Entscheidung zur Digitalen Dividende noch vor der Bundestagswahl gefordert
Die United-Internet-Tochter 1&1 fordert
beim Ausbau des schnellen Internets in Deutschland eine Regulierung
der
TV-Kabelnetzbetreiber
durch die Bundesnetzagentur. "Im Sinne der
Verbraucher sollte es Ende des Jahres Wettbewerb auch auf den
TV-Kabelnetzen geben", sagte 1&1-Chef Robert Hoffmann der Tageszeitung
Die Welt. Am kommenden
Montag will Hoffmann dem Beirat der
Bundesnetzagentur in Berlin ein Positionspapier präsentieren, das der
Zeitung vorliegt. United Internet schlage vor, dass sich die
Wettbewerber am Ausbau des Breitbandnetzes finanziell beteiligen. "Am
liebsten wäre uns eine Deutsche Breitbandgesellschaft, an der alle
ihren Anteil hätten", sagte Hoffmann. Die Entscheidung dürfe nicht
bis zur Bundestagswahl im September aufgeschoben werden, mahnte
Hoffmann: "Wir brauchen bis Mitte des Jahres eine Einigung, um nicht
den Anschluss im europäischen Wettbewerb zu verpassen."
Die Bundesregierung strebt eine flächendeckende Versorgung mit
Breitband-Verbindungen an. Sie will bis Ende 2010 schnelles Surfen im
Internet in ganz Deutschland ermöglichen. Bis 2014 sollen drei
Viertel der Bundesbürger über besonders leistungsfähige Verbindungen
von mindestens 50 Megabit pro Sekunde ins Internet gehen können. Für
diese Geschwindigkeiten werden vor allem Glasfasernetze
(VDSL) und
TV-Kabelnetze benötigt. Derzeit wird nach Regeln gesucht, wie
Glasfasernetze künftig reguliert werden sollen. Bisher hat nur die
Deutsche Telekom in nennenswertem Umfang
VDSL-Netze angelegt: Sie
bietet das schnelle Netz bislang in gut 50 deutschen Städten an.