Telefonieren in Frankreich

Deutsche SIM-Karte in Frankreich

Seit Jahren werden die Roaming-Gebühren innerhalb der EU gesenkt. Erst kürzlich sind die Preise wieder gefallen und sollen Verbraucher vor zu hohen Mobilfunk-Gebühren im EU-Ausland schützen. Wirklich billig ist der EU-Roaming-Tarif aber nicht. Ob und für wen sich deshalb die Anschaffung einer französischen Prepaid-Karte lohnt, erläutern wir in diesem Artikel. Zunächst aber die aktuellen Preise für den EU-Roaming-Tarif deutscher SIM-Karten in Frankreich, wenn keine andere Roaming-Option voreingestellt ist:

Der aktuelle Euro-Tarif im Überblick

Euro-Tarif 1) Telekom Vodafone o2 Obergrenze 2) Taktung
Gespräche in die EU 1) Inlandspreis
+5,00
Inlandspreis
max. +5,95
20,00 22,61 30/1
Ankommende Gespräche 1,35 Inlandspreis
max. +1,35
1,35 5,95 1/1
SMS innerhalb der EU 1) Inlandspreis
+2,00
Inlandspreis
max. +2,38 3)
7,00 7,14 pro SMS
Mobile Daten (pro MB) Inlandspreis
+5,00
Inlandspreis
max. +5,95
23,00 23,80 1 kB
Stand: Juli 2016, in Cent pro Minute / SMS / MB, geringe Rundungsdifferenzen vorbehalten
1) Gültig innerhalb der EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen.
2) Die Obergrenze ist nur dann gültig, wenn im EU-Ausland ein Aufpreis zum Inlandstarif verlangt wird. Gilt der Inlandspreis auch im EU-Ausland greift die Obergrenze nicht.
3) Bei Prepaid-Kunden gilt der Inlandspreis von 9 Cent pro SMS.

Wer mit seinem deutschen Handy also in Frankreich erreichbar bleiben möchte, zahlt für eingehende Gespräche höchstens rund 6 Cent die Minute. Abgehende Gespräche von Frankreich nach Deutschland kosten demnach maximal knapp 23 Cent. Bei längeren Gesprächen kann also auch der EU-Tarif teuer werden, kürzere Anrufe nach Deutschland sind aber möglich, ohne all zu hohe Kosten zu verursachen. Alle in der Tabelle aufgeführten Preise beziehen sich im Übrigen sowohl auf deutsche Prepaid-Karten als auch deutsche Laufzeit­verträge.

Wie bereits erwähnt gilt die EU-Roaming-Verordnung aber nur dann, wenn kein anderer Roaming-Tarif voreingestellt ist. Bei einem voreingestellten Roaming-Tarif kann es sich um ein spezielles Urlaubs-Angebot des deutschen Providers handeln oder aber auch um eine dauerhafte Abweichung vom Standard-Roaming-Tarif. Das heißt: Deutsche Provider bieten zum einen speziell auf Reisende zugeschnittene Auslands­tarife beziehungsweise Roaming-Optionen an, die nur für einen gewissen Zeitraum vorgesehen sind. Zum anderen gibt es Roaming-Optionen, die dem Kunden ermöglichen seine Inklusiv­minuten und das Daten­volumen im Ausland weiterzunutzen. Ebenfalls kann es vorkommen, dass ein von der EU-Roaming-Verordnung abweichender Roaming-Tarif dauerhaft voreingestellt ist.

Telefonieren in Frankreich
Landes-
vorwahl
+33
Mobilfunk-
Netzbetreiber
Orange France, SFR,
Bouygues Télécom, Free Mobile

Grundsätzlich können vom EU-Roaming abweichende Tarife, egal welcher Art, kosten­günstiger für den Kunden sein. Allerdings können sie auch, insbesondere nach Ablauf des Inklusiv-Kontigentes, deutlich teurer als die Standard-EU-Konditionen sein. Deshalb ist es ratsam, bereits vor Antritt der Reise zu prüfen, ob und welche Roaming-Tarife voreingestellt sind. Das lässt sich in der Regel im Online-Kundenbereich des Providers, in der Kunden­hotline oder im Laden­geschäft vor Ort in Erfahrung bringen.

Wer sich gegen die EU-Roaming-Konditionen entscheidet, zum Beispiel weil der eigene Provider einen attraktiven Roaming-Tarif im Angebot hat, sollte die Rahmenbe­dingungen genaustens überprüfen. So sollte sich durch das hinzu buchen einer Roaming-Option keine längere Vertrags­laufzeit ergeben. Ebenso sollte sich die Roaming-Option, nach der Reise, wieder in absehbarer Zeit kündigen lassen. Und ganz besonders wichtig, wenn Sie sich für einen Roaming-Tarif mit Inklusiv-Kontigent entschieden haben: Klären Sie welcher Tarif nach Verbrauch der Gesprächs­minuten, des Daten­volumens und der Inklusiv-SMS gilt! Weil in so einem Fall die EU-Roaming-Verordnung nicht gelten muss, kann es unter Umständen richtig teuer werden.

Mobiles Internet in Frankreich – deutsche SIM-Karte

Eine SIM-Karte in den Farben der deutschen Flagge.Daten-Roaming mit der deutschen SIM ist möglich, kann aber immer noch teuer werden. Auch das mobile Internet ist inzwischen EU-reguliert. Es dürfen jetzt noch etwa 6 Cent pro Megabyte berechnet werden. Dabei handelt es sich um einen Zuschlag, der zusätzlich zum Inlands­preis erhoben wird. Der End­preis kann deshalb bis zu 24 Cent betragen, je nachdem wie viel der Kunde pro Megabyte im Inland bezahlen würde. Wer über Daten­volumen in Deutschland verfügt, darf das dann auch im EU-Ausland nutzen. Dann wird nur der Roaming-Aufschlag von rund 6 Cent pro Megabyte berechnet.

Eine Ausnahme zur EU-Obergrenze gibt es dennoch: Wenn der Inlands­preis pro Megabyte höher als die Ober­grenze des EU-Tarifs ist, dann darf dieser auch im Ausland gelten. Das heißt, wer in Deutschland 29 Cent pro Megabyte bezahlt, dem dürfen auch im EU-Ausland 29 Cent berechnet werden, obwohl die Ober­grenze eigentlich bei rund 24 Cent liegt.

Preise für EU-Daten-Roaming

Euro-Tarif Preis Obergrenze 1) Taktung
brutto netto brutto netto
Mobile Daten
(pro MB)
Inlandspreis
+5,95
Inlandspreis
+5

23,80

20

1 kB
Stand: Juli 2016, Preise in Cent pro Minute / SMS / MB
1) Die Obergrenze ist nur dann gültig, wenn im EU-Ausland ein Aufpreis zum Inlandstarif verlangt wird. Gilt der Inlandspreis auch im EU-Ausland, gibt es keine Obergrenze.

Egal welcher Preis am Ende für einen gilt, die Daten­nutzung im EU-Roaming-Tarif ist nur bedingt zu empfehlen. Für die sehr geringe Nutzung oder Anwendungen die nicht viel Daten­volumen verbrauchen, ist der EU-Tarif durchaus brauchbar. Den Daten­verbrauch sollte man aber immer im Auge haben, ansonsten kann es teuer werden. Viele Smartphones können den Daten­verbrauch mitzählen. Falls nicht, kann man diese Funktion auch per App nachrüsten.

Mobiles Internet in Frankreich – französische SIM-Karte

Illustration eines Smartphones vor der französischen Flagge.Telefonieren und Surfen in Frankreich Bei häufigerer Nutzung des mobilen Internets, kann sich auch die Anschaffung einer französischen Prepaid-Karte rentieren. Leider gibt es fast keine Website der großen Netz­betreiber in englischer Sprache. Sich im Vorfeld zu Informieren – ist man dem Französischen nicht mächtig – ist also schwierig.

Der größte Netzbetreiber Orange bietet immerhin einen Onlineshop für deutsche Kunden an. Darüber lässt sich aber nur die Orange holiday Europa SIM-Karte bestellen. Sie ist mit 42 Euro zuzüglich 10,99 Euro Versandkosten zwar nicht gerade billig, dafür aber europaweit nutzbar (teilnehmende Länder auf der Hompage). Das heißt, das komplette Inklusiv-Kontingent von 1 Gigabyte Datenvolumen, 120 Gesprächsminuten und 1000 SMS kann in ganz Europa verbraucht werden und das sogar auch für internationale Gespräche und SMS. Andere Orange-Tarife gibt es nur auf der französischen Seite. Man kann sich allerdings auch über eine Kundenhotline für Englisch sprechende Kunden informieren.

Darüber hinaus gibt es noch ein paar kleinere Provider, die englische Webseiten anbieten. Lebara kennt man auch aus Deutschland: Hier gibt es eine Vielzahl interessanter Angebote und die gesamte Webseite kann durch einen Klick in die Kopf­zeile in Englisch angezeigt werden. Lebara bietet beispielsweise auch Prepaid-Karten nur für die Internet­nutzung an: Etwa 1 Gigabyte für rund 10 Euro oder 3 Gigabyte für knapp 20 Euro. Nach Deutschland versenden lassen sich die Prepaid-Karten von Lebara aber nicht.

Weil es auf dem französischen Mobilfunk­markt für Ausländer etwas unübersichtlich ist, gibt es mit Le French Mobile einen kleineren Provider, der sich voll und ganz Touristen und Besuchern widmet. Dort ist ein vergleichbarer Tarif wie bei Lebara zwar doppelt so teuer – 1 Gigabyte kosten circa 20 Euro – dafür sind wirklich alle Informationen auf der Seite in Englisch. Die SIM-Karten von Le French Mobile lassen sich sogar nach Deutschland verschicken, auch ein Express­versand ist möglich.

Mit einer französischen Prepaid-Karte in Frankreich telefonieren

Leuchtreklame des Providers Orange.Lediglich der Provider Orange bietet eine Kundenhotline für Englisch sprechende Kunden an. Sollen überwiegend Gespräche im Inland geführt werden, ist eine französische SIM-Karte am günstigsten. Gespräche von Frankreich nach Deutschland werden damit aber verhältnismäßig teuer. Zudem sollte bedacht werden, dass in vielen Fällen eine französische Kredit-Karte oder zumindest eine französische Anschrift benötigt wird, um eine französische SIM-Karte kaufen zu können. Sind Sie also auf der Suche nach einer französischen SIM-Karte für einen längeren Aufenthalt, sollten Sie sich vorher eingehend bei den französischen Providern informieren. Dafür würde sich beispielsweise der englische Kunden­service des Providers Orange anbieten. Alternativ kann sich natürlich auch vor Ort informiert werden. Dann aber vorzugsweise in touristisch stark besiedelten Gebieten, denn nicht jeder französische Handy­verkäufer spricht gerne Deutsch oder Englisch.

Aufgrund des bürokratischen Aufwands sollten Urlauber, die nur ein bis zwei Wochen bleiben, lieber zu speziellen Touristen-Angeboten greifen. Viele dieser Urlaubs-Prepaid-Angebote gelten ohnehin nur 14 Tage. So zum Beispiel die Prepaid-Karte Orange Holiday, die für 39 Euro folgendes bietet: 120 Gesprächsminuten, 1000 SMS-Nachrichten sowie 1 Gigabyte Datenvolumen.

Deutlich günstiger wird es beim Provider Lebara, der für rund 20 Euro einen vergleichbaren Tarif im Angebote hat: 500 Gesprächsminuten, 500 SMS und ebenfalls 1 Gigabyte mobiles Internet. Von Deutschland aus bestellen lässt sich die Lebara SIM-Karte nicht, dafür gibt es in Frankreich einige Lebara-Shops.

Wer sich bereits im Vorfeld eine SIM-Karte samt passendem Tarif aussuchen möchte, sollte sich an Le French Mobile wenden. Dieser kleine Provider ist vor allem auf Touristen zugeschnitten und sämtliche Informationen werden in englischer Sprache bereit­gestellt. Hat man sich für ein Produkt entschieden, kann man sich dieses auch schon vor dem Urlaub nach Deutschland schicken lassen. Sehr flexibel ist, das Tarif­modell der Prepaid-Karte für Frankreich. Für knapp 20 Euro gibt es eine SIM-Karte, samt 20 Euro Guthaben. Das Guthaben lässt sich dann flexibel verbrauchen, etwa für 100 Gesprächs­minuten und 1 Gigabyte Daten­nutzung.

Das Festnetz in Frankreich – für lange Gespräche

Ein FestnetztelefonDurch Calling-Cards und Callback-Angebote kann auch das Festnetz zur günstigen Alternative werden. Das Festnetz ist eine gute Ausweich­möglichkeit für längere Gespräche von Frankreich nach Deutschland. Fern­gespräche sind zwar mit dem örtlichen Regel­tarif auch nicht gerade billig, dafür können über das Festnetz Calling Cards oder Callback-Angebote verwendet werden.

Gerade aber bei Hoteltelefonen sollte vorher an der Rezeption gefragt werden, ob Calling Cards überhaupt funktionieren. Im Hotel wird des Öfteren über ein eigenes Tarif­modell abgerechnet, welches die Verwendung solcher Spar-Tarife ausschließt. Ist das Zimmer­telefon aber unter einer direkten Durch­wahl zu erreichen, können Callback-Angebote auf jeden Fall verwendet werden. Sollten sich auch Calling Cards verwenden lassen, können Sie mit Hilfe unseres Calling-Card-Rechners schon im Vor­feld günstige Tarife heraussuchen. Alternativ finden sich Calling-Cards oft auch in unabhängigen Call-Shops vor Ort.

Kostenlos in Frankreich telefonieren – VOIP und WhatsApp Calls

Das WhatsApp Symbol und das Symbol eines Telefonhörers.WhatsApp Calls sind sehr sicher und im Falle von freiem WLAN sogar kostenlos.
Um richtig billig von Frankreich nach Deutschland telefonieren zu können, bietet sich ein Gespräch über das Internet an. Denn hier werden lediglich die Gebühren für eine Internet­verbindung fällig. Im Falle eines freien WLAN-Hotspots, wird das Gespräch also kostenlos. Fast jedes Hotel bietet inzwischen ein WLAN-Netzwerk an, teilweise gegen eine Gebühr, manchmal aber auch komplett kostenfrei. Ebenso gibt es in Frankreich etliche Cafés die ihren Kunden Gratis-WLAN zu Verfügung stellen. Einige davon lassen sich über die Seite hotspot-locations.de finden.

Empfehlenswert für Gespräche über das Internet sind generell verschlüsselte Messenger. Bestes Beispiel wäre hier WhatsApp, mit der Funktion WhatsApp Call. Wer viel Wert auf Daten­sicherheit legt, kann mit WhatsApp bedenkenlos Gespräche führen. Diese abzuhören ist nach derzeitigem Stand der Technik unmöglich. Lediglich wann und dass eine Verbindung zwischen zwei Personen hergestellt wurde, ist nachvollziehbar.

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