Roaming: EU wirft Mobilfunkern ungerechtfertigte Bereicherung vor
08.12.2010 16:17
EU-Kommission hat heute neue Konsultation zum EU-Roaming gestartet
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 Die EU wirft den Mobilfunkern ungerechtfertigte Bereicherung vor
Die EU-Kommission hat heute eine Konsultation hinsichtlich der künftigen Regulierung von
Roaming-Verbindungen in der EU gestartet. Verbraucher, Unternehmen,
Telekommunikationsbetreiber und Behörden können ab heute und noch bis 11. Februar kommenden
Jahres Stellungnahmen zum Thema (EU-) Roaming abgeben. Diese werden dann im Rahmen einer Überprüfung
der aktuellen Roaming-Verordnung der EU, die noch bis 30. Juni 2012 gilt,
mit einbezogen.
EU: Anbieter erzielen "ungerechtfertigt hohe Gewinnspannen"
Die von den Unternehmen verlangten Roaming-Preise sind der EU nach wie vor ein Dorn im Auge. So heißt es
seitens der EU-Kommission heute: "Vielmehr setzen die Betreiber die Roamingpreise im Allgemeinen knapp unter
den regulierten Höchstpreisen fest und erzielen mit Roamingdiensten ungerechtfertigt hohe Gewinnspannen." Die
EU hält weiter an ihrem Ziel fest, dass es - im Rahmen der Digitalen Agenda - bis 2015 gar keine Preisunterschiede mehr zwischen nationalen und EU-weiten Gesprächen geben soll, so dass
gar keine Roaming-Gebühren mehr anfallen würden.
EU-Kommissarin Neelie Kroes unterstreicht: "In einem echten EU-Binnenmarkt ist kein Platz für gewaltige
Unterschiede zwischen Inlands- und Roamingentgelten. Wir müssen die Ursache der heutigen Probleme angehen,
nämlich den unzureichenden Wettbewerb, und dafür eine dauerhafte Lösung finden."
Für die nächsten Jahre kündigt die EU-Kommission die Marschrichtung aber bereits an: Man wolle erreichen, dass
"alle Roamingkunden schnell und einfach in den Genuss wettbewerbsfähiger Roamingtarife für Sprach-, SMS- und
Datendienste kommen". Voraussetzung dafür sei jedoch, "dass die von den Betreibern praktizierten
Verbraucherpreise stärker an den tatsächlichen Kosten einer effizienten Erbringung der Roamingdienste"
ausgerichtet würden.
Der aktuelle Euro-Tarif seit 1. Juli 2010
Die aktuelle Roaming-Verordnung gilt noch bis zum 30. Juni 2012 und sieht
jährliche Preissenkungen bei den Roamingpreisen für abgehende und ankommende Gesprächspreise vor. Seit
1. Juli zahlen Mobilfunkkunden im Euro-Tarif maximal 15 Cent netto (Deutschland: 17,85 Cent
brutto) pro Minute für ankommende Gespräche (sekundengenaue Taktung) und minütlich maximal
39 Cent netto (Deutschland: 46,41 Cent brutto) für abgehende Gespräche im EU-Ausland
(sekundengenaue Abrechnung nach den ersten 30 Sekunden). SMS dürfen maximal
11 Cent netto (Deutschland also gute 13 Cent brutto) kosten.
Auch die Kostenfalle Mailbox existiert - zumindest innerhalb der EU-Länder - seit
Juli 2010 nicht mehr, so dass keine Kosten mehr für die
doppelte Weiterleitung von Gesprächen zur und von der Mailbox
anfallen können. Auch für die
mobile Nutzung des Internets innerhalb der EU existiert mittlerweile eine
Kostenbegrenzungsfunktion, die standardmäßig bei 50 Euro netto (in Deutschland also 59,50 Euro brutto) liegt. Alle
Details des aktuellen Euro-Tarifs haben wir für Sie auch in einer eigenen Meldung
zusammengestellt.
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