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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 26.05.2012 |
Roaming: Wie die Netzbetreiber den Euro-Tarif aushebeln15.06.2011
14:03 Mobilfunker aktivieren den regulierten EU-Tarif meist nur auf ausdrücklichen WunschInhaltsverzeichnis:1. Hintergrund: Der Euro-Tarif und seine Historie2. Die aktuelle Situation bei den vier großen deutschen Netzbetreibern 3. E-Plus hält eigenes Roaming-Modell für "deutlich günstiger" ![]() Der regulierte Euro-Tarif: Von den Netzbetreibern ungeliebt Roaming-Einnahmen sind für die Netzbetreiber auch heute noch eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle. So fielen vor Einführung der ersten EU-Roaming-Verordnung, mit der die EU-Kommission die maximalen Preise für Gespräche im EU-Ausland im Sommer 2007 gedeckelt hat, EU-weit geschätzt rund 8,5 Milliarden Euro pro Jahr an Roaming-Gebühren an. Seit 1. Juli 2009 sind nun auch die Gebühren für Auslands-SMS innerhalb der EU reguliert - hierzulande dürfen im sogenannten Euro-Tarif seitdem maximal gut 13 Cent pro Kurzmitteilung verlangt werden. "Der Markt funktioniert nicht. Somit haben wir keine andere Wahl, als jetzt entsprechende Maßnahmen zu ergreifen", formulierte die damalige EU-Telekommunikations-Kommissarin Viviane Reding im September 2008, als sie die nächste Stufe der Roaming-Verordnung inklusive regulierter SMS-Preise vorstellte. Die Telekom-Branche zeige eine "Bunkermentalität". Und mit der Einführung der neuen Regulierung regte sich bei Branchenverbänden und Anbietern deutlicher Protest. Ab Juli erneut gesenkte Maximalpreise im Euro-TarifAm 1. Juli dieses Jahres steht nun die nächste - von der EU vorgegebene - Absenkung der Maximalpreise für EU-Roaming-Gespräche und -SMS an: Ab dann dürfen eingehende Gespräche im EU-Ausland nur noch maximal gut 13 Cent kosten (Sekundentakt), für SMS gilt weiterhin derselbe Höchstpreis (13,09 Cent). Abgehende Telefonate kosten ab Juli nur noch maximal 41,65 Cent pro Minute (30/1-Takt). Darüber hinaus plant die derzeitige EU-Telekommunikations-Kommissarin und EU-Kommissions-Vizepräsidentin Neelie Kroes, mit dem Auslaufen der aktuellen Roaming-Verordnung im Sommer nächsten Jahres weitere massive Absenkungen durchzusetzen. Zudem soll dann auch ein maximaler Endkundenpreis pro Megabyte für die mobile Nutzung des Internets gelten (teltarif.de berichtete). Der Euro-Tarif im Überblick
1) Sekundengenaue Abrechnung nach den ersten 30 Sekunden (30/1). 2) Sekundengenaue Abrechnung ab der ersten Sekunde (1/1). Mobilfunker versuchen, den Euro-Tarif zu umgehenSo verwundert es dann nicht, dass den Mobilfunk-Unternehmen der vorgeschriebene Euro-Tarif ein Dorn im Auge ist. Und so versuchen die meisten, ihren Kunden eine ihrer eigenen Roaming-Optionen schmackhaft zu machen, die sich in manchen Fällen für den Kunden zwar lohnen können, oftmals aber nur für wenige Nutzer wirklich vorteilhaft sind. Bei vielen Netzbetreibern bleibt es indes nicht nur bei der Bewerbung der hauseigenen Roaming-Optionen (bei denen der Anbieter die Preisgestaltung frei festlegen kann), sondern diese werden bereits bei Vertragsabschluss häufig automatisch voreingestellt. Dies führt zur paradoxen Situation, dass neue Kunden - entgegen der Intention der EU-Roaming-Verordnung, die vorsieht, dass Kunden automatisch den Euro-Tarif nutzen, solange sie sich nicht aktiv für eine andere Option entscheiden - vielfach mit einem ganz anderen Roaming-Tarif-Modell in den Urlaub fahren - und im Endeffekt oftmals zu viel bezahlen. Vorsicht sollte auch bei eigenen Änderungen am Vertrag - sei es online oder per Telefon - gelten: Vielfach bestellt man die Roaming-Option des Netzbetreibers bei Änderungen im Kundencenter einfach mit, wenn man sie nicht aktiv wegklickt, zudem stellen Callcenter-Agents - unter Betonung der mehr oder minder zutreffenden Options-Vorteile - Kunden bei Anrufen gerne auf den hauseigenen Roaming-Tarif um. Manche Unternehmen stellen ihre Kunden sogar ungefragt umDen problematischsten Weg haben die Anbieter E-Plus (BASE) im Jahr 2009 sowie - vor kurzem - o2 beschritten: Sie haben ihre Kunden - im Falle von E-Plus mit und im Falle von o2 (zunächst) ohne jede Ankündigung - ungefragt auf die hauseigenen Roaming-Optionen umgestellt. Zwar verweisen die Anbieter in solchen Fällen darauf, dass der Kunde widersprechen beziehungsweise jederzeit wieder zum Euro-Tarif zurückkehren könne, in Ordnung ist ein solches Vorgehen jedoch nicht. Im Falle von o2 überprüfen nun auch die Bundesnetzagentur und die EU-Kommission die Rechtmäßigkeit der (Zwangs-) Umstellung von Bestandskunden. Auf der zweiten Seite unseres heutigen Artikels erfahren Sie: Was ist der aktuelle Stand bei den vier großen deutschen Netzbetreibern? Welche Roaming-Tarife gelten hier standardmäßig und was passiert bei einer Vertragsverlängerung?
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