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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 19.05.2013 |
Quam heute vor 10 Jahren abgeschaltet: Geplatzter UMTS-Traum15.11.2012
08:50 Gute Ideen, geniale Handbücher - aber organisatorisches ChaosInhaltsverzeichnis:1. Geplatzter Traum: Quam war ein Kind der UMTS-Euphorie2. Prepaid mit Gebührenanzeige, interessante Tarife und Erreichbarkeit 3. Abschaltparty, Wechselangebot, verlorene Lizenz und "Comeback"
Von Henning Gajek
![]() Quam setzte auf eine Shop-Präsenz an zentralen Stellen einer Stadt Blenden wir zurück: Nachdem die Versteigerung für "Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden" (scherzhafte Interpretation der Abkürzung UMTS) in Mainz mit fast 100 000 000 000 DM (ca. 50 Milliarden Euro) im August 2000 zu Ende gegangen war, blieben sechs "Gewinner" übrig: Telekom/T-Mobile, Mannesmann/Vodafone, Auditorium S.A. (E-Plus), VIAG Interkom (heute Telefónica o2), Mobilcom Multimedia und die Marabu Vermögensverwaltung. Letztere hatte für 16,45 Milliarden DM eine UMTS-Lizenz ersteigert und wandelte sich bald in die "Group 3G". Dahinter steckten die Telefónica Moviles (mit etwa 57 Prozent) und die finnische "Telekom" mit Namen Sonera und ca. 43 Prozent Anteil, sie nahmen ihren Sitz in München. Bei der Bekanntgabe der Versteigerungs-Ergebnisse in der Bundesnetzagentur in Mainz war die Vertreterin aus Finnland sichtlich überfordert und stammelte in die laufenden Kameras und Mikrofone: "Oh wir haben eine Lizenz; oh, wir werden spannende Dienste anbieten" und verschwand gleich wieder von der Bildfläche. Danach war erst einmal Pause. Monatelang tüftelte Group 3G in München unter allerhöchster Geheimhaltung an seinem Angebot. Den Mitarbeitern war gesagt worden, dass das neue Unternehmen "Zoom" heißen sollte, aber jeder, der darüber "nach außen" auch nur ein Wort verloren hätte, wäre einen Kopf kürzer gemacht worden. Das funktionierte: Die Information blieb bis zum Start wirklich geheim. Erst bei der Start-Pressekonferenz enthüllten die von Anfang an eingeweihten Chefs den tatsächlichen Namen Quam, was die Süddeutsche Zeitung später mit "Quatsch aus München" übersetzte. Das Quam-Personal bestand an der Basis aus hochmotivierten und erfahrenen Leuten, die vorher bei anderen Netzbetreibern und Service-Providern gearbeitet hatten und es jetzt einmal richtig machen wollten. Zum Start hatte das neue Unternehmen mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Ein bundesweiter flächendeckender Netzausbau mit UMTS-Stationen war so schnell gar nicht realisierbar, und UMTS-fähige Endgeräte waren auch noch nicht lieferbar. Ergo schloss Quam ein Roaming-Abkommen mit dem Netzbetreiber E-Plus ab, was es allen Quam-Kunden erlaubte, das bestehende GSM-Netz von E-Plus in Deutschland zu verwenden. Quam war also der erste virtuelle Netzbetreiber in Deutschland, lange bevor die "vistream" (später Telogic) an den Start ging. Quam mit wegweisender Technik
Im "Telefónica"-Modus standen den Quam-Kunden alle Roaming-Abkommen der spanischen Telefónica Moviles zur Verfügung, was seinerzeit etwa 135 Netze weltweit bedeutete - das waren wesentlich mehr und auch andere Netze als vom "Gastgeber" E-Plus zu dieser Zeit angeboten wurden. Besonderes Bonbon: Die Quam-SIM erlaubte im "Telefónica-Modus", zu unschlagbar günstigen Preisen "daheim" in Spanien im Netz von Telefónica Moviles (heute Movistar) zu roamen. Diese kreative Idee wurde bei o2 (heute eine börsennotierte Telefónica-Tochter) bislang nicht umgesetzt. Auf der zweiten Seite blicken wir zurück auf die Alleinstellungsmerkmale der Prepaidkarte "Quam Now", auf die anfängliche Erreichbarkeit und auf die gar nicht so uninteressanten Tarife. Anzeige:
Meinungen und Erfahrungen der Community:
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