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Test: Kostenlos SMS versenden und telefonieren mit Pinger.com

teltarif.de-Test zeigt: Kostenlos ist nicht immer gut
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Kostenlos telefonieren und SMS versenden, wer möchte das nicht? Gerade Mobilfunknutzer mit geringem Einkommen wie Schüler, Studenten oder andere Mitmenschen, die - aus welchen Gründen auch immer - jeden Cent dreimal herumdrehen müssen, achten verstärkt darauf.

Startseite von Pinger mit Download-MöglichkeitenStartseite von Pinger mit Download-Möglichkeiten. Zur Galerie: Klick aufs Bild! Da klingt ein Angebot wie das des amerikanischen Unternehmens Pinger.com schon richtig verlockend: Kostenlos SMS verschicken und seit kurzem auch "kostenlos" telefonieren. Doch die Sache hat natürlich einige Haken.

Pinger geriet vor einiger Zeit aus Anlass des Mobile World Congress in Barcelona in den Brennpunkt des allgemeinen Interesses, da die Deutsche-Telekom-Tochter "T-Venture" mit sogenanntem Wagnis-Kapital bei Pinger eingestiegen ist. Den Zahlenrechnern hatte es das Geschäftsmodell von Pinger angetan - und das geht so:

Pinger erlaubt, kostenlos SMS zu verschicken, sofern man genügend Punkte auf seinem eigenen Pinger-Konto hat. Das Startkonto enthält 100 Punkte, was zum Beispiel für 10 SMS-Kurznachrichten reicht, denn jede SMS kostet 10 Punkte. Aufgeladen wird nicht mit echtem Geld, sondern durch ankommende SMS (und Anrufe, sofern sie zustande kommen). Pro ankommender SMS "verdient" man 10 Punkte und kann damit wieder SMS verschicken, pro ankommender vollendeter Gesprächs-Minute erhält man 40 Punkte (bleibt der eingehende Anruf unter 60 Sekunden, bekommt man dafür nichts).

Um das Angebot nutzen zu können, meldet man sich auf Pinger.com an und lädt eine App für Apples iPhone oder iPod Touch (iOS) oder für Geräte mit Android-System herunter und installiert sie. Während des Anmeldevorgangs kann unter einer kleinen Anzahl von Rufnummern aus dem Vorwahlbereich 01570 (gehört zu Telogic, früher vistream) eine "passende" auswählen und los gehts.

Neue Nummer mit Vorwahl 01570 über Facebook verteilen

Mobilfunknummer bei PingerMobilfunknummer bei Pinger Wem es gefällt, der kann seine neue "Rufnummer" gleich aus der App über Facebook kommunizieren (Datenschutz und Kontoeinstellungen beachten!) oder die ersten freien SMS dafür opfern. Danach muss man hoffen, dass die Mehrzahl der Kontakte sogleich fleißig SMS zurück an die neue Rufnummer schreibt.

Dass die Telekom ein Unternehmen sponsert, welches die Vorwahl eines Mitbewerbers verwendet, hat historische Ursachen. E-Plus war der erste Netzbetreiber, der Teile seiner Vorwahlen virtuellen Anbietern zur Nutzung überlassen hat. Das ursprünglich angedachte Geschäftsmodell einer eigenen Vorwahl für virtuelle Anbieter wurde in Deutschland nie umgesetzt. Befürchtet wurden eine (zunächst) schlechte Erreichbarkeit sowie Streitigkeiten über Routing und unklare Verbindungstarife.

Pinger kann unter Umständen auch Telefonie

Telefonie-Funktion von PingerTelefonie-Funktion von Pinger Seit kurzem bietet Pinger auch Telefonie an. Hier kostet eine Minute ins Festnetz 40 Punkte (Taktung 60/60), zu einem deutschen Mobilfunkanschluss sind es 100 Punkte. Ins Ausland können es je nach Land bis zu 400 oder 600 Punkte pro Minute sein - theoretisch zumindest -, denn nicht alle Länder sind erreichbar. Ankommende Minuten werden - wie bereits erwähnt - mit 40 Punkten verbucht. Für eine Gesprächsminute ins Mobilfunknetz braucht man also erst einmal drei Minuten ankommende Sprachverbindungen auf dem Konto. Prinzipiell können auch durch SMS verdiente Punkte für Telefonie verwendet werden und umgekehrt, wenn es anders nicht mehr reicht.

Die Telefonie-Funktion steht derzeit nur iPhone-Nutzern zur Verfügung, unter Android ist sie noch nicht nutzbar, soll aber bald kommen. Das führt zum seltsamen Effekt, dass versehentliche Anrufe auf einem Android-Gerät oder bei ausgeschaltetem Telefon endlos klingeln, aber sonst nichts passiert - der Nutzer bekommt davon später auch nichts mit. Zum ersten Start von Pinger vor einigen Monaten informierte noch eine Ansage, dass man bitte nur SMS schicken solle, da Telefonie noch nicht möglich sei.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie die App in iOS integriert ist, was bei einer längeren Nichtnutzung von Pinger passiert und welche Probleme bei der Sprachqualität aufgetreten sind.

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