On-Net

Telefónica: Gespräche zwischen E-Plus und o2 ab heute netzintern

Telefónica stellt die Netze von E-Plus und o2 ab heute tariflich gleich. Davon profitieren vor allem Kunden mit älteren Tarifen. Auch aus dem Festnetz können Telefónica-Kunden profitieren. Doch es gilt, Vorsicht walten zu lassen.
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Gespräche zwischen o2 und E-Plus gelten jetzt als netzinternGespräche zwischen o2 und E-Plus gelten jetzt als netzintern Ab heute kosten Gespräche und SMS zwischen E-Plus und o2 nicht mehr als ein Gespräch ins eigene Netz. Telefónica hat die Verbindungen als On-Net definiert, was sich vor allem bei Flatrates in eines der beiden Netze tariflich auswirkt. Wichtig: Diese On-Net-Definition gilt nur, wer einen Vertrag mit Telefónica - also einer der zahlreichen Base-, E-Plus- oder o2-Marken hat. Kunden von Providern profitieren vorerst nicht. Auch andere Netzbetreiber trennen die Netze weiterhin und rechnen Gespräche mitunter zu unterschiedlichen Konditionen ab.

Vor allem Kunden mit älteren Verträgen dürften von der Neuregelung profitieren. Bevor Allnet-Flatrates für jedermann bezahlbar wurden (aktuell 6,99 Euro mit 1 GB LTE als Aktion), boten viele Provider ihren Kunden Flatrates ins Festnetz und das eigene Mobilfunknetz an. So auch E-Plus/Base und o2. Base-Kunden, die also bisher ohne weitere Kosten zu E-Plus telefonieren könnten, können das ab sofort auch zu o2-Nutzern tun.

Keine Relevanz bei Einheitspreis oder Allnet-Flat

o2 bietet auch heute noch derartige Tarife an: Beim o2 Blue Smart ist neben den 500 MB Datenvolumen auch eine Flatrate in die beiden Telefónica-Netzwerke enthalten sowie 100 Minuten in alle anderen Netze. Der Preis ist mit 19,99 Euro jedoch im Vergleich zu aktuellen Aktionsangeboten der Drillisch-Gruppe zu hoch.

Tatsächlich dürfte der Nutzen für die Kunden also überschaubar sein - zumindest wenn die Kunden regelmäßig ihre Tarife überprüfen und optimieren. Interessanter wäre, wenn auch die Mitbewerber das Telefónica-Netz als ein Netz ansehen würden. Das würde auch die Außendarstellung von Telefónica vereinfachen. Gleichzeitig hieße das aber für die anderen Mobilfunknetzbetreiber im Falle einer Wunschnetzflatrate, dass sich die Zahl der zum Pauschalpreis erreichbaren Kunden grob verdoppelt - je nach Ausgangsnetz. Das dürfte aufgrund der anfallenden Interconnection-Kosten die Kalkulation sprengen.

Festnetz-Anbieter werden ebenfalls bis auf weiteres zwischen E-Plus und o2 unterscheiden. Da die meisten Anbieter entweder einen Preis für alle Netze haben oder für Telekom und Vodafone und E-Plus und o2 eine gemeinsame Tarifgruppe haben, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Relevant könnte es jedoch werden, wenn Kunden eine Mobilfunk-Netz-Flatrate für einzelne Netze gebucht haben, die es vereinzelt zu buchen gab. Hier sind die Netze weiterhin nicht vereinheitlicht.

On-Net auch aus dem Alice-Festnetz

Telefónica selbst scheint übrigens zumindest in Sachen Festnetz noch einmal nachjustiert zu haben. So meldeten wir zunächst, dass die Alice Community-Flatrate, ein Bestandskundentarif aus Zeiten der Festnetzmarke Alice, keine Vereinheitlichung der beiden Netze berücksichtigte. Einen Tag nach unserer Berichterstattung, die auf Angaben aus dem Unternehmen basierte, korrigierte sich die Pressestelle - Nutzer der Alice Community Flatrate sollen nun doch ohne weitere Koste auch E-Plus-Nummern anrufen können.

Diese Verwirrung und auch die Formulierung der Pressemitteilung von Telefónica zeigt, dass Kunden, die von der On-Net-Integration profitieren könnten, zunächst einige kurze Test-Telefonate führen und die nächste Rechnung abwarten sollten. In der Mitteilung heiß es wörtlich "Der On-Net-Startschuss betrifft neben ausgewählten Tarifen der Marken o2 und E-Plus/Base auch solche weiterer Marken wie Ay Yildiz und Ortel Mobile."

Während ab heute die tarifliche Konsolidierung einen großen Schritt weitergekommen ist, befindet sich die technische Zusammenlegung der Netze noch in den Kinderschuhen - und macht Probleme.

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