Stillstand

Stagnation: PC-Markt 2011 nur um 0,5 Prozent gewachsen

Ultrabooks sollen die Wende bringen
Von dpa /
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Die Kunden kaufen zu wenige PCsDie Kunden kaufen zu wenige PCs Der weltweite PC-Markt ist im vergangenen Jahr kaum gewachsen. Den Marktforschern von Gartner zufolge gab es nur ein dünnes Plus von 0,5 Prozent auf 352,8 Millionen abgesetzte Personal Computer. Den PC-Herstellern machen die Wirtschaft in den USA und die Euro-Krise in Westeuropa sowie die zunehmende Konkurrenz durch mobile Geräte wie Smartphones und Tablets zu schaffen. Während die Nachfrage der Unternehmen weiter gut sei, verzichteten viele Verbraucher auf einen neuen Computer.

Die Branche werde gleich von zwei Seiten in die Zange genommen, erläuterte Gartner-Analyst Ranjit Atwal. Zum einen sitze das Geld bei den Verbrauchern in Amerika und Europa weniger locker. Zum anderen seien Smartphones und Tablet in ihren Augen derzeit attraktiver. "Den PC-Herstellern gelingt es derzeit schlecht, die Verbraucher zu überzeugen, dass sie einen neuen Computer brauchen", resümierte der Experte.

Hoofen auf die Ultrabooks

Das PC-Geschäft entwickelte sich noch viel schwächer als von Gartner erwartet. Die Marktforscher hatten ihre Prognose für das Jahreswachstum erst im September von 9,3 auf 3,8 Prozent gesenkt. Die Branche hofft jetzt auf die neue Geräteklasse der Ultrabooks - das sind besonders flache und stromsparende Notebooks. Sie sollen die PC-Anwender wieder zum Rechner-Kauf animieren und sind derzeit ein bestimmendes Thema auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vergas. Atwal zeigte sich eher skeptisch: Er sei sich nicht sicher, ob der erkennbare Mehrwert für die Nutzer ausreichend sein werde. Schließlich müssten die neuen Geräte mit den populären Tablets und Smartphones um die Gunst der Verbraucher kämpfen.

Im Weihnachtsgeschäft jedenfalls seien die ersten Ultrabooks nur auf wenig Interesse bei den Verbrauchern gestoßen, auch weil zunächst nur wenige potenzielle Computer-Käufer von ihrem Marktstart mitbekommen hätten, erläuterte Gartner-Analyst Mikako Kitagawa. Allerdings hatte die Branche in den vergangenen Tagen auf der CES massiv die Werbetrommel für die neue Notebook-Kategorie gerührt.

HP bleibt an der Spitze

Hewlett-Packard blieb im vergangenen Jahr PC-Marktführer. Der Marktanteil von HP lag bei 17,2 Prozent nach 17,9 Prozent im vergangenen Jahr. Auf den zweiten Platz rückte der chinesische Hersteller Lenovo mit 13 Prozent vor. Der Käufer der PC-Sparte von IBM überholte dabei sowohl Acer als auch den einstigen Spitzenreiter Dell, der jetzt die Nummer drei mit 12,1 Prozent Marktanteil ist.

Der Apple-Konzern, der bereits vor vier Jahren mit seinem immer erfolgreicheren MacBook Air letztlich das Vorbild für die Ultrabooks lieferte, ist nach Gartner-Zahlen immer noch nicht unter den fünf weltgrößten PC-Herstellern. Der Mac-Anbieter dürfte aber nicht sehr weit hinter Asus mit seinen 5,9 Prozent zurückliegen.

In den USA war Apple im vierten Quartal die Nummer drei mit 11,6 Prozent Marktanteil. Die Entwicklung dort war frappierend: Während der Absatz beim Marktführer HP um 26,1 Prozent auf 4,14 Millionen PCs einbrach, rückte Apple um gut ein Fünftel auf knapp 2,1 Millionen verkaufte Macs vor. Insgesamt schrumpfte der amerikanische PC-Markt im Schlussquartal 2011 um 5,9 Prozent. Weltweit gingen die Verkäufe um 1,4 Prozent auf 92,2 Millionen Computer zurück.

Kitagawa führte die allgemeine Unlust am PC-Kauf unter anderem auf die unsichere Wirtschaftslage in Westeuropa zurück. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika gingen die Auslieferungen besonders stark um 9,6 Prozent zurück. Der Trend wurde den Beobachtungen zufolge noch dadurch beschleunigt, dass sich viele Kunden den boomenden Smartphones und Tablet-Computern zugewendet hätten.

Die Flut in Thailand vom Oktober habe sich dagegen nur begrenzt auf das Weihnachtsgeschäft ausgewirkt, sagte Kitagawa. Die Festplatten-Produktion in der Region war in Mitleidenschaft gezogen worden. Kitagawa geht aber davon aus, dass es im laufenden Jahr zu merklichen Engpässen bei der PC-Produktion kommen könnte. Damit widersprach der Marktexperte Microsoft. Der Softwarekonzern hatte am Vortag in der Flutkatastrophe in Thailand die wesentliche Ursache für den schwachen PC-Markt ausgemacht.

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