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Telekom stellt Online-Banking Angebot ein

Vorgeschlagene Alternative nicht für jedermann interessant
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Gerüchte, daß sich die Telekom von diesem Programm trennen wollte, tauchten immer wieder auf, doch eine treue Fangemeinde nutzte es weiter, weil direktes Online-Banking im Internet-Browser immer ein gewisses Unsichersheits­gefühl hinterläßt. Nicht von ungefähr werden immer wieder Sicherheits­löcher in populären Internet-Browsern und ihren zahllosen Plug-Ins und Add-Ons entdeckt und dann durch Updates irgendwann gestopft.

Screenshot: Online-Banking T-OnlineStartbildschirm des T-Online-Banking-Programmes. Das T-Online-Banking-Programm der Telekom erhielt immer wieder Updates, dabei wurden mögliche Sicherheits­löcher oder Zugangs­daten der verschiedenen Banken-Rechner aktualisiert. Das lief bis auf ein paar Bestätigungs­klicks weitgehend automatisch, der Kunde mußte höchstens seine Software erneut starten.

Insider warnten schon länger, daß die in den nächsten Jahren kommende Umstellung von gewohnter Kontonummer und Bankleitzahl auf IBAN und BIC im Zuge der europäischen SEPA Überweisung umfangreiche Software-Updates erfordert hätte, dabei konnte die T-Online Software schon heute SEPA Überweisungen problemlos durchführen, wie Tests der Redaktion ergaben.

Bereits im Dezember 2012 hat die Deutsche Telekom die finale Einstellung des Programmes in seinen Online-Foren angekündigt, die Download-Möglichkeiten der Software wurden auf den Seiten der Telekom entfernt, andere Portale wurden gebeten, eventuelle Verlinkungen von ihren Seiten zu entfernen. Allerdings konnten wir es aktuell noch bei Chip als T-Online Banking 6, Version 7 herunterladen (banking.exe 15,1 MB).

Offenbar wurden einige T-Online Kunden bereits per E-Mail über die Einstellung informiert, doch nicht alle Kunden nahmen diese E-Mails wahr oder hielten sie für echt, viele vermuteten eher einen Phishing-Angriff und löschten sie gleich und viele betroffene Kunden scheinen diese E-Mail noch nicht erhalten zu haben.

Wenn man heute die T-Online Banking Software (Version 7.04.0014) startet, kann unten am Rand ein Hinweis "Einstellung am 3. Juni" erscheinen, in einigen Fällen wird dort aber weiter auf das Angebot "Web Banking" verwiesen. Wer diesen mit "i" markierten Hinweis dennoch anklickt, wird dann per Pop-Up darüber informiert, daß die Telekom ihre Banking-Dienste am 3. Juni 2013 einstellt und kann direkt zur Firma Buhl Data weiterklicken.

SMS-Banking vor Jahren schon eingestellt

Langjährige Kunden erinnern sich, dass man früher sogar von jedem Telekom D1-Handy per SMS seinen Kontostand bei der Bank abfragen konnte, ganz ohne App und Aufwand, auch dieser Dienst wurde - warum auch immer - irgendwann geräuschlos eingestellt, obwohl die Telekom mit jeder Abfrage per SMS sogar Geld verdiente, denn diese waren nicht kostenfrei.

Auf Anfrage bei der Deutschen Telekom bestätigte uns das Unternehmen die Einstellung des Online-Banking-Angebotes, für Bestands­nutzer stehen die Banking-Funktionen der Software-Lösungen noch bis 2. Juni 2013 zur Verfügung.

Die eigentliche Software wird auch später noch starten und erlauben, gespeicherte Kontodaten in verschiedenen Formaten zu exportieren oder ältere Buchungen nachzuschlagen, nur der Abgleich mit dem Server der eigenen Bank oder das Erteilen von Aufträgen wird nicht mehr möglich sein. da die Deutsche Telekom den Authenti­fizierungs­server, der über eine T-Online-E-Mail-Adresse prüft, ob der Nutzer ein Telekom-Festnetz-Kunde ist, abschalten wird.

Ein eigenes Nachfolge­produkt plant die Deutsche Telekom nicht, sondern verweist auf ein Angebot des Partners Buhl Data Service GmbH.

Für die bisherigen Nutzer der T-Online Banking Software wird die kostenlose Software "Online-Banking+" empfohlen, die in gewissen Grenzen eine automatische Daten­übernahme aus dem gewohnten Programm erlaubt. Alternativ könne die Banking Plattform "finanzblick" von Buhl Data im Web und am Handy mobil genutzt werden.

Wer die Offerte annehmen will, wird von der Buhl-Download-Seite zurück zur Telekom geleitet, wo man sich als Telekom-Kunde identifizieren muss. Danach schickt die Telekom eine Information an Buhl, daß man Festnetzkunde der Telekom ist und zum Kreis der Berechtigten gehört. Buhl-Data wiederum beantwortet dies mit einer E-Mail mit einem Freischaltschlüssel, den man gut aufheben sollte, da bei einer späteren Neuinsta­llation dieser Schlüssel zum kostenlosen Nutzen der Software benötigt wird.

Offenbar war der Protest gegen die Einstellung so stark, daß die Telekom ein bereits geschlossenes Kunden­forum zum Thema Online-Banking auf http://forum.telekom.de wieder geöffnet hat. Dort tauschen sich Nutzer über möglicher Alternativen aus.

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