Offenes Protokoll

Ausgeplaudert: Outlook.com soll bald IMAP unterstützen

Microsoft denkt an Nutzer älterer mobiler Geräte und Mac-Anwender
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Der erst kürzlich gestartete Hotmail-Nachfolger Outlook.com könnte bald die lang ersehnte IMAP-Unterstützung bekommen. In einer Fragestunde haben dies einige Microsoft-Entwickler angedeutet. Auch eine Skype-Implementierung soll folgen.

Das Blog Gizmodo konnte das Entwicklerteam von Microsofts Maildienst Outlook.com vergangene Woche dazu bewegen, die Fragen seiner Leser zu beantworten. Besonders interessant ist dabei die Frage nach der IMAP-Unterstützung, die von Nutzern immer wieder gewünscht wird.

Das Outlook-Team hat die Einführung des IMAP-Supports nicht grundsätzlich abgelehnt, das IMAP-Protokoll aber als "alt" bezeichnet. IMAP würde "nur" die Synchronisation von Mails unterstützen, nicht aber die von Kalendereinträgen und Kontakten. Darum sei "Exchange ActiveSync" (EAS) ein deutlich besseres Protokoll. Dieses von Microsoft selbst entwickelte Synchronisationsprotokoll ist dazu gedacht, E-Mails, Kontakte, Kalendereinträge, Aufgaben und Notizen mit mobilen Geräten abzugleichen.

Microsoft-Entwickler preisen eigenes EAS als bessere Alternative an

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bald IMAP unterstützen
Das Outlook.com-Entwicklerteam nutzt dabei die Gelegenheit, das eigene EAS-Protokoll unverhohlen anzupreisen. EAS sei schnell, batterieschonend, und würde von allen modernen Smartphone-Plattformen wie iOS, Android und Windows Phone unterstützt. Darum hat sich das Outlook.com-Team bei der Entwicklung primär auf dieses aktuelle Protokoll konzentriert. Die Arbeit an IMAP bezeichnet das Team als "Schritt zurück", den man bislang nicht gehen wollte.

Allerdings ist sich das Team der Tatsache bewusst, dass IMAP eine sehr weite Verbreitung genießt und dass viele Nutzer es für die E-Mail-Kommunikation gerne verwenden.

Chance: Outlook.com auch mit älteren mobilen Geräten nutzen

Laut den Entwicklern könnte die Implementierung des IMAP-Protokolls in dem Dienst Outlook.com beispielsweise den Nutzern älterer Business- und Smartphones, die noch kein EAS unterstützen, dabei helfen, den Microsoft-eigenen Maildienst zu nutzen. Auch für Entwickler könnte der IMAP-Support nützlich sein.

Anschließend nehmen die Entwickler gleich die übliche Anwender und Journalisten-Frage nach dem Einführungstermin vorweg und stellen klar, dass man dazu noch keine Angaben machen könne. Software-Entwicklung habe immer etwas damit zu tun, die richtigen Prioritäten zu setzen - und momentan seien andere Dinge wichtiger als IMAP für Outlook.com.

Ein weiteres Problemfeld schneiden die Entwickler ebenfalls an: Man sei sich der Tatsache bewusst, dass der Client-Support auf Apples Mac-Geräten nicht besonders gut sei. Man werde aber auch daran arbeiten.

Die Fragesteller gaben daraufhin zu bedenken, dass es sich bei IMAP um ein allgemeines und offenes Protokoll handle, wohingegen EAS ein geschlossenes, lizenzpflichtiges Produkt sei. Ein Anwender hält es für sinnvoller, wie Google lieber eine Sammlung offener Standards (IMAP für E-Mail, CalDAV für Kalendar und vCard oder CardDAV für Kontakte) zu unterstützen, damit der Nutzer seine Daten leichter migrieren kann. Was demnächst ebenfalls auf Outlook.com zu finden sein dürfte, ist laut den Entwicklern eine Skype-Integration.

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