Telekom-Chef: Regulierung behindert Ausbau im Breitbandnetz
19.08.2009 14:01
"Sünde an der europäischen Infrastrukturentwicklung"
Telekom-Chef René Obermann hat die Regulierungswut
der EU-Kommission beim Zugang zu den Breitbandnetze scharf kritisiert.
In einem Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit sprach der Manager
von einer "Sünde an der europäischen Infrastrukturentwicklung", weil
die einen viel in den Netzausbau investierten und andere die Netze
günstig nutzen sollen. "Sie (die EU-Kommission) will, dass die
Verbraucher und Wähler über sinkende Preise jubeln". Damit bekomme
man aber nicht die Milliarden-Beträge für den Aufbau dieser modernen
und schnellen Netze zusammen.
Die Telekom investiere jährlich in Deutschland fast vier
Milliarden Euro. Mehr als 90 Prozent der Mittel für den Anschluss
ländlicher Gebiete ans schnelle Internet stamme von der Telekom. "Es
ist absurd", klagte Obermann, "die Telekom hat 50 Prozent Marktanteil
beim Breitband, aber wir sollen 100 Prozent der Fläche ausbauen". Und
dann sollten die Wettbewerber für einen niedrigen, regulierten Preis
diese Leitungen nutzen. Für das laufende Geschäftsjahr hat die
Telekom die Investitionen in den Breitbandausbau um 100 Millionen
auf 200 Millionen Euro zusammengestrichen.
Deutschland brauche Investitionen in ein modernes Breitbandnetz.
Doch aufwachen würde man wohl erst, wenn es zu spät sei und andere
Länder wie Südkorea oder China sehr viel modernere Netze hätten. Mit
einer weitsichtigen Infrastrukturpolitik sei das vermeidbar, betonte
der Telekom-Chef.
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