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10 Jahre Nummernportierung: Handynummern sind flexibel nutzbar

Seit diesem Jahr können Handynummern "sofort" portiert werden
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10 Jahre Nummernportierung: Die SIM-Karte ändert sich, die Nummer bleibt10 Jahre Nummernportierung: Die SIM-Karte ändert sich, die Nummer bleibt Jene Mobilfunk­nutzer, die schon lange ein Handy nutzen, wissen noch genau: Wer sich erstmalig für einen Netz­betreiber und Provider entschloss, musste sich diesen Schritt deutlich genauer überlegen als heute. Der Grund: Er war mit seiner Ruf­nummer auf diesen Anbieter festgelegt. Ein Wechsel des Tarifes war zwar möglich, nicht aber der Wechsel des Providers oder gar des Netzes. Erst am 1. November 2002 änderte sich dies mit der Einführung der Rufnummern­portierung im Mobilfunk. Das ist heute auf den Tag genau 10 Jahre her. Zeit, einen Blick zurück zu werfen und gleichzeitig auf die Neuerungen aus diesem Jahr zu blicken.

Als die Rufnummernportierung heute vor 10 Jahren eingeführt wurde, werden nur wenige Kunden sie direkt genutzt haben. Zwar war es endlich möglich, seine Nummer, die bisher etwa im Netz der Telekom (damals noch T-Mobile) geschaltet war, zu E-Plus mitzunehmen. Doch vollziehen konnte diesen Wechsel nur jener Kunde, dessen Vertrag genau zum Stichtag auslief. Bis vor wenigen Monaten war eine Portierung der Rufnummer nur möglich, wenn der Vertrag beendet bzw. die Prepaid-Karte gekündigt war.

Sofortige Portierung seit diesem Jahr möglich

Seit Mai hat sich dieses Verfahren geändert - wenngleich es noch an der ein oder anderen Stelle hapert, wie Tests von teltarif.de vor wenigen Wochen gezeigt haben. Doch die Neuerung ist genau so bedeutend wie die Einführung der Portierung vor zehn Jahren: Nummern können mit sofortiger Wirkung portiert werden. Das Ende eines Vertrages, das schlimmstenfalls noch zwei Jahre entfernt sein kann, muss nicht mehr abgewartet werden. Der bestehende Vertrag muss jedoch weiter bedient, sprich bezahlt werden.

Die Rufnummernportierung ist heute, zehn Jahre nach dem Start, selbstverständlich. Dennoch gehen auch heute noch viele Nutzer davon aus, dass eine Handynummern mit der Vorwahl 0172 automatisch im Netz von Vodafone landet. Schließlich haben die Kunden jahrelang gelernt, dass 0170 und 0171 im Netz der Telekom, 0172 und 0173 im Netz von Vodafone, 0177 E-Plus- und 0179 o2-Nummern sind. Doch das ist schon lange nicht mehr so. Zudem haben die Netzbetreiber inzwischen zahlreiche weitere Nummernblöcke zugeteilt bekommen, virtuelle Netzbetreiber haben eigene Nummernblöcke - sprich: den Überblick könnte ein normaler Kunde heute sowieso nicht mehr behalten. Welche Nummernblöcke welchem Anbieter ursprünglich zugeordnet waren, haben wir auf einer Übersichtsseite zusammengefasst.

In den vergangenen vier Jahren 3,5 Millionen Portierungen

Dass man anhand der Nummer das Zielnetz nicht mehr ausmachen kann, zeigt auch eine Zahl, die uns die Deutsche Telekom auf Nachfrage geliefert hat. Ihre Tochter T-Systems betreibt die zentrale Portierungsdatenbank, in der jeder Carrier abfragen kann, in welchem Netz die Zielrufnummer geschaltet ist. Seit 2008 seien 3,5 Millionen Rufnummern portiert, hieß es aus Bonn auf Nachfrage.

Die Kunden können nicht direkt in dieser Datenbank nachschauen. Doch auch sie können in Erfahrung bringen, in welchem Netz die Nummer geschaltet ist. Außer bei o2 geht das telefonisch vom Handy. Telekom-Kunden rufen die 4387 an, Vodafone-Kunden die 12313 und E-Plus-Nutzer die 10667 an. o2-Kunden können kostenlos eine SMS mit dem Format "NETZ Rufnummer" an die 4636. Vodafone hat zudem eine 0800-Nummer geschaltet, die auch für Nicht-Vodafone-Kunden und somit auch aus dem Festnetz erreichbar ist. Die Nummer lautet 0800-5052090.

Kein Anbieter muss eingehende Portierung anbieten

Portierungen von Mobilfunknummern sind gesetzlich vorgeschrieben. Das betrifft jedoch nur die abgehende Portierung, die von allen Mobilfunkanbietern angeboten werden muss. Bis zu 30,72 Euro dürfen die Unternehmen dafür berechnen. In der Regel liegen die Kosten dann auch zwischen 25 und 30 Euro für die Portierung. Eine eingehende Portierung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sprich kein Anbieter muss eine eingehende Portierung anbieten. Die meisten tun es jedoch, da viele Kunden keine neue Nummer wollen und sie hier einen großen Neukundenstamm verlieren würden. Einige Anbieter ermöglichen auch, eine Handynummer nachträglich zu portieren. Dann kann zunächst ein Vertrag mit einer neuen Nummer abgeschlossen werden und zu einem späteren Zeitpunkt wird dann die Nummer portiert.

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