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Internet-Radio Pandora mit Verlust

Im vergangenen Jahr hatte Pandora sich Teile von Rdio gesichert, nun gerät der Streaming-Dienst selbst ins Trudeln und macht Verluste. Der Börsenwert sank in nicht einmal zwei Jahren um fünf Milliarden Euro.
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Pandora mit VerlustenPandora mit Verlusten Das Internet-Radio Pandora hat das vergangene Jahr mit einem dicken Verlust abgeschlossen und geht laut Medienberichten auf Käufersuche. Allein im vergangenen Quartal fielen rote Zahlen von 19,4 Millionen Dollar an gegenüber einem Gewinn von 12,6 Millionen ein Jahr zuvor. Dabei war der Umsatz um ein Viertel auf 336,2 Millionen Dollar gestiegen. Doch höhere Kosten drückten Pandora ins Minus. Die Zahl der Hörer stieg binnen drei Monaten von 78,1 auf 81,1 Millionen.

Pandora hatte sich Teile von Rdio gesichert

Pandora ist bisher nur als Internet-Radio in den USA aktiv, sicherte sich aber Teile des gescheiterten Musik-Dienstes Rdio. Damit soll auch ein internationales Streaming-Geschäft in Konkurrenz zu Spotify oder Apple Music aufgebaut werden. Das werde aber voraussichtlich erst 2017 soweit sein, sagte Pandora-Chef Brian McAndrews in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen. Im laufenden Jahr werde zunächst die Technologie von Rdio integriert. In fünf Jahren strebe Pandora einen Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar im Abo-Geschäft an.

Kurz bevor Pandora am Donnerstag die Quartalszahlen vorlegte, tauchten Berichte auf, das Unternehmen sei auf Käufersuche gegangen. Dazu sei die Bank Morgan Stanley engagiert worden, berichteten die New York Times und der Finanzdienst Bloomberg. Die Überlegungen stünden aber erst noch am Anfang, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. In der Mitteilung zu den Quartalszahlen war keine Rede davon. McAndrews sagte dazu, Pandora sei "fokussiert darauf, als eigenständiges Unternehmen zu arbeiten".

Börsenwert bei zwei Milliarden Dollar - es waren mal sieben Milliarden

Pandora ist an der Börse noch rund zwei Milliarden Dollar wert - im Jahr 2014 waren es in der Spitze noch über sieben Milliarden. Die Aktie, die am Donnerstag nach den Berichten über Verkaufsüberlegungen anzog und mit einem Plus von über acht Prozent aus dem Handel ging, gab nachbörslich um rund fünf Prozent nach.

Insgesamt kam ein Jahresverlust von 169,7 Millionen Dollar zusammen, nach einem Minus von gut 30 Millionen Dollar 2014. Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar.

Mit über 80 Millionen Hörern allein in den USA hat Pandora mehr Nutzer als die 75 Millionen, die Streaming-Marktführer Spotify zuletzt im Sommer meldete. Online-Musik ist ein Geschäft, in dem 70 bis 80 Prozent der Einnahmen an die Plattenfirmen weitergereicht werden. Größe ist also entscheidend: Mit vielen Nutzern bleibt bei weitgehend gleichbleibenden Kosten mehr in den Kassen der Anbieter hängen.

Pandora scheint den aktuellen Markt in den USA weitgehend ausgereizt zu haben: Ende 2014 wurde die bisher höchste Nutzer-Zahl von 80,5 Millionen erreicht, danach sank sie leicht. McAndrews weitet deshalb das Geschäft unter anderem auf Konzertkarten aus. Allein in den USA solle der Umsatz in fünf Jahren die Marke von vier Milliarden Dollar überschreiten.

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