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Quimo4Kids – eine kindgerechte Linux-Distribution

18.04.2010
08:38

 

Von Falko Benthin
Der Wandel von der Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaft ist ageschlossen, momentan entwickeln wir uns zur Informations- und Wissensgesellschaft weiter. Rechner unterstützen uns dabei, die heutige Informationsflut zu bewältigen. Ein Grund, auch schon die Jüngsten unter uns mit den Geräten vertraut zu machen. Qimo for Kids ist eine Linux-Distribution, die an Kinder ab einem Alter von drei Jahren adressiert ist. Neben einer einfach benutzbaren Oberfläche enthält das auf Ubuntu basierende System zahlreiche Programme, mit denen Kinder den Umgang mit Computern und Informationen spielerisch erlernen sollen. Wir haben getestet, was für eine Figur Qimo auf dem Netbook macht.

Qimo läuft auf alter Hardware

qimo_2 Momentan lernt Qimo for Kids 2.0 Laufen und liegt als Alpha 2 vor, die dritte Alpha-Version wollen die Entwickler in Kürze veröffentlichen. Qimo, gesprochen "kim-oh", basiert auf Ubuntu, genauer Xubuntu. Der Name geht auf den von Bob Dylan geschriebenen Song "Quinn The Eskimo" (The Mighty Quinn) und den Sohn der Qimo-Initiatoren Michelle und Michael Hall, der ebenfalls Quinn heißt, zurück. Qimo gibt sich hardwaretechnisch mit einem 400 MHz schnellen Prozessor, 256 MB Ram und 6 GB freiem Festplattenspeicher recht bescheiden.

qimo_01 Während Qimo 1.0 auf verschiedenen Spiegelservern verfügbar ist, gibt es die Alpha-Version von Qimo 2.0 aktuell nur via Bittorrent. Das heruntergeladene ISO-Image kann auf CD gebrannt oder, für Netbooks besser geeignet, mit Hilfe entsprechender Werkzeuge wie unetbootin auf einen USB-Stick übertragen werden. Da Qimo als Live-CD konzipiert wurde, kann es vor der Installation schon ausführlich getestet werden.

Lernspiele satt

qimo_3 Qimo 2.0a2 ist mit einem Kernel 2.9.32-13 durchaus auf der Höhe der Zeit. Das System verwendet die Desktopumgebung Xfce 4.6.1, nach dem Start landen die Kurzen in einem vorkonfigurierten Desktop, in dessen Hintergrund ein sympathischer Eskimo mit seinem Kuscheleisbären an der Seite winkt. In dem am unteren Bildschirmrand positionierten Panel finden die Kurzen Startbuttons für den Editor Mousepad und die Lernspielesammlung gCompris, die Spiele aus den Bereichen Mathe, Lesen, Physik oder Strategie enthält und zu zahlreichen Entdeckungen einlädt. Der Button daneben startet Childsplay, ebenfalls eine Sammlung pädagogisch wertvoller Programme, mit deren Hilfe die Lütten ihr Gedächtnis trainieren (verschiedene Memory-Spiele mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden), Tiere und deren Lautäußerungen kennenlernen (ich glaube, das Geräusch der Motte ist der elektrische Insektenbrutzler), Fische mit der Maus eliminieren oder Pacman mit Buchstaben vollstopfen können.

qimo_4 Weitere Programme, die den Intellekt des Nachwuchses zu Höchstleistungen (neben der Wissensgesellschaft sind wir schließlich auch eine Leistungsgesellschaft) und Kreativität anspornen sollen, sind das Zeichenprogramm TuxPaint, TuxMath und Tux Type, eine Anwendung zum Erlernen des Zehn-Finger-Schreibens. Mir persönlich hat "Laby" sehr gut gefallen, eine kleine Applikation zum Programmieren lernen, in der eine Ameise gesteuert werden muss.

Auch für Erziehungsberechtigte

qimo_5 Damit lassen wir die Spiele und Lernprogramme der Live-CD hinter uns und schauen, was für Erwachsene dabei ist. Ich habe diesmal auf die Installation verzichtet, aber wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es nach der Installation mit Ubiquity zwei Nutzer. Einmal den kindgerechten Standardnutzer qimo und dann den bei jeder Ubuntu-Installation anzulegenden Nutzer, der letztendlich auch Root-Rechte hat. Bei letzteren gehen die Entwickler davon aus, dass sie schon einige Informationen mehr verarbeiten können und haben für sie den Browser Firefox, den Movie Player und den Audioplayer Exaile auf die CD gepackt. Zusätlich gibt es noch den Bildbetrachter Ristretto und die üblichen System- und Dienstprogramme.

Fazit

Der erste Eindruck, den Qimo for Kids 2.0 hinterlässt, ist ein sehr guter. Für Kinder, die ihre ersten Gehversuche mit Informationstechnik machen, sind ausreichend spielerische Herausforderungen vorhanden. Allerdings fehlt eine vorinstallierte Filtersoftware, die den surfenden Nachwuchs vor leicht bekleideten Menschen schützt, die wenig kindgerechte Übungen vorturnen. Besorgte Erziehungsberechtigte müssen hier selbst für ausreichenden Schutz sorgen. Durch den Zugriff auf die Ubuntu-Repositories sollte das allerdings kein Problem sein.

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2013-02 Erwachsene ab 14 Jahre