"Charger out of the box"

o2 UK will Handys ab 2015 ohne eigene Ladegeräte verkaufen

Deutsche Telefónica-Tochter prüft Umsetzung auch hierzulande
AAA

Ladegeräto2 UK will ab 2015
Ladegeräte nur noch als Zubehör anbieten
Die britische Telefónica-Tochter o2 UK will Mobiltelefone ab 2015 generell ohne Ladegerät verkaufen. Das kündigte das Unternehmen offiziell an. Mit der Initiative "Charger out of the box" will man vor allem die Umwelt schützen, heißt es. Allein in Groß­britannien gebe es mehr als 100 Millionen ungenutzte Ladegeräte.

Im Rahmen eines Testprojekts hat o2 in Großbritannien von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres seinen Kunden das HTC-Smartphone One X+ mit oder ohne Ladegerät angeboten. 82 Prozent entschieden sich für die "grüne Option", schreibt o2. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass das Ladegerät für den Kunden nicht kostenfrei gewesen wäre, sondern nur als kostenpflichtiger Zusatz-Artikel geführt wurde. Das Handy wurde von o2 UK standardmäßig ohne Ladegerät ausgeliefert.

o2-UK-Chef will gemeinsame Sache mit anderen Mobilfunkern machen

Ab 2015 will die Telefónica-Tochter alle Handys ohne zusätzliches Ladegerät ausliefern, "um die großen Mengen an Müll einzusparen, die überflüssige und doppelt vorhandene Ladegeräte erzeugen". Robert Dunne, der CEO der britischen o2-Sparte, möchte andere Mobilfunker dazu animieren, sich seinen Plänen anzuschließen: "Ich würde mich freuen, wenn andere ähnliche Schritte unternehmen und mit uns zusammenarbeiten würden, um sicherzustellen, dass alle Mobiltelefone ab 2015 ohne Ladegerät verkauft werden."

Seit Anfang 2011 sollen in der EU neue Handys nur noch mit Ladegeräten ausgeliefert werden, die einem gemeinsamen Standard entsprechen. Die führenden Hersteller hatten sich auf Druck der EU im Jahr 2009 entsprechend geeinigt. Künftig sollen auch Tablets, Navigationsgeräte, Digitalkameras, MP3-Player sowie drahtlosen Kopfhörer mit dem einheitlichen Ladegerät ausgestattet werden.

o2 Deutschland prüft Umsetzung auch hierzulande

Bei der deutschen Telefónica-Tochter prüft man derzeit eine Umsetzung des o2-UK-Projekts auch für Deutschland. "Wir überprüfen ständig, wie wir noch nachhaltiger wirtschaften und handeln können", sagte o2-Sprecherin Carolin Eckert unserer Redaktion. "Aus diesem Grund überlegen wir, ob, wann und wie wir das auch für den deutschen Markt umsetzen."

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