Euro-Tarif

Der Euro-Tarif im Detail

Seit der Einführung des Euro-Tarifs durch die EU-Kommission ist die Handynutzung im EU-Ausland deutlich günstiger geworden. Die Kosten für Telefonate, SMS und mobile Daten sind seitdem durch Obergrenzen reguliert und auch weitere Kostenfallen wurden beseitigt. Wir zeigen Ihnen die zulässigen Höchstpreise für Gespräche sowie SMS und Daten.
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Der Euro-Tarif im DetailDer Euro-Tarif im Detail Wer im Urlaub im europäischen Ausland mit dem Handy zu Hause anrufen möchte, kann dies dank Euro-Tarif ohne die Sorge vor überhöhten Telefonrechnungen nach dem Urlaub. Wichtig ist dabei allerdings, dass sich der Urlauber in einem der 28 Staaten der Europäischen Union aufhält und für seinen Mobilfunk-Tarif keine spezielle Roaming-Option gebucht hat. Dann greift automatisch der Euro-Tarif, durch den Höchstgrenzen für die Kosten für abgehende und ankommende Gespräche, SMS und mobile Daten gelten, welche die Mobilfunk-Anbieter bei der Abrechnung der Gespräche einhalten müssen.

Der aktuelle Euro-Tarif

Das war nicht immer so, denn der Euro-Tarif gilt erst seit Sommer 2007 - die darin vorgegebenen Höchstgrenzen wurden seit Einführung weiter gesenkt. Dies gilt sowohl für die Preise für Gespräche aus dem und in ein Land der Europäischen Union, als auch für SMS. Und im Zeitalter der Smartphones gewinnt natürlich auch die mobile Datennutzung im Ausland immer mehr an Bedeutung. Seit 2012 greift auch hier der Euro-Tarif. Außerdem ist es nicht mehr notwendig, sich im Ausland in ein bestimmtes (Partner-)Netz einzubuchen, um in den Genuss der günstigen Tarife zu kommen.

Die aktuell gültigen Tarife können Sie folgender Tabelle entnehmen.

Der aktuelle Euro-Tarif im Überblick

Euro-Tarif ab
01.07.2014
Abgehende Gespräche 22,61 1)
(netto: 19)
Ankommende Gespräche 5,95 2)
(netto: 5)
SMS 7,14
(netto: 6)
Mobile Daten (pro MB) 23,80
(netto: 20) 3)
Preise in Cent pro Minute bzw. pro SMS.
1) Sekundengenaue Abrechnung nach den ersten 30 Sekunden (30/1).
2) Sekundengenaue Abrechnung ab der ersten Sekunde (1/1).
3) Taktung in 1-kB-Schritten.

In folgenden Ländern gilt der Euro-Tarif:

Ganz wichtig für den Preis eines Telefonats ist die Taktung. Auch hier hat der Euro-Tarif dafür gesorgt, dass die Mobilfunkkosten möglichst überschaubar bleiben. Abgehende Telefonate müssen im 30/1-Takt abgerechnet werden, was bedeutet, dass nach den ersten 30 Sekunden im Sekundentakt abgerechnet wird. Eingehende Telefonate werden sogar komplett im Sekundentakt abgerechnet. Auch das Umleiten der Gespräche auf die Mailbox darf seit 2010 keine zusätzlichen Kosten mehr verursachen. Und schließlich müssen mobile Daten im kundenfreundlichen 1-kB-Takt abgerechnet werden.

Neben den normalen Roaming-Preisen (Euro-Tarif) bieten alle Netzbetreiber und Service-Provider inzwischen auch Optionstarife für die Telefonie und Datennutzung im Ausland an. Damit lassen sich die Kosten für die Handy-Nutzung auf Reisen unter Umständen noch weiter senken. Die günstigeren Konditionen gelten sowohl für Kunden mit einem Mobilfunkvertrag, als auch für Nutzer von Prepaidkarten.

Die Geschichte der Roaming-Verordnung

Wenn früher eine Reise ins Ausland anstand, mussten deutlich höhere Telefonkosten einkalkuliert werden, sofern nicht auf das eigene Handy verzichtet werden konnte oder sollte. Alternativ halfen lediglich Prepaidkarten eines Anbieters im entsprechenden Land oder die Verwendung von Festnetz-Telefonen. Der (gedankenlose) Griff zum eigenen Handy wurde in der Regel mit einer deutlich überhöhten Rechnung teilweise erst lange nach dem Auslandsaufenthalt quittiert. Diesem Missstand nahm sich die EU-Kommission an und setzte im Mai 2007 die Einführung einheitlicher Obergrenzen für Telefonate und SMS innerhalb der Europäischen Union durch. Ab diesem Stichtag sanken die Preise für Handygespräche aus dem EU-Ausland nach Hause oder in ein anderes Mitgliedsland.

Doch es sollte nicht bei der einmaligen Regulierung bleiben, denn Ziel der EU-Kommission war und ist es, die Kosten für Mobilfunknutzung innerhalb der EU dauerhaft und deutlich zu reduzieren. Aus diesem Grund wurde nicht nur ein Fahrplan für die weitere Reduzierung der Obergrenzen festgelegt, sondern auch weitere Mobilfunk-Dienste in diesen Euro-Tarif aufgenommen. Entsprechend hat das Europäische Parlament im April 2009 die zweite Roaming-Verordnung verabschiedet, mit der auch die Preise für SMS, die vom Ausland nach Hause geschickt werden, sowie die Großhandelspreise beim Daten-Roaming reguliert wurden. Zudem muss seit dem der Mobilfunk-Anbieter die Internetverbindung trennen, wenn der Kunde durch diese - wissentlich oder unwissentlich - 50 Euro an Kosten verursacht hat (Cut-off-Mechanismus). Eine erneute Freischaltung des Internetzugangs kann nur auf expliziten Wunsch des Kunden erfolgen. Mit der dritte EU-Roaming-Verordnung, die im Juli 2012 in Kraft getreten ist, wurden neben nochmals niedrigeren Obergrenzen für Telefonate und SMS auch die Endpreise für mobile Daten-Verbindungen begrenzt. Seit dem gilt auch für mobile Daten ein Höchstpreis pro übertragenem Megabyte und die Abrechnung muss in 1-kB-Schritten erfolgen. Außerdem gilt der "Cut-off-Mechanismus" nun auch bei Daten-Roaming außerhalb der EU - die Kosten pro Abrechnungseinheit darf der Anbieter im EU-Ausland allerdings immer noch selber festlegen.

Frühere Preisstufen des Euro-Tarifs

Euro-Tarif seit
30.08.2008
seit
01.07.2009
seit
01.07.2010
seit
01.07.2011
seit
01.07.2012
seit
01.07.2013
Abgehende
Gespräche
54,74
(netto: 46)
51,17 1)
(netto: 43)
46,41 1)
(netto: 39)
41,65 1)
(netto: 35)
34,51 1)
(netto: 29)
28,56 1)
(netto: 24)
Ankommende
Gespräche
26,18
(netto: 22)
22,61 2)
(netto: 19)
17,85 2)
(netto: 15)
13,09 2)
(netto: 11)
9,52 2)
(netto: 8)
8,33 2)
(netto: 7)
SMS - 13,09
(netto: 11)
13,09
(netto: 11)
13,09
(netto: 11)
10,71
(netto: 9)
9,52
(netto: 8)
Mobile Daten - - - - 83,30
(netto: 70) 3)
53,55
(netto: 45) 3)
Preise in Cent pro Minute bzw. pro SMS.
1) Sekundengenaue Abrechnung nach den ersten 30 Sekunden (30/1).
2) Sekundengenaue Abrechnung ab der ersten Sekunde (1/1).
3) Taktung in 1-kB-Schritten.

Kostenfalle Mailbox seit Juli 2010 innerhalb der EU entfallen

Wie oben bereits erwähnt, ist seit 2010 auch eine weitere Kostenfalle bei Handynutzung im Ausland entfallen. Bei fast allen Mobilfunk­anschlüssen sind Ruf­umleitungen zur Mailbox bereits eingerichtet. Bei einer Reise ins Ausland wurden bis 2010 Anrufe, die wegen Nichterreichbarkeit durch diese Rufumleitung auf dem Anrufbeantworter landeten, teilweise doppelt berechnet. Das heißt, der Kunde musste das eingehende Telefonat - welches er nicht angenommen hat - und die Umleitung zur Mobilbox bezahlen. Hier galt bisher die Regel, Umleitungen oder Mailbox vor Antritt der Reise zu deaktivieren. Seit 1. Juli 2010 ist diese Kostenfalle beseitigt, denn seitdem darf kein Heimatanbieter den Empfang von Voice-Mail-Nachrichten innerhalb der EU mehr berechnen. Die Rufumleitung zur Mailbox an sich ist kostenlos. Das Abhören entgangener Anrufe bleibt jedoch nach wie vor kostenpflichtig.

Aktuelle Meldungen zur Regulierung des Roamings durch die EU