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Radfahren & Navigation: Ein Erfahrungsbericht

Wie Fahrradtouren mit Navigation angenehmer werden
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Urlaub auf dem Fahrrad liegt im Trend. Immer mehr Deutsche packen ihre Sattel-Tasche oder den Rucksack, greifen zum Drahtesel und entdecken das eigene Land auf zwei Rädern. Auch teltarif.de-Redakteur Thorsten Neuhetzki gehört zu dieser Klientel und hat einen großen Teil seiner Freizeit im Sommer auf dem Fahrrad verbracht. Nebenbei hat er dennoch nicht von der Technik und dem Smartphone lassen können. Herausgekommen ist ein Erfahrungsbericht, der Anregungen für andere Radfahrer enthalten kann - egal ob sie nur eine Tagestour oder eine ganze Woche auf dem Rad verbringen wollen. Hier der Bericht:

Zur Auswahl stehen Apps, Outdoor-Navis und klassisches Kartenmaterial

teltarif.de-Redakteur Thorsten Neuhetzki hat Erfahrungen bei der Radfahr-Navi gesammeltteltarif.de-Redakteur Thorsten Neuhetzki hat Erfahrungen bei der Radfahr-Navi gesammelt Vor Beginn jeder Tour ist es die gleiche Frage: Wo soll es lang gehen? Zum fünften Mal dieses Jahr den Fernradweg Berlin-Usedom zu fahren oder noch einmal mit dem Zug nach Rathenow um von dort nach Berlin zu radeln (Havellandradweg) - irgendwann wird es langweilig. Da hilft auch die große Vielzahl Fernradwege, mit der wir hier in Berlin und Brandenburg gesegnet sind, nicht weiter. Denn nicht alle Wege sind gleich schön und attraktiv. Dennoch: Um sich an den Rad-Urlaub heranzutasten sind diese meist ausgeschilderten Fernradwege prima - zumal man erst einmal nicht unbedingt ein Navi braucht. Eine unabhängige Übersicht mit von Nutzern generierten mehr oder weniger ausführlichen Beschreibungen und Fotos der Strecke gibt es beispielsweise auf radreise-wiki.de. Ein Powerakku sorgt für die Stromversorgung des SmartphonesEin Powerakku sorgt für die Stromversorgung des Smartphones

Diese Seite bietet auch, sofern vorhanden, GPS-Tracks. Sie können, anders als auf anderen Seiten, kostenlos heruntergeladen werden und anschließend bei Google Maps importiert werden. Nicht nur, dass ich mir meine Lieblingsstecken so gesammelt in meinem Google-Account anschauen kann - ich habe sie auch stets auf meinem Smartphone zur Hand, kann also auch spontan mal eine Tour oder einen Teil einer Tour fahren, wenn ich weiß, dass ich in der Nähe bin. Unterwegs ist der Track eine prima Ergänzung zur Ausschilderung - denn manchmal sind die Schilder doch etwas zu versteckt angebracht und die Abbiegung ist verpasst. Ein Blick auf das Smartphone oder das Tablet und schon findet man zurück auf die Strecke.

Bei eigenen Strecken nutzen Fernradwege nicht weiter

Doch gerade schlecht ausgeschilderte Wege oder komplett eigene Wege lassen sich so nicht fahren. Hier musste ich mir dann etwas Neues einfallen lassen. Denn es gibt keinen Fernradweg, der von Eisenach nach Berlin führt. Nur nach Straßenausschilderung die Bundesstraßen entlang zu fahren macht genau so wenig Spaß wie über Nebenstraßen zu fahren und alle paar Minuten auf die Karte bzw. Google Maps zu schauen.

Im Internet bin ich auf zwei Anbieter gestoßen, die sich speziell an Radfahrer richten, die ihre eigenen Routen gestalten wollen. Naviki ist komplett kostenlos, Komoot hingegen möchte für das Kartenmaterial einmalig bezahlt werden. Also habe ich zunächst einmal Naviki ausprobiert. Der Anbieter setzt in Teilen auf das Kartenmaterial von Openstreetmaps und ermöglicht es, Strecken von A nach B zu berechnen. Dabei werden besonders solche Strecken ausgewählt, die mit dem Rad Spaß machen. Auf der Webseite werden mir neben einer Karte mit der Strecke auch die Streckeninformationen - also Länge, Höhenmeter, steilster Anstieg und geschätze Fahrzeit angegeben. Auch ein Höhenprofil kann ich mir anschauen. Passt mir die direkte Strecke nicht - im Fall Eisenach-Berlin würde ich mitten durch den Harz mit sportlichen 19 Prozent Steigung fahren - kann ich Via-Punkte definieren.

Naviki: Nicht jeder Weg führt ans Ziel

Naviki zeigt zwar die Strecke und Streckeninfos an, ist aber keine Navigationssoftware - dafür aber kostenlosNaviki zeigt zwar die Strecke und Streckeninfos an, ist aber keine Navigationssoftware - dafür aber kostenlos Als wenig sinnvoll empfand ich, dass im eingeloggten Zustand jede nur mal zur Probe angeschaute Strecke direkt gespeichert wird und erst wieder manuell gelöscht werden muss. Gerade, wenn ich mir erst einmal nur grundsätzlich eine Strecke überlege und sie sehen möchte, ist das eher störend. Außerdem kann ich den Straßenbelag nicht definieren. So schickt mich Naviki wie es will - über Asphalt, Kopfsteinpflaster oder Feldwege. Gerade die Feldwege sind mir zwischen Eisenach und Weimar zum Verhängnis geworden. Statt über die einige hundert Meter parallel verlaufende Bundesstraße mit Radweg führte mich Naviki zunächst über Nebenstraßen und dann über Feldwege. Diese verjüngten sich im Laufe der Zeit immer mehr bis ich schließlich vor einem Acker stand. Der Weg war zu Ende. Auch der Kontrollblick auf die Karte mit Naviki-Route brachte keine Erkenntnis. Ich war richtig gefahren. Offenbar wurde der Weg aber irgendwann einfach umgepflügt und ist jetzt Acker. Doch auch unabhängig davon hat der Weg die letzten Kilometer zuvor auch schon keinen Spaß gemacht.

Zudem ist Naviki kein klassisches Navi. Über die Webseite oder die Smartphone-Apps lassen sich zwar Routen bestimmen, Anweisungen, wie ich zu fahren habe, gibt es aber nicht. Immer wieder muss der Blick auf das Smartphone gehen. Dort finde ich wahlweise bei Naviki oder über einen exportieren kml-Track bei Google Maps die Route auf einer Karte. Wer keine Halterung am Lenker hat, für den heißt das absteigen, Handy an und auf die Karte gucken. Sehr nervig, wenn man 100 bis 200 Kilometer am Tag fahren will.

Für mich war klar: Ich brauche eine echte Navigationslösung für Radfahrer. Welche ich gefunden habe und wie sie funktioniert, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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